30.07.2011 07:08 Wachstum im Zuschauermarkt

Das Zuschauerwachstum in Europa ist ungebrochen - Digitalisierung und Programme treiben Fernsehkonsum

© IP Deutschland

Von: Eva Korthals

IP Network publiziert 18. "Television - International Key Facts"

Köln (ots) - Das Zuschauerwachstum in Europa ist ungebrochen, dank Digitalisierung, neuen Technologien und Fernsehinhalten. Mit der aktuellen Ausgabe der Studie "Television 2011 - International Key Facts" hat IP Network, die internationale Vermarktungstochter der RTL Group, Zuschauerzahlen und Fernsehtrends des Vorjahres veröffentlicht.

Im europäischen Zuschauer- und Werbemarkt 2010 behauptet sich das Fernsehen mit 6 Minuten mehr Fernsehzeit und mehr Werbeausgaben auf dem ersten Platz.

Wachstum im Zuschauermarkt

Mit durchschnittlich 6 zusätzlichen Fernsehminuten erreichen die europäischen Fernsehzuschauer einen Rekordwert von 226 Minuten. Die tägliche Sehdauer ist innerhalb eines Jahres in 27 von 35 europäischen Ländern gestiegen, darunter Großbritannien mit 17 Minuten auf 242 Minuten, Deutschland mit 11 Minuten auf 223 Minuten und Frankreich mit 7 Minuten auf 212 Minuten.

Die Serben sind im dritten Jahr weltweiter Spitzenreiter mit 316 täglichen Fernsehminuten. Die USA (283 Minuten) schaffen es erstmals nicht auf das Siegertreppchen und landen hinter Mazedonien (293 Minuten) und Ungarn (284 Minuten) auf dem vierten Platz.

Parallel zur Sehdauer erhöhen sich in Westeuropa die TV-Werbeausgaben um 7,6 Prozent, bei allen Medien steigen sie im Durchschnitt um 4,1 Prozent. Damit ist das Fernsehen sowohl für Zuschauer als auch Werbungtreibende das wichtigste Medium1.

Technologie und Fernsehinhalte als Treiber

Der Übergang zum digitalen Zeitalter ist in Europa fast geschafft: 72 Prozent der Europäer sehen schon - unabhängig vom Empfangsweg - digitale Fernsehbilder. Nachdem die Niederlande, Spanien, Finnland und Schweden das analog-terrestrische Signal bereits abgeschaltet haben, steht die Umstellung jetzt in Frankreich und 2012 in Deutschland, Großbritannien und Italien unmittelbar bevor.

Die Digitalisierung beschert den europäischen TV-Haushalten neue Geräte sowie schnelleren und besseren Empfang: Bereits die Hälfte besitzt inzwischen einen Flachbildschirm, fast 40 Prozent verfügen über HDTV. Via Breitbandverbindungen können knapp 50 Prozent der Haushalte die schöne neue Medienwelt mit Diensten wie Catch-Up-, On-Demand-TV und IPTV genießen.

Der Empfang weiterer Sender, die höhere Bildqualität und die Nutzung außer Haus, zeitversetzt oder über andere Plattformen lassen die Sehdauer in allen Altersgruppen steigen.

Ob live oder zeitversetzt, auf dem klassischen Fernsehbildschirm, den mobilen Geräten oder im Internet - Programme sind die eigentlichen Treiber der wachsenden Zuschauerzahlen. Keine Überraschung also, dass im Sportjahr 2010 Live-Übertragungen und Sport die Top 20 der meistgesehenen Sendungen weltweit dominieren.

Das Endspiel der FIFA Fussball-WM 2010 zwischen Spanien und Holland brach mit 12,7 Millionen Spaniern (78,1% MA auf Antena 3) und 8,5 Millionen Holländern (90,1% MA auf Nederland 1) vor den Bildschirmen alle Zuschauerrekorde in beiden Ländern.

Weltweit war der "Super Bowl" am 7. Februar 2010 mit 107 Millionen Zuschauern (69,5% MA auf CBS) das Programm mit der größten Reichweite. 2010 sind erstmals Unterhaltungsformate, allen voran Casting-Shows, erfolgreicher als die globalen Dauerbrenner US-Serien.

