29.03.2012 07:42 Die Rolling Stones pinkelten in seinen Rolls Royce

Er zeugte sieben Kinder mit sieben Frauen - „The Big Eden“ von Peter Dörfler für den Deutschen Filmpreis nominiert

Rolf Eden mit seiner Lebenspartnerin Brigitte in Cannes. - Foto: hr/Peter Dörfler

Von: Tobias Häuser

Die Deutsche Filmakademie hat die diesjährigen LOLA-Nominierungen bekannt gegeben.

„The Big Eden“ von Peter Dörfler ist als „Bester Dokumentarfilm“ nominiert. Über das Leben von Rolf Eden (82) ist eigentlich genug geschrieben worden, vor allem in der Boulevardpresse. Eden machte den Striptease in Westdeutschland populär, gründete die legendäre Berliner Disco "Big Eden", feierte mit Frank Sinatra und zeugte sieben Kinder mit sieben Frauen.

Die Rolling Stones pinkelten in seinen Rolls Royce, und sein testamentarisch verbriefter Wunsch ist es, beim Orgasmus zu sterben (150.000 Euro Belohnung). Aber was ist eigentlich dran an Edens provokanter Aussage „Ich habe im Leben immer nur Glück gehabt"?

Dass Rolf Shimon Eden im Jahr von Hitlers Machtergreifung nach Palästina auswanderte, in Haifa aufwuchs und als Elitesoldat für die Unabhängigkeit Israels kämpfte, dürften die wenigsten wissen.

Regisseur Dörfler, der zuletzt mit „Achterbahn" Publikum und Kritik begeisterte, versucht dem ungewöhnlichen Leben des „letzten Playboys Deutschlands" auf die Spur zu kommen und zeichnet anhand dieser schillernde Figur ein Bild der 1950er und 1960er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland

Der Dokumentarfilm lief bereits letztes Jahr auf der Berlinale in der Sektion Panorama und wurde mit Mitteln der Hessischen Filmförderung (Filmförderung des Landes Hessens und des Hessischen Rundfunks) unterstützt.

Die Vergabe des Deutschen Filmpreises findet am 27. April 2012 im Berliner Friedrichstadtpalast statt.

Tobias Häuser


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