20.07.2011 08:23 Das ist kein Frühstücksdirektorenjob

Exklusiv-Interview - Katharina Wagner: "Andere Eltern hatten eine Bäckerei, meine hatten ein Festspielhaus"

EMOTION Verlag

Von: Katarzyna Mamrot

Hamburg (ots) - "Ich bin sehr bodenständig groß geworden. Mein Vater hat sehr darauf geachtet, dass bei uns alles normal abläuft. Andere Eltern hatten eine Bäckerei, meine hatten ein Festspielhaus", erzählt Katharina Wagner im Exklusiv-Interview mit dem Frauenmagazin EMOTION (Ausgabe 08/2011 jetzt im Handel).

"Trotzdem ist es natürlich ein befremdliches Gefühl, wenn man eines Tages merkt, dass die eigene Familie doch etwas anders ist als viele andere." Dennoch sieht die Urenkelin von Richard Wagner und Ururenkelin Franz Liszts das Festspielhaus in Bayreuth nicht als ihr Erbe:

"Nur weil man diesen Nachnamen trägt, ist man noch lange nicht imstande, die Festspiele zu leiten. Das ist kein Frühstücksdirektorenjob. Hier muss man wirklich etwas können und leisten.

Ich habe diesen Job angenommen, weil ich ihn mir zugetraut habe - und nicht, weil ich so heiße", sagt die 33-Jährige, die die Bayreuther Festspiele seit 2008 gemeinsam mit ihrer Halbschwester Eva Wagner-Pasquier leitet. Der dynastische Gedanke liegt der Regisseurin auch im Privaten fern:

"Um Himmels Willen, nein! Man kriegt doch kein Kind, nur um den Namen weiterzutragen!" Das Kinderthema geht Katharina Wagner pragmatisch an. "Momentan könnte ich kein Kind großziehen.

Wenn ich ein Kind bekomme, würde ich mich auch drum kümmern wollen - und das kann ich derzeit nicht in dem Maße, in dem man das tun sollte", weiß die Berufspendlerin, die in der Woche in Bayreuth arbeitet und das Wochenende in ihrer Wahlheimat Berlin verbringt.

"Berlin ist tolerant, offen, freidenkend. Das findet man so in keiner anderen deutschen Stadt. Ich mag die Denke hier, dieses Entspanntsein", so die gebürtige Bayreutherin.

Seit der Übernahme der Festspielleitung, hat Katharina Wagner eine Doppelrolle inne - als Künstlerin und Managerin. Über ihren Beruf sagt die Theaterwissenschaftlerin: "Ich bin in erster Linie Regisseurin". Doch Klischees vom chaotischen Künstler greifen bei ihr nicht.

"Es ist schon vorgekommen, dass Leute, die meine Wohnung zum ersten Mal sehen, erstaunt sagen: Wie? Hier wohnt jemand? So aufgeräumt ist es bei mir." Ein Premiereabend bei einer eigenen Inszenierungen bleibt auch für die erfahrene Regisseurin etwas ganz Persönliches: "Buhs tun immer weh und es wäre verlogen, das abzustreiten.

Aber ich finde es gut, wenn eine Inszenierung kontrovers diskutiert wird. Das ist auf jeden Fall besser, als wenn sich die Leute beim Schlussapplaus gelangweilt ansehen und sich fragen, wo sie jetzt was Schönes essen gehen sollen", so Katharina Wagner im EMOTION-Interview.

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