16.03.2012 07:21 am Sonntag, 18. März, um 14.05 Uhr

Die Teilnehmer des Weltwirtschaftsgipfels sind eingeschneit - Urs Widmer: „Das Ende vom Geld – Ein Todesexperiment“ Satire als Hörspiel in hr2-kultur

Der Schweizer Schriftsteller Urs Widmer - Foto: hr/Sascha Rheker

Von: Hanni Warnke

Die Verhandlungen sind abgeschlossen, die Taxen, Hubschrauber und Flugzeuge warten, als das Funknetz zusammenbricht, die Akkus sich leeren und die Chauffeure ausbleiben. Die Teilnehmer des Weltwirtschaftsgipfels sind eingeschneit, und ein Kapital von 812 Milliarden Euro liegt plötzlich auf Eis.

Urs Widmers bissige Satire über die Wirtschaftselite führt in den Schweizer Nobel-Ort Davos, Schauplatz des jährlichen Weltwirtschaftsgipfels. hr2-kultur sendet „Das Ende vom Geld“ am Sonntag, 18. März, um 14.05 Uhr als Ursendung. Sprecher sind, neben Urs Widmer als Erzähler, unter anderem Christian Redl (Banker), Judith Rosmair (Geliebte des Bankers) und Constanze Becker (NGO-Delegierte). Regie führte Ulrich Lampen. Verantwortliche Dramaturgin bei hr2-kultur ist Ursula Ruppel.

In Davos tauscht man sich aus, in den Stunden des erst genervten, dann bangen Wartens. Über Hedgefonds, Headquarters und Handelsbeziehungen, über Steuersätze und Steuersünder-CDs. Wer ist der Agilste auf dem Markt, wer pokert am höchsten?

Im absurden Wettstreit geraten die Eingeschneiten immer tiefer in einen Strudel aus Rechtfertigungen und Selbstbezichtigungen. Ekstatisch, aber zugleich betäubt fiebern sie der drohenden finanziellen Apokalypse entgegen.

Urs Widmer, geboren 1938 in Basel, war bis 1968 Lektor beim Suhrkamp Verlag. Seitdem arbeitet er als freier Schriftsteller und Dramatiker. Seine Hörspiele wurden unter anderem mit dem Karl-Sczuka-Preis (1974) und dem Hörspielpreis der Kriegsblinden (1976) ausgezeichnet.

Hanni Warnke

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