17.09.2011 07:20 für die kulturellen Angelegenheiten

Die Bevollmächtigte der Bundesrepublik Deutschland - Kulturbevollmächtigte MP Kramp-Karrenbauer stellt Arbeitsprogramm vor

Annegret Kramp-Karrenbauer - (C)Wikipedia

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Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer will  in ihrer Amtszeit als  Bevollmächtigte der Bundesrepublik Deutschland für die kulturellen Angelegenheiten  die Aufgeschlossenheit und das Verständnis gegenüber dem jeweiligen Partner fördern sowie das Interesse an der Kultur des Nachbarn noch weiter ausbauen.  

3 konkrete Ziele möchte sie damit verwirklichen:

- zur wechselseitigen Verbesserung der Sprachkenntnisse und des Wissens über die Kultur des Partnerlandes beitragen

- die Mobilität der Menschen zwischen Deutschland und Frankreich intensivieren

- und die vorhandenen Beziehungen, Institutionen und Kompetenzen noch besser miteinander vernetzen.

Bevollmächtigte Annegret Kramp-Karrenbauer:

„Adenauer und de Gaulle wussten, dass die Begegnung der Menschen über die Grenzen hinweg die Voraussetzung für den Frieden und die Aussöhnung in Europa ist. Ein unverstellter  Zugang zur Wirklichkeit des Partnerlandes und seiner Kultur aber ist nur über die Sprache möglich. Es gilt daher früh anzufangen mit dem Erlernen der Partnersprache. Das Saarland hat auf diesem Feld wichtige Pionierarbeit geleistet“.

Mittlerweile arbeiten im Saarland über  180 Kindergärten und Krippen mit muttersprachlichem Personal aus Frankreich, sodass die saarländischen Kinder schon in frühem Alter in Kontakt mit der französischen Sprache kommen. Aber auch an den Grundschulen ist es gelungen für einen qualifizierten  Französischunterricht zu sorgen.

In diesem Jahr haben 2000 Schüler am Ende der 4. Klasse erfolgreich eine erste Prüfung  vor einem französischen muttersprachlichen Lehrer abgelegt und werden dafür mit einem international  anerkannten Sprachzertifikat, dem DELF PRIM ausgezeichnet. Das sind  ein Viertel aller saarländischen Viertklässler.

Die Bevollmächtigte wird sich dafür einsetzen, dass dieses Zertifikat  für jüngere Schüler auch in anderen Bundesländern erfolgreich eingesetzt wird.  Gleichzeitig schlägt sie vor, dass in Frankreich ein ähnliches Zertifikat für Schüler entwickelt wird, die bereits in der Ecole primaire Deutsch lernen.

Einen besonderen Schwerpunkt ihrer Arbeit in den kommenden Jahren möchte Kramp-Karrenbauer auf die berufliche Bildung legen. „Während mehr als 100 Gymnasien in Deutschland und Frankreich mittlerweile  das binationale Abitur „Abi-Bac“ anbieten,  gibt es im Bereich der beruflichen Bildung keine einzige deutsch-französische berufliche Schule“, beklagt die Kulturbevollmächtigte. Auch wenn  auf diesem Feld die Systeme sehr unterschiedlich und damit Erfolge nicht kurzfristig realisierbar seien, werde sie bei den französischen Partnern für diese Idee werben  und die Möglichkeit  eines binationalen beruflichen Abschluss für deutsche und französische Auszubildende in ausgewählten Branchen prüfen.

Im Bereich der deutsch-französischen Hochschule werde sie sich für einen weiteren Ausbau einsetzen, damit mehr Studenten, junge Forscher und Doktoranten  an diesen bi- und trilateralen Programmen teilnehmen können.

Bestehende Städtepartnerschaften sollen nach Meinung der  Bevollmächtigten gezielt für die ältere Generation ausgebaut werden. Deshalb schlägt sie die Gründung einer binationalen Seniorenagentur vor, die nach dem Modell des Deutsch-Französischen Jugendwerks  spezifische für ältere Menschen entwickelte  Austauschprogramme entwickeln soll.

Neue Akzente will Annegret Kramp-Karrenbauer auch  in der kulturellen Zusammenarbeit setzen. Mit einem mobilen Kulturangebot „30 Tonnen Kultur – trente tonne de culture“ möchte sie die Kultur des eigenen Landes zur Kultur ins Partnerland  bringen. Entlang einer Route ausgewählter kultureller Schauplätze könnte ein mobiler  Bühnenwagen  an vielen Orten Halt machen, um so die größtmögliche Aufmerksamkeit für die Kultur des Partnerlandes zu erreichen.

Im Rahmen des 50jährigen Bestehens des Elysee-Vertrages 2013 wolle sie als Bevollmächtigte  einen eigenen kulturellen  Beitrag zum Jubiläumsjahr leisten, erklärte Frau Kramp-Karrenbauer.

„Ich habe die Künstlergruppe „Die Redner“ gebeten, die Rede de Gaulles an die deutsche Jugend  in Form einer Multimedia-Performance in Bild, Sprache und Musik in die Gegenwart und in die Zukunft zu transferieren.

Diese Darstellung wird selbstverständlich zweisprachig angelegt sein, sodass sie bei vielen Gelegenheiten während des Jubiläumsjahrs in Deutschland und Frankreich gesehen werden kann.“

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