26.01.2014 09:25 am Sonntag, 26. Januar, um 23.00 Uhr

Edward Snowden packt auf ARD aus und erzählt uns seine Geschichte

NSA whistleblower Edward Snowden

NSA whistleblower Edward Snowden läßt die Hosen runter: Quelle: Wikipedia/ Screenshot of the film Prism by Praxis Films/ Laura Poitras

Von: Gottfried Böhmer - NDR Presse Profil bei Google+

Nach sechs Monaten Vorbereitungszeit ist es NDR Autor Hubert Seipel gelungen, das weltweit erste Fernseh-Interview mit Edward Snowden nach dessen Flucht aus Hong Kong zu führen. Das Erste sendet eine 30-Minuten-Fassung am Sonntag, 26. Januar, um 23.00 Uhr.

Im Rahmen einer NDR-Dokumentation entstanden

Das längere Gespräch ist im Rahmen einer NDR Dokumentation entstanden, die das Erste im Frühjahr zeigen wird. Ab 21.45 Uhr wird sich am Sonntag auch die ARD-Talk-Sendung "Günther Jauch" mit dem Thema beschäftigen und erste Ausschnitte aus dem Exklusiv-Interview zeigen.

Edward Snowden ist die zentrale Figur des NSA-Skandals

Die Flucht des ehemaligen Geheimdienstmitarbeiters über Hong Kong nach Moskau hat zu diplomatischen Spannungen zwischen Russland und den USA geführt.

Das Treffen mit Snowden, der die allumfassenden Abhöraktivitäten des amerikanischen Geheimdienstes NSA enthüllte, fand in Moskau unter konspirativen Umständen statt. Seipel traf auf einen "besorgt, aber auch entspannt" wirkenden Edward Snowden, der derzeit in Russland vorübergehend Asyl erhalten hat.

In dem ausführlichen Interview, das derzeit für die Sendungen im Ersten geschnitten wird, beantwortet Edward Snowden neben aktuellen Themen zu den Folgen seiner Enthüllungen, die die Welt bis heute in Atem halten, auch Fragen zur Person und seinem Weg vom Wachmann bis zum wohl wichtigsten Whistleblower der Geschichte.

Bereits Ende Dezember vergangenen Jahres traf sich der preisgekrönte NDR Autor Hubert Seipel mit dem Whistleblower unter strikter Geheimhaltung, um die Dreharbeiten für eine NDR Dokumentation vorzubereiten.
"Snowden exklusiv - Das Interview" am 26. Januar 2014 um 23.00 Uhr im Ersten

Edwar Snowden - erschießen, hängen ohne Gerichtsverfahren und ein Giftanschlag

Erschießen, Hängen ohne Gerichtsverfahren und ein Giftanschlag auf den Straßen Moskaus - Das wollen die Mitarbeiter der NSA, also die Menschen, die angeblich für unsere Sicherheit arbeiten, gerne mit Edward Snowden tun:

"In einer Welt, in der ich nicht davon abgehalten würde, einen Amerikaner zu töten, würde ich ihn persönlich töten", sagte etwa ein NSA-Analyst. "Viele Leute empfinden das ähnlich."

Den Verräter Edward Snowden in den Kopf schießen

Ein Pentagon-Mitarbeiter sagte: "Ich würde ihm liebend gerne in den Kopf schießen. Es macht mir keinen Spaß, andere Menschen zu töten, wenn ich eine Uniform trage, aber er ist der größte Verräter der amerikanischen Geschichte."

Lauter fromme Wünsche: "Jeder, mit dem ich spreche sagt, dass er ein Gerichtsverfahren bekommen und dann gehängt werden soll. Vergesst das Gerichtsverfahren und hängt ihn einfach."

Mit Edward Snowden kurzen Prozess machen

Ein Geheimdienstler der US-Armee schätzte: "Ich denke, wenn wir die Chance hätten, würden wir es sehr schnell beenden." Weiter beschrieb er, wie das idealerweise aus seiner Sicht aussehen würde: "Er geht ganz gemütlich auf den Straßen von Moskau, hat gerade seine Einkäufe erledigt. Er geht zu seiner Wohnung und wird von einem Passanten angerempelt. Er denkt sich nichts dabei, fängt an, sich etwas schwindlig zu fühlen, und denkt, es sei ein Parasit aus dem Leitungswasser. Er geht nach Hause, ohne sich was zu denken, und dann stirbt er unter der Dusche."

Grabrede für einen Idealisten

Bevor man stirbt, hat man gelebt.
Der Mann nun, den man hier begräbt,
lebte höchst sonderbar.

Er litt aus Mitleid, wenn er litt,
und stritt für andre, wenn er stritt,
auf eigene Gefahr.

Und hatte, trauernde Gemeinde,
ganz einfach deshalb lauter Feinde,
weil er ein Freund der Menschen war.

Erich Kästner
Epigramme


Gottfried Böhmer, Christoph Mestmacher-Steiner und Patricia Schlesinger

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