25.03.2012 07:45 Kommentar von Martina Schürmann:

Chance zur Versöhnung: Die Kunstgeschichte ist voll von Raubzügen und Rückgabeforderungen

Quelle: Wikipedia, Foto: Philip Pikart

Von: Martina Schürmann/ Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Essen (ots) - Die Kunstgeschichte ist voll von Raubzügen und Rückgabeforderungen. Und nicht nur der ägyptische Altertumshüter Zahi Hawas hat uns mit Rückruf-Aktionen der Nofretete oft daran erinnert, dass man über Eigentumsfragen zumindest streiten kann. Gerade die barbarischen Taten des NS- Regimes haben unglaubliches Unrecht geschaffen, bei enteigneten jüdischen Sammlern, aber auch in deutschen Museen.

Das Essener Folkwang hat zuletzt mit seiner Ausstellung "Das schönste Museum der Welt" gezeigt, was durch die Willkür der Nazis als vermeintlich "entartete" Kunst verloren ging. Dass der Bundesgerichtshof das Deutsche Historische Museum nun zur Rückgabe einer der bedeutendsten Plakatsammlungen verurteilt hat, die die Nazis 1938 einem jüdischen Arzt abgenommen haben, entspricht den seit Jahren gültigen Grundsätzen der "Washingtoner Erklärung" zur Rückgabe von Raubkunst.

Zugleich möchte man auf ein Zeichen der Versöhnung hoffen. Wo dieses Zeichen sichtbar wird, darüber müsste Einvernehmen unter den Kunstfreunden, den Enkeln der Täter wie der Opfer, herrschen: Im Museum als Ort der zutiefst demokratischen Kunsterfahrung.

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Bild: Fotografie der Büste der Nofretete im Neuen Museum, Berlin, Quelle: Wikipedia, Foto: Philip Pikart