08.03.2012 07:45 Einsendungen noch bis 21. Juni 2012 möglich

Autorenwettbewerb: Schriftsteller Erik Neutsch will mit Wettbewerb seiner Stiftung literarischen Nachwuchs fördern

Dieter Noll (l.), Erik Neutsch (m.) und Jürgen Kuczynski (r.) 1981