04.12.2018 07:29 Fake News ein Modewort

Fake News: Die Wissenschaft hinter Falschmeldungen

Die GFDK Redaktions Fake News Enten, Ernie, Bernie und Ella, brauchen keine Wissenschaft um zu Wissen was falsch oder richtig ist

Die GFDK Redaktions Fake News Enten, Ernie, Bernie und Ella, brauchen keine Wissenschaft um zu Wissen was falsch oder richtig ist. Foto: GFDK

Von: GFDK - Medien

Psychologen und Neurowissenschaftler erklären, warum wir so leicht jeden Unsinn glauben, der im Internet verbreitet wird

London, November 2018. Der Begriff "Fake News" ist seit einiger Zeit ein Modewort geworden. Aber wieso fallen wir trotz aller Warnungen immer noch darauf rein? Der Grund dafür liegt – zumindest teilweise – in unserem Gehirn.

Im Rahmen der Veranstaltung "False, fake and fibs: The science behind misinformation“, die im November an der City, University of London stattfand, tauschten drei Experten ihre Erfahrungen und wissenschaftliche Erkenntnisse aus.

Saoirse Connor Desai von der City, University of London ging es um die Frage, wie wir Berichtigungen von Fehlinformationen verarbeiten.

Die Wissenschaftlerin nutzte Beispiele wie der Brexit-Bus-Slogan 2016, der behauptete, dass das Vereinigte Königreich 350 Millionen Pfund pro Woche an die Europäische Union zahlt.

Obwohl die Behauptung von der britischen Statistikbehörde weithin widerlegt wurde, ergab eine Umfrage von Ipsos MORI kurz vor dem Brexit-Referendum, dass die Hälfte der Befragten sie für wahr hielt.

Forschungsergebnisse dauten darauf hin, dass Berichtigungen von Fehlinformationen oft fehlschlagen, da sie eine Lücke in der ursprünglich von den Falschmeldungen beschriebenen Geschichte bilden. Eine effektivere Methode, Fehlinformationen zu berichtigen, besteht darin, eine plausible, alternative Erzählung zu vermitteln, die keine Lücken in der Geschichte und den Köpfen hinterlässt.

Dr Andreas Kappes von der City, University of London erklärte anschließend aus neurowissenschaftlicher Sicht, wie der Verstand Informationen ablehnen kann, sobald sie "unerwünscht" sind.

Dr Jens Koed Madsen, University of Oxford, wies seinerseits darauf hin, dass Computersimulationen sozialer Netzwerke uns helfen könnten zu verstehen, wie man sich falsche Überzeugungen aneignen und aufrechterhalten kann.

Dazu gehört die Frage, wie sich Menschen selbst in "Echokammern" falscher Überzeugungen aufgrund von Fehlinformationen einordnen, sei es in Social Media oder persönlich.

Darüber hinaus diskutierte er mit dem Publikum über die Rolle der Bildung, um die Verbreitung von Fehlinformationen zu verhindern, und die potenziell verheerende Wirkung des so genannten "teach the controversy"-Prinzips bezüglich der Evolutionstheorie gegenüber unwissenschaftlichen Ideen wie dem Kreationismus.

Dazu paßt auch folgende Meldung: "So leicht lassen sich Influencer durch einen Fake-Laden reinlegen. Wie gut ist es um die Glaubwürdigkeit von Influencern bestellt, wenn sie nicht einmal eine kleine Flunkerei entlarven? Sie hielten den Luxus-Laden Palessi für echt, dabei war er eine dreiste Fälschung".