03.07.2012 08:06 Fritz Rau und Biber Hermann auf der hr1-Bühne

Fritz Rau, Drahtzieher, Visionär, Übervater und Seelentröster erzählt aus seinem bewegten Leben „Am Anfang war der Blues“

Hermann (l.) und Rau: Sie lieben und leben beide den Blues Foto: hr/Rau

Von: Hartmut Hoefer

50 Jahre lang war Fritz Rau Deutschlands bedeutendster Konzertveranstalter. Das ist viel Stoff für Geschichten von pophistorischem Format.

Unter dem Titel „Am Anfang war der Blues" erzählt Rau am Donnerstag, 5. Juli, um 20 Uhr auf der hr1-Bühne im Hessischen Rundfunk davon und aus seinem bewegten Leben. An der Bluesgitarre begleitet ihn dazu der exzellente Musiker Biber Herrmann aus Wiesbaden-Schierstein und Werner Reinke moderiert den Abend.

Ein halbes Jahrhundert ist Fritz Rau Drahtzieher, Visionär, Übervater und Seelentröster für seine Künstler gewesen, jetzt betritt er selbst die Bühne. Er hat mit so ziemlich allen Stars der Pop- und Rockgeschichte zu tun gehabt. „Er ist wie ein Vater für mich", sagt Udo Lindenberg und Al Jarreau fügt hinzu: „Er ist der Papa von uns allen.“ Mick Jagger von den Rolling Stones ruft: „Rock'n'Rau for ever", und würdigt so die Verdienste des mittlerweile über 80-Jährigen. Fritz Rau hat sich bei vielen Rock- Größen als Geburtshelfer ins Business erwiesen.

Die Liste der Musiker und Gruppen, mit denen Rau zusammen gearbeitet hat, ist lang und liest sich wie das „who is who" in der Musikgeschichte. Zwischen Abba und Zappa stehen zum Beispiel: Joan Baez, Harry Belafonte, Eric Clapton, David Bowie, Miles Davis, Bob Dylan, The Doors, Ella Fitzgerald, Jimi Hendrix, Gitte Hænning, Michael Jackson, Janis Joplin, Udo Jürgens, Madonna, Peter Maffay, Scorpions, Tina Turner, Freddie Mercury, Queen, Udo Lindenberg, Prince, Rod Stewart, The Who und Led Zeppelin.

Begonnen aber hat alles mit dem „American Folk Blues Festival", veranstaltet von Rau und seinem Partner Horst Lippmann im Jahre 1962. Dies war das erste der später legendär gewordenen Reihe an Festivals, das die fast in Vergessenheit geratenen Blues-Musiker Amerikas, wie Muddy Waters oder Willie Dixon nach Deutschland holte.

Viele Bluesoriginale lebten damals in ihrer Heimat am Rande der Armut, ihr Einfluss auf die junge Generation von Musikern wie die Stones, Clapton oder Hendrix erwies sich später allerdings als bahnbrechend.

2012 hat Fritz Rau das Thema Blues wieder neu entdeckt. Ein halbes Jahrhundert ist er Drahtzieher, Visionär, Übervater und Seelentröster für seine Künstler gewesen, jetzt betritt er selbst die Bühne. Sein Leben ist untrennbar mit der Geschichte der Popmusik verknüpft. Die besondere Rolle, die der Blues dabei spielt, ist dabei allgegenwärtig, vor allem weil sich Rau einen hervorragenden Bluesgitarristen und Singer-Songwriter an seine Seite geholt hat.

Der Wiesbadener Biber Herrmann erläutert, spielt und singt den Blues dazu. Fritz Rau sagt über ihn: „Biber Herrmann ist einer der authentischsten und wichtigsten Folk-Blues- Künstler in unserem Lande und darüber hinaus. Den traditionellen Blues spielt er mit einer Lebendigkeit, die Herz und Seele berührt. Ich schätze unsere Zusammenarbeit sehr.“

Karten für diesen intensiven Bluesabend gibt es nicht zu kaufen, sondern unter www.hr1.de  zu gewinnen.