27.06.2013 08:59 Finanzierung kunsthistorischer Recherchen

Die Kulturstiftung des Bundes unterstützt das Haus der Kunst mit 500.000 € Fördergeld für ihr "Postwar"-Projekt

Okwui Enwezor, Direktor Haus der Kunst

Okwui Enwezor, Direktor Haus der Kunst: "Das 'Postwar'-Projekt ist revisionistische Kunstgeschichte im besten Sinne des Wortes: Es ist eine Neubetrachtung und Dramatisierung der gewaltigen Kräfte der Kunst, betrachtet durch die Linse zeitgenössischer Forschung. Foto: Andreas Gebert

Haus der Kunst Fassade

Haus der Kunst Fassade, Foto: Marino Solokhov

Von: GFDK - Elena Heitsch

Die Kulturstiftung des Bundes hat heute bekannt gegeben, dass sie das Ausstellungsprojekt "Postwar - Art between the Pacific and the Atlantic, 1945-1965" im Haus der Kunst mit einer Fördersumme von 500.000 Euro unterstützen wird. Diese Zuwendung ist die bislang höchste, die dem Museum von der Kulturstiftung des Bundes bewilligt wurde. Sie trägt zur Finanzierung umfassender kunsthistorischer Recherchen am Haus der Kunst bei, die in einer für Herbst 2015 geplanten Ausstellung gipfeln werden. "Wir freuen uns ungemein über diese großzügige finanzielle Hilfe und danken dem Vorstand der Kulturstiftung des Bundes für die Unterstützung dieses ehrgeizigen Projekts", kommentierte Okwui Enwezor, Direktor des Haus der Kunst.

Kulturförderung in Deutschland

Nachkriegszeit, Post-Kolonialismus und Post-Kommunismus beschreiben die ideologischen Bedingungen, unter denen sich die Welt seit 1945 entwickelt hat. Diese drei Themen bilden die Eckpfeiler für ein dreiteiliges, langfristiges Forschungs- und Ausstellungsprojekt, das das Haus der Kunst mit internationalen Partnern im Laufe von acht Jahren entwickeln wird. Das Projekt zielt darauf ab, renommierte Wissenschaftler und den Forschungsnachwuchs - Historiker, Künstler, Kuratoren und Theoretiker sowie Studenten - zusammenzubringen, um die künstlerischen Kräfte und das kulturelle Erbe zu untersuchen, welche die Kunstproduktion seit 1945 geprägt haben.

Die erste Phase des Projekts "Postwar - Art between the Pacific and the Atlantic, 1945-1965" ist als Tiefenanalyse der Nachkriegszeit konzipiert. Der europäische Fokus wird hierbei in Richtung einer vielstimmigen, perspektivreichen Betrachtungsweise der Kunst nach 1945 verlagert. "Postwar - Art between the Pacific and the Atlantic, 1945-1965" will die komplexen künstlerischen Positionen herausarbeiten und darstellen, die sich nach den Verwüstungen des Zweiten Weltkriegs überall auf der Welt herausgebildet haben. Anhand der Beziehungen zwischen Kunstwerken und Künstlern, entstanden und interpretiert vor dem Hintergrund eines internationalen, regionalen und lokalen Kontexts, werden das Forschungsprojekt und die Ausstellung die künstlerischen Entwicklungen in den ersten zwanzig Nachkriegsjahren rekonstruieren. Dabei folgt die Untersuchung dem geografischen Verlauf der beiden Ozeane: durch Europa, den Raum Asien/Pazifik, Afrika, die Mittelmeerregion, Nordamerika und Südamerika. "Postwar - Art between the Pacific and the Atlantic, 1945-1965" umspannt Kontinente, politische und wirtschaftliche Strukturen sowie institutionelle Rahmenbedingungen.

Okwui Enwezor: "Das 'Postwar'-Projekt ist revisionistische Kunstgeschichte im besten Sinne des Wortes: Es ist eine Neubetrachtung und Dramatisierung der gewaltigen Kräfte der Kunst, betrachtet durch die Linse zeitgenössischer Forschung. Ziel ist die Verschmelzung verschiedener Wissensformen in Seminaren, Kolloquien, Konferenzen, Veröffentlichungen und Ausstellungen."

Das Haus der Kunst wird Ausstellung und Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem Centre Pompidou, Paris, und Tate Modern, London, erarbeiten.

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