01.06.2015 09:01 Freiheit in Europa

Erinnerungsbücher aus einem Land, das Jugoslawien hieß - Marica Bodrozic erhält den Adenauer-Literaturpreis

Preistraegerin Marica Bodrozic

vlnr.: Preisträgerin Marica Bodrozic mit Dr. Hans-Gert Pöttering, Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung und Präsident des Europäischen Parlaments a.D. (c) KAS/Marco Urban

Von: GFDK - Matthias Barner

Weimar - Marica Bodrozic ist am Sonntag in Weimar mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung 2015 ausgezeichnet worden. Die 1973 in Dalmatien geborene Schriftstellerin erhält den mit 15.000 EUR dotierten Preis für ihre epischen und essayistischen Werke, die sich mit europäischer Zeitgeschichte befassen.

Vor allem geht es dabei um die Nachkriegsgeschichte auf dem Balkan. Marica Bodrozic verließ 1983 im Alter von zehn Jahren ihre dalmatinische Heimat und wuchs in Deutschland auf. Ihre Geschichten und Erzählungen sind in deutscher Sprache verfasst.

Literatur aus unserer europäischen Gegenwart

Sie sei eine europäische Schriftstellerin, sagte der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung und ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering. Ihre Erinnerungsbücher aus einem Land, das Jugoslawien hieß, seien Literatur aus unserer europäischen Gegenwart. "Wir brauchen diese europäische Erzählgemeinschaft, die bereit ist, dem Anderen zuzuhören, und vom riskanten Weg der Freiheit in Europa zu berichten", so Pöttering, der die Preisverleihung in Weimar vornahm.

Die Laudatio auf Marica Bodrozic hielt der deutsche Literaturwissenschaftler und Gründungsdirektor des "Center for Anglo-American Cultural Relations" in London, Prof. Dr. Rüdiger Görner.

Der Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung wird seit 1993 an Autoren verliehen, die der Freiheit das Wort geben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören u.a. Sarah Kirsch, Hilde Domin, Günter de Bruyn, Thomas Hürlimann, Hartmut Lange, Louis Begley, Herta Müller, Wulf Kirsten, Daniel Kehlmann, Ralf Rothmann, Uwe Tellkamp, Cees Nooteboom, Arno Geiger, Tuvia Rübner, Martin Mosebach und Rüdiger Safranski.

kas-pressestelle@kas.de

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Weitere Informationen zum Literaturpreis finden Sie unter: www.kas.de/literaturpreis