29.04.2013 09:56 Der große wurf der Düsseldorfer

Düsseldorfer Meisterwerk - Niemals in der Geschichte nach dem 2 Weltkrieg hat es eine derartige innerstädtische Neuplanung gegeben

Dirk Elbers auf der neuen Kö Brücke

Oberbürgermeister Dirk Elbers auf der neuen Brücke, die künftig eine Verbindung zwischen Hofgarten und dem Kö-Bogen-Komplex schafft. Foto: Christoph Goettert, Düsseldorf.de

OB Elbers besichtigt die Baustelle

OB Elbers besichtigt die Baustelle, Foto: Christoph Goettert, Düsseldorf.de

OB Elbers vor dem Kö Tunnel

OB Elbers vor dem Kö Tunnel, Foto: Christoph Goettert, Düsseldorf.de

Noch ist die Wasserverbindung zum rund 130 Meter langen neuen Teil der Landskrone geschlossen.

Noch ist die Wasserverbindung zum rund 130 Meter langen neuen Teil der Landskrone geschlossen. Foto: Christoph Goettert, Düsseldorf.de

So Sieht das Meisterwerk aus.

So sieht das Meisterwerk am Ende aus. Credit: die developer, Cadman

Letzte Arbeiten am neuen Fußweg vom Hofgarten

Letzte Arbeiten am neuen Fußweg vom Hofgarten über die kleine Brücke, die die Landskrone überquert und eine Verbindung in Richtung Kö-Bogen schafft. Foto: Christoph Goettert, Düsseldorf.de

Schöne Aussichten für die Düsseldorfer

Schöne Aussichten für die Düsseldorfer, Credit: die developer, Cadman

Breuninger im Kö Bogen

Breuninger im Kö Bogen, Credit: die developer, Cadman

Der Kö Bogen von Oben

Der Kö Bogen von Oben, Credit: die developer, Cadman

Von der Kö in den Hofgarten

Von der Kö in den Hofgarten, Credit: die developer, Cadman

Der Kö Bogen bei Nacht

Der Kö Bogen bei Nacht, Credit: die developer, Cadman

So soll der Kö Bogen aussehen

Im Bereich des Kö-Bogens entstehen bis 2015 attraktive Plätze, grüne Flaniermeilen und neue architektonische Wahrzeichen. ©FSWLA Landschaftsarchitektur GmbH, Düsseldorf

Von: GFDK - Düsseldorf.de - 12 Bilder

Das Großprojekt Kö-Bogen schreitet voran. Nach den spektakulären Abbrucharbeiten des Tausendfüßlers wird weiter an den Verkehrsbauwerken und der Neugestaltung der Oberfläche gearbeitet. Bei einem Rundgang verschaffte sich Oberbürgermeister Dirk Elbers am Donnerstag, 25. April, einen aktuellen Eindruck vom Stand der Arbeiten.

Dabei bedankte sich der Oberbürgermeister zunächst bei allen die für die Verwirklichung dieses Großprojektes verantwortlich sind: "Ich verfolge wie viele Düsseldorfer die rasante Entwicklung rund um den Kö-Bogen und bin jedes Mal beeindruckt, wie professionell, präzise und reibungslos dieses Großprojekt umgesetzt wird." Aber auch den Bürgerinnen und Bürgern galt der besondere Dank des Oberbürgermeisters:

"Die Arbeiten im Herzen unserer Stadt sind insbesondere für die Autofahrer eine besondere Geduldsprobe. Die Düsseldorfer haben sich aber auf diese vorübergehende Verkehrssituation eingestellt. Ich danke allen für ihr großes Verständnis und hoffe, dass wir nach dem Abschluss aller Arbeiten mit der schön gestalteten Innenstadt und der modernen Verkehrsinfrastruktur diese Unannehmlichkeiten kompensieren können."

Der große Wurf der Düsseldorfer, ein Jahrhundertbauwerk

Mit Blick auf den Verlauf der weiteren Arbeiten sagte OB Elbers: "Der Tausendfüßler ist nun mehr Geschichte und die Planungen für den Kö-Bogen und das gesamte Umfeld gewinnen immer deutlichere Konturen. Das neu gestaltete Herz unserer Stadt lockt schon heute als eine spektakuläre Baustelle die Besucher zahlreich an und gibt schon jetzt einen guten Vorgeschmack auf die endgültige Gestaltung. Die bis an den Corneliusplatz verlängerte Landskrone ist fast fertig und wird Ende dieses Monats geflutet."

Der von der Hofgartenstraße zur Elberfelder Straße verlaufende Nord-West-Tunnel wurde bereits im Januar eröffnet, acht Monate vor dem geplanten Termin. Diese Zeitersparnis ermöglicht, die Arbeiten an der Oberfläche zur Landskrone bereits im Oktober 2013, zur Eröffnung der Libeskindbauten, abschließen zu können. Der restliche 1. Bauabschnitt wird in zwei weiteren Schritten in Betrieb genommen. Zunächst wird die Süd-West-Fahrtrichtung (zur Eröffnung des Libeskind-Gebäudes im Oktober 2013) in Betrieb genommen. Letzter Schritt ist dann die Inbetriebnahme der Süd-Nord-Richtung, voraussichtlich im April 2014.

Düsseldorfer Meisterwerk

Der Tunnelabschnitt für die Süd-West-Strecke führt von der Berliner Allee über den Süd-Nord-Tunnel und den Abzweig zum Nord-West-Tunnel in Richtung Elberfelder Straße. Eine besondere Herausforderung in diesem Abschnitt war die Überquerung des Bahnhofs Schadowstraße der Wehrhahn-Linie in Höhe der Schadowstraße. Dort waren umfangreiche Abstimmungen zwischen den beiden Großprojekten Kö-Bogen und Wehrhahn-Linie notwendig. Der Tunnelrohbau der Süd-West-Strecke ist bereits zu über 90 Prozent fertiggestellt. Dafür wurden rund 10.000 Kubikmeter Stahlbeton eingebaut. Es läuft der Rohbau für den Einfahrtsbereich, parallel erfolgt im Tunnel der Straßenausbau.

Der Süd-Nord-Tunnel wird 330 Meter lang. Die Einfahrtsrampe befindet sich in der Berliner Allee zwischen Immermann- und Schadowstraße und ist 80 Meter lang. Die Ausfahrtsrampe liegt in der Hofgartenstraße in Höhe des Theatermuseums und hat auch eine Länge von 80 Metern.

Düssel später in offener Lage

Der Baugrubenverbau für den nördlichen Teil des Süd-Nord-Tunnels, vom Abzweig bis zum Theatermuseum, ist komplett fertig. Dort wurde die Innere Nördliche Düssel in eine provisorische Leitung verlegt. Nach Fertigstellung der Tunnel wird die Düssel komplett offen über die Tunnelröhren geführt. Die Tunnelsohle liegt in einer Tiefe zwischen 7,50 bis 11 Meter. Damit der Verkehr durch das Baufeld geführt werden kann, werden etwa 70 Meter des Tunnels in der so genannten Deckelbauweise errichtet. Hiervon sind bereits 40 Meter des Deckels hergestellt.

Derzeit erfolgt unter diesem Deckel der Erdausbau. Das restliche Tunnelstück wird in offener Bauweise errichtet. Der Erdaushub in diesem Bereich ist abgeschlossen. Im Bereich der offenen Bauweise sind die Baugrubenwände nicht bis in eine wasserundurchlässige Schicht geführt worden. Dort wird unterhalb der Tunnelsohlen eine Unterwasserbetonsohle als Abdichtung gegen das Grundwasser eingebaut. Der Bereich der Rampe Hofgartenstraße ist zu 20 Prozent fertig gestellt.

Interimsstraße führt durch das Baufeld

Nach Abschluss der spektakulären Abbrucharbeiten am Tausendfüßler werden jetzt noch die Baustelle geräumt sowie einige Stützen einschließlich der Fundamente zurückgebaut. Nach Abschluss der Arbeiten beginnt der Bau einer Interimsstraße für den Individualverkehr, die durch das Baufeld führt. Ebenfalls wird die Gleistrasse für die Nord-Süd-Richtung auf der Hofgartenstraße und Berliner Allee zwischen Maximilian-Weyhe-Allee und Steinstraße wieder errichtet.

Die Straßenbahntrasse in Fahrtrichtung Süd-Nord kann wegen der beengten Platzverhältnisse nicht wieder hergestellt werden. Auch der Abzweig für den Individualverkehr von Norden kommend in die Immermannstraße muss während der Bauarbeiten entfallen. Parallel zum Abbruch der Hochstraße wurden bereits in der Berliner Allee in Fahrtrichtung Norden zwischen Marien- und Immermannstraße Kanalarbeiten durchgeführt.

Mit der Fertigstellung des Nord-West-Tunnels und den vorangeschrittenen Arbeiten am Libeskindbau können die Oberfläche zwischen der Achse Kö-West, ehemaliger Hochstraße und Jan-Wellem-Platz sowie der Schadowplatz neu gestaltet werden. Hierzu gehört unter anderem die Erweiterung der Landskrone. Den Gewässerabschluss an der Elberfelder Straße bildet der so genannte Stadtbalkon. Die Landskrone ist im neu errichteten Bereich zwei Meter tief und hat ein Wasservolumen von 2.000 Kubikmetern.

Vorlaufend musste ein querender Kanal 30 Meter westlich der neuen Landskronenbrücke verkleinert werden, da die Kanaldecke zu hoch lag. Die Arbeiten wurden im Dezember 2012 fristgerecht abgeschlossen, so dass die Arbeiten an der Landskrone Anfang Januar dieses Jahres beginnen konnten.

1.350 Quadratmeter Rollrasen verlegt

Die Arbeiten an der Landskrone sind fast vollständig abgeschlossen. Es wurden rund 8.300 Kubikmeter Boden ausgehoben. Für die Herstellung der Landskrone wurden 600 Tonnen Kies und 800 Tonnen Sand verbaut und zusätzlich auf einer Fläche von 2.800 Quadratmetern eine Betonitabdichtung eingebaut. Entlang der Böschung zum Libeskindbau wurden 58 Fertigteile mit einer Länge von jeweils vier Metern als Randeinfassung eingebaut.

Auf dem Böschungsbereich wurden 1.350 Quadratmeter Rollrasen verlegt und fünf Ahornbäume gepflanzt. Derzeit wird der neue Fußweg entlang der Landskrone angelegt. Parallel zu diesen Arbeiten wird die Oberfläche zwischen dem Steigenberger Parkhotel und der Landskrone wieder hergestellt. Die Arbeiten werden in fünf Abschnitten unter Berücksichtigung der Andienung des Steigenberger Parkhotels vorgenommen. Bis Ende April wird zunächst der südliche Vorplatz fertig gestellt.

Anschließend werden die Arbeiten am nördlichen Vorplatz fortgesetzt. Danach wird der neue Fußweg entlang der Landskrone in diesem Bereich gebaut. Die Arbeiten werden voraussichtlich im Juni abgeschlossen. Im gesamten Bereich werden 890 Quadratmeter Pflaster verlegt.

Im Umfeld des Libeskindbaues wird die Oberfläche ebenfalls abschnittsweise hergestellt. Zunächst wird die Treppenanlage zwischen der unteren und oberen Promenade errichtet. Die Stufenanlage umfasst drei Stufen mit einer Stufenlänge von 232 Metern. Daran schließt sich abschnittsweise die Pflasterung der Flächen rund um den Libeskindbau an. Die Gesamtfläche beträgt rund 6.680 Quadratmeter, wovon 3.630 Quadratmeter mit Betonpflaster und 3.050 Quadratmeter mit Natursteinpflaster versehen werden. Die Arbeiten dauern bis Oktober dieses Jahres.

Gleichzeitig wird der Schadowplatz neu gestaltet. Vorlaufend wurde der unterirdische Verkehrsrechner abgebrochen, so dass jetzt die Oberflächenarbeiten erfolgen können. Derzeit werden Leitungen in Abstimmung mit der neuen Platzgestaltung verlegt. Ab Mitte Mai beginnen die Pflasterarbeiten unter Berücksichtigung der Feuerwehrbewegungszonen. Zunächst wird die Ostseite dann die Westseite hergestellt. Insgesamt wird auf einer Fläche von 2.500 Quadratmetern neues Pflaster verlegt.

Hintergrund

Der 1. Bauabschnitt der Verkehrsführung "Kö-Bogen" besteht im Wesentlichen aus zwei Tunnelröhren, die über Rampen an die Oberfläche geführt werden.

Der aus Richtung Norden kommende Verkehr in Richtung Heinrich-Heine-Allee wird über die Hofgartenstraße durch den Nord-West-Tunnel geführt und gelangt über eine Rampe in der Elberfelder Straße an die Oberfläche. Für den Verkehr in Süd-Nord-Richtung verläuft ein zweiter Tunnel über die Rampe an der Berliner Allee (Höhe Einmündung Immermannstraße).

Der Tunnel endet mit einer Ausfahrtsrampe in Höhe des Theatermuseums. Neben der Einfahrtsrampe am Ende der Berliner Allee verbleibt eine Fahrspur, über welche die Schadowstraße erreicht wird. Der Verkehr, der von der Berliner Allee in Richtung Heinrich-Heine-Allee fließt, wird über einen unterirdischen Abzweig aus dem Süd-Nord-Tunnel in den Nord-West-Tunnel geführt.

Der 2. Bauabschnitt der "Kö-Bogen" Tunnel ersetzt die frühere Verkehrsführung über den Tausendfüßler durch einen Tunnel. Er verläuft von der Hofgartenstraße mit der Einfahrtsrampe in Höhe des Theatermuseums in die Berliner Allee und Immermannstraße mit den jeweiligen Ausfahrtsrampen in Höhe der Johanniskirche beziehungsweise Kreuzstraße in etwa auf der Trasse der ehemaligen Hochstraße.

WWW.duesseldorf.de