Die länderspezifischen Adaptionen von "Got Talent" ("Das Supertalent"), "Strictly Come Dancing" ("Let's Dance"), "Idols" ("Deutschland sucht den Superstar") oder "X-Factor" ziehen immer mehr Fans auf der ganzen Welt vor den Fernseher oder ins Internet.

Der weltweit erfolgreichste Exportschlager - die seit 2007 von FremantleMedia produzierte Casting-Show "Got Talent" - läuft inzwischen in 27 Ländern und übertrifft sich selbst mit jeder neuen Staffel.

Die Hitliste der beliebtesten Serien führen 2010 "The Mentalist", "Desperate Housewives", und "Grey's Anatomy" an. Auf europäischen RTL-Sendern sind derzeit 7 der 10 erfolgreichsten Serien zu sehen: "Desperate Housewives", "Grey's Anatomy", "Navy CIS", "Lie to me", "CSI:Miami", "House M.D." und "CSI".

Die Cineasten ließen sich 2010 vom dritten Teil des Piratenspektakels "Fluch der Karibik", der Musicalverfilmung "Mamma Mia!", dem vierten "Indiana Jones"-Abenteuer und dem französischen Überraschungserfolg "Willkommen bei den Sch'tis" vor die Bildschirme locken.

Messung von Fernsehinhalten

Fernsehen ist und bleibt das Medium mit der genauesten Leistungsforschung. Die Weiterentwicklung der Messsysteme zur Erfassung neuer Formen der Fernsehnutzung ist weiterhin eine Herausforderung. Die zeitversetzte Nutzung wird 2010 in 15 europäischen Ländern, darunter Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Schweden und Holland, erhoben.

Eine Analyse dieser Daten belegt, dass Serien, vor allem Sitcoms, aufgezeichnet und inklusive der Werbeblöcke in den ersten 24 Stunden nach der Erstausstrahlung angeschaut werden. Die ersten Messungen und Auswertungen des zeitversetzten Fernsehens mit digitalen Videorekordern tragen zum Wachstum der Sehdauer bei.

Durch eine Verbesserung der Messsysteme und zusätzliche Berücksichtigung der Fernsehinhalte im Internet, auf Catch-Up-Plattformen oder als On-Demand-TV, ist in Zukunft mit weiter steigenden Zuschauerzahlen und einer zunehmenden Sehdauer zu rechnen.

Ausblick

In den nächsten Jahren wird ein Fokus auf den Änderungen im Fernsehverhalten durch neue TV-Nutzungsformen liegen. So ist schon heute eine steigende Tendenz zum Medien-Multitasking, also der Parallelnutzung von Medien, zu erkennen.

Das Fernsehen fungiert hier sozusagen als "Hauptmedium" und wird mit Internet oder Handy kombiniert. Dazu passt, dass Fernsehinhalte im Internet - in Foren, bei Facebook und Co. - gerade für Jüngere einen der größten Kommunikationsfaktoren darstellen.

1 Quelle: Eurodata TV/Médiamétrie; Screen Digest; Lokale Institute Die Werte basieren auf dem jeweiligen Gesamtpublikum des Landes.

Publikationsreihe Television Key Facts

Die jährliche Reihe "Television - International Key Facts" wird seit 18 Jahren von IP Network herausgegeben. Die Studie analysiert Zuschauerzahlen und Fernsehtrends des Vorjahres sowie über 900 Fernsehprogramme in 35 europäischen Ländern, den USA und Japan.

In diesem Jahr wurden die Daten erstmals fast vollständig über Eurodata TV, eine Tochter der Médiamétrie, bezogen. Auch neu ist die Unterteilung in eine deutlich schlankere Broschüre mit Artikeln und Analysen und eine CD-Rom mit Zahlen und Tabellen zu TV-Nutzung, Ausstattung, Verbreitung, Senderlandschaft und Werbemarkt.

Bildmaterial zu den Key Facts finden Sie unter www.ip-deutschland.de/pressedownloads .

Weitere Informationen zur Studie finden Sie unter www.ip-network.com/tvkeyfacts . Der Studienband kann direkt bei waltraut.scherbaum@remove-this.ip-deutschland.de bestellt werden, buchende Kunden erhalten die "Television - International Key Facts" kostenlos.

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