08.11.2018 07:15 Tierquäler in der Große Koalition

Bundes-Tierquälerei - betäubungslose Ferkelkastration

Man schneidet oder reißt den Ferkeln die Hoden vom Leib. Ferkel werden in ihren ersten Lebenstagen kastriert

Man schneidet oder reißt den Ferkeln die Hoden vom Leib. Ferkel werden in ihren ersten Lebenstagen kastriert. Foto: © VIER PFOTEN | Daniela Klemencic

Von: GFDK - Medien

Tierquäler in der Große Koalition - Das Bündnis für Tierschutzpolitik* und der Deutsche Tierschutzbund fordern in einer öffentlichen Stellungnahme das fristgerechte Ende der betäubungslosen Ferkelkastration, wie gesetzlich beschlossen, zum 1. Januar 2019.

Im Frühjahr 2019 sollte Schluss sein mit dem Kastrieren männlicher Ferkel ohne Betäubung. Doch wieder zeigt sich die GroKo wenig reformfreudig und entscheidet: zwei Jahre „Weiter so“. Ein Experte sagt im Interview, auf "WELT-Online" wie qualvoll das für die Tiere ist.

Das Interview sollte man bitte lesen.

Angst, Stress und Klage der kleinen Tiere

Der Wiener Professor, und Experte, Johannes Baumgartner sagt dazu " Schweinerei"

Die Verbände halten es aus rechtlicher, wissenschaftlicher und ethischer Sicht für unhaltbar, männlichen Ferkeln weiterhin ohne Betäubung die Hoden zu entfernen. Mit dem im Grundgesetz verankerten Staatsziel Tierschutz ist die schmerzhafte Amputation nicht vereinbar, zumal es ausreichend Alternativen gibt.

Man schneidet oder reißt den Ferkeln die Hoden vom Leib

Nach Ansicht der Tierschutzorganisationen ist eine Verlängerung der bis Jahresende geltenden Ausnahmeregelung verfassungswidrig. Dabei verweisen sie auf die Positionen mehrerer renommierter Rechtsgutachter.

Denn zur Kastration ohne Betäubung stehen bereits praxisreife Alternativen zur Verfügung: die Jungebermast, die Impfung gegen den Ebergeruch (Immunokastration) sowie eine Kastration bei vollständiger Schmerzausschaltung unter Narkose.

Rüdiger Jürgensen, Geschäftsführer VIER PFOTEN Deutschland:

»Eine Fristverlängerung ist illegal. Wir haben ein Tierschutzgesetz, das auf einem gesellschaftlichen Konsens beruht und eingehalten werden muss. Die vergangenen Jahre wurden nicht genutzt, die vorhandenen Alternativen in den Betrieben flächendeckend umzusetzen.

Der Aufschub dient der Bundesregierung vor allem dazu, der Kastration unter Lokalanästhesie den Weg zu ebnen. Diese bisher noch nicht zugelassene Methode wäre für die ferkelproduzierenden Betriebe mit dem geringsten Aufwand verbunden, ginge aber ebenfalls erheblich zu Lasten der Tiere

Die Kastration unter Lokalanästhesie ist keine Alternative

Die Tierschutzorganisationen sprechen sich deutlich gegen die Ferkelkastration unter Lokalanästhesie durch die Tierhalter (»4. Weg«) aus und teilen damit die Position etlicher Verbände aus der Tierärzteschaft.

Sie lehnen die von Bundeslandwirtschaftsministerium und Fleischindustrie fokussierte Maßnahme aus Tierschutzgründen ab: Es erfolgen bis zu vier äußerst schmerzhafte Injektionen in Hoden und Samenstrang.

Die Tierärzteschaft und die Tierschutzorganisationen bezweifeln zudem, dass Tierhalter diese Methode korrekt durchführen. Darüber hinaus kritisieren sie an der Lokalanästhesie, dass sie den Schmerz bei der Hodenentfernung nicht ausreichend ausschaltet.

Seit der Änderung des Tierschutzgesetzes von 2013 bestand für die betäubungslose Ferkelkastration eine Übergangsfrist von fünf Jahren. Die Große Koalition will nun das damals beschlossene Verbot um zwei Jahre verschieben und dazu in Kürze einen Gesetzentwurf im Bundestag vorlegen.

Nach Beratungen im Parlament und den Fachausschüssen könnte der Bundestag schon im November über eine entsprechende Änderung des Tierschutzgesetzes abstimmen.