15.09.2012 07:57 Deutscher Journalisten-verband

Fall Wulff Recherche statt Gerüchte - Gerüchte haben in der Berichterstattung nichts verloren

Der Bundespräsident Christian Wulff und seine Frau Bettina Wulff auf dem Pariser Platz in Berlin Foto Franz Richter (User:FRZ)Wikipedia

Von: Hendrik Zörner

Der Deutsche Journalisten-Verband hat die Journalistinnen und Journalisten zu besonders sorgfältiger Recherche im Zusammenhang mit Gerüchten aus dubiosen Quellen im Internet aufgefordert.

Hintergrund ist das aktuelle Vorgehen von Bettina Wulff gegen zahlreiche Medien, die über ein angebliches Vorleben der Ehefrau von Ex-Bundespräsident Christian Wulff im Rotlichtmilieu berichtet hatten. „Gerüchte können immer nur der Auslöser von Recherchen mit offenem Ausgang sein“,  sagte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken.

„Wenn sie sich nicht erhärten lassen, haben Gerüchte in der Berichterstattung nichts verloren.“ Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass Ex-Bundespräsident Christian Wulff in einem Fernsehinterview im Januar von sich aus und ungefragt auf Gerüchte über das Privatleben seiner Frau hingewiesen habe.

Als diskussionswürdig bezeichnete es der DJV-Vorsitzende, dass Bettina Wulff ihre Persönlichkeitsrechte erst über ein halbes Jahr nach dem Rücktritt ihres Mannes vom Amt des Bundespräsidenten gegenüber zahlreichen Medien geltend mache. „Der zeitgleiche Verkaufsstart ihres Buches nährt den Verdacht einer PR-Kampagne mit dem Ziel, Aufmerksamkeit zu erregen“, sagte Konken.

Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:

Hendrik Zörner