15.08.2012 07:20 die fassade wird zum bild

Ein TRIPTYCHON FÜR DUISBURG. Die Düsseldorfer Künstlerin Elisabeth Brockmann inszeniert ein Sparkassengebäude

© Elisabeth Brockmann

Von: Christa Stollenwerk - 2 Bilder

Der Begriff „Kunst am Bau“ hat sich seit seiner Entstehung in den 1950er Jahren gewandelt und geht über die bloße Addition von Kunst und Architektur hinaus. In der Auseinandersetzung von Künstlern mit dem öffentlichen Raum entsteht im Idealfall eine neue Kunstform, eine veränderte Perspektive auf Gebäudesituationen und städtebauliche Fragen.

Die Düsseldorfer Künstlerin Elisabeth Brockmann greift mit ihren Arbeiten unmittelbar in die Gebäudestruktur ein und inszeniert den vorgefundenen Raum in neuem Licht. Licht ist hier wörtlich gemeint. Es sind immer leuchtende Elemente, mit denen sie scheinbare Ein- und Ausblicke setzt – sei es in Museumsfassaden wie bei „KEEP IN VIEW“ (Albertinum, Staatliche Kunstsammlungen, Dresden, 2002) oder LUX (Reiss-Engelhorn-Museum Mannheim, 2007), sei es in Schwimmhallen „MANN IM BAD“ (Olympische Schwimmhalle München, 2003) oder in einem Sparkassengebäude – wie in ihrem neuen Projekt.

In „TRIPTYCHON FÜR DUISBURG“ hat das Betriebsrestaurant der Sparkasse Duisburg scheinbar drei riesige Fenster dazubekommen: in die Wände eingelassene Leuchtkästen. Die drei Teile dieses Werks sind architektonische Typlogien - Elemente einer Ruhrgebiets-Landschaft. Brücke und Stadiondach werden durch die Koppelung mit dem dritten Teil des Triptychons, der Stadtansicht, als Teil dieses Stadtraums erkennbar. Die grandiose Geste der Brücken- und Stadionarchitektur wird in der distanziert-deskriptiven Perspektive auf die Stadt-Silhouette konterkariert. Die „Kulisse“ für die architektonischen Strukturen bildet in allen drei Bildern ein Himmel, der aus einer typischen Ruhrgebiets-„Erscheinung“ besteht: Wasserdampf, wie er sich u.a. beim Löschen von Koks in der Stahlproduktion bildet, steigt in gewaltigen Wolkentürmen auf. Diese skurrilen Formationen wurden für das Duisburg-Triptychon photographiert und in die Bilder einmontiert. Jede Himmel-„Vision“ setzt sich aus mehreren Dampf-Aufnahmen zusammen.

Diese permanente Installation wird am 15. August 2012 der Öffentlichkeit vorgestellt und löst Elisabeth Brockmanns aktuelle temporäre Installation „NEULAND“ ab, die die Künstlerin 2011 für die Sparkasse Duisburg realisiert hat: ein 16 Meter langes Panorama verschränkt Innen- und Außenraum über eine durchleuchtete Stadtlandschaft, die sich dem Betrachter normalerweise vom Dach des Hauses bietet und in der Scheibe zu spiegeln scheint. Im Innern des Gebäudes glüht dieses Panorama wie ein Kirchenfenster, durchleuchtet allein vom Tageslicht. Diese spektakuläre Installation ist an diesem Tag zum letzten Mal zu sehen, sie diente Touristenbussen viele Monate als neue Standortattraktion – wie auch Brockmanns beeindruckende Lichtinstallation „LUX“, die sie 2007 für die Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen realisierte. Indem sie ein gigantisch vergrößertes Augenpaar aus den Fenstern des Gebäudes blicken ließ, wurde die Fassade nicht nur zur Projektionsfläche von Kunst, sondern selbst zum Bild.

Weitere Informationen über Brockmanns Werk erhalten sie auf der Wikipedia-Seite zur Kunst im öffentlichen Raum http://www.publicartwiki.org/wiki/Elisabeth_Brockmann

sowie auf der Website der Künstlerin http://www.elisabeth-brockmann.de




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