16.06.2018 13:26 Götze liefert weiter Schlagzeilen

„Being Mario Götze“ – der Wunsch nach Seelenfrieden

Mario Goetze liefert viel Schlagzeilen. Eine TV Doku und nun auch noch eine abgesagte Hochzeit

Mario Götze liefert viel Schlagzeilen. Eine TV Doku und nun auch noch eine abgesagte Hochzeit. Foto: screenshot

Von: GFDK - Medien

In den letzten Tagen wurde die Dokumentation „Being Mario Götze“ beim Streaming-Anbieter DAZN ausgestrahlt.

Mario Götze ist ein deutscher Fußballspieler. Er gewann mit Borussia Dortmund zweimal die deutsche Meisterschaft. Mit Bayern München holte er dreimal den Meister-Titel. Den DFB Pokal sicherte er sich, einmal mit Borussia Dortmund und zweimal mit Bayern München.

Im Finale der Fußball Weltmeisterschaft 2014 gegen Argentinien erzielte er den Siegestreffer zum 1:0 Sieg der deutschen Nationalmanschaft. Ob sich Mario Götze ausserhalb des Spielfeldes auch für weitere Spiele, zum Beispiel im Casino interessiert, wo er auch einen Bonus erhalten hätte, ist nicht überliefert. Aber es ist allgemein bekannt, dass Fußballspieler den Bonus lieben.

Aber Götze liefert weiter Schlagzeilen. Die neuste: Mario Götze und Ann-Kathrin Brömmel sagen Hochzeit ab.

Mario Götze und der Befreiungsschlag

Bevor überhaupt alle vier Teile der Dokumentation verfügbar gewesen sind, dominierten bereits Schlagzeilen wie „Guardiola trieb das Jahrhunderttalent in die Krankheit“ oder auch „BVB Star rechnet knallhart mit Peter Stöger [...] ab“.

Nicolas Fink, Experte für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit im Sport an der SRH Fernhochschule – The Mobile University und Geschäftsführer des BASF Tennisclub e.V., sieht allerdings eine andere Aussage hinter der Dokumentation.

Vieles deutet zu Beginn daraufhin, dass Mario Götze die Dokumentation nutzt, um als erster einen neuen Weg in der Zusammenführung von Public Relations und Markenmanagement zu gehen, indem er eine sehr private, mehrteilige Videodokumentation produzieren lässt.

„Man erkennt, dass dies keine Abrechnung, ein Hilferuf oder gar eine reine Aktion zur Markenbildung ist, sondern vielmehr ein Weg, um mit der Öffentlichkeit reinen Tisch zu machen.

Mario Götze will der Öffentlichkeit zeigen, dass er sich entwickelt hat, für neue Aufgaben sowie Herausforderungen bereit ist und sich nicht nur auf das WM-Tor 2014 reduzieren lassen möchte“, erklärt Fink.

„Im Bereich der Testimonialvermarktung – sprich eine berühmte Person verbürgt sich mit seinen Leistungen und seinem Namen gegenüber Produkten oder Dienstleistungen – ist die Marken- bzw. Imagebildung einer Person eine notwendige Voraussetzung.

In diesem Fall versucht ein Unternehmen die positiven Assoziationen des Sportlers zu nutzen und auf die Produkte des Unternehmens zu übertragen.

Man könnte also davon ausgehen, dass der ausschließliche Grund der Dokumentation die Schärfung des Images und des Profils des Fußballers ist, um die zukünftige Vermarktung anzukurbeln, insbesondere nach der vergangenen sportlichen Talfahrt und der langen Krankheit von Mario Götze“, so der Medienexperte.

Doch das Ziel der Dokumentation scheint ein anderes zu sein: Mario Götze spricht in diesem Fall von einem Lernprozess, aber auch von einer Karriere im Zeitraffer.

Dies wird unter anderem im ersten Teil der Dokumentation deutlich, indem er von den Momenten der Emotionen spricht, die direkt nach einem Tor aus einem heraus „platzen“, aber nach dem Spiel in der Pressezone nicht in diesem Maße wieder hervorgerufen werden können.

„Es zeigt den Zwiespalt der Karriere des Mario Götze zwischen sportlichem Erfolg und übermäßigem Medienrummel mit dem Drang zur Skandalisierung. Insbesondere die Abrechnung mit Peter Stöger zeigt die Entwicklung, die Mario Götze in den letzten Jahren durchgemacht hat.

Sein Frust bezieht sich weniger auf die Kritik von Stöger, sondern vielmehr auf Art und Weise der Kommunikation der Kritik – nämlich über die Presse und Öffentlichkeit“, führt Fink weiter aus.

Fink kommt zu dem Ergebnis, dass der oft missverstandene Profifußballer Götze die Dokumentation nutzt, um seine Erlebnisse zu teilen, sein Verhalten zu erklären und um seinen Frieden zu finden. „Sein Lernprozess wird durch die Aufarbeitung der Geschehnisse mit Hilfe der Dokumentation deutlich.

Der sportliche Wechsel zu Borussia Dortmund sollte ein sportlicher Neustart werden; die Dokumentation ist ein Neustart mit den Medien und der Öffentlichkeit. Gerade auch weil es Mario selbst ist, der spricht und sich fernab von Interviews und Pressekonferenzen zeigt.

In der nahen Vergangenheit konnten wir die erreichte Reife des Mario Götze bereits unmittelbar erleben. Nach der Nicht-Nominierung zum WM-Kader verspricht er Besserung und an seinem sportlichen Comeback zu arbeiten, während im krassen Gegensatz Sandro Wagner seinen grundsätzlichen Rücktritt aus der DFB Elf verkündet.

Mario Götze reagierte hier deutlich reifer und erwachsener.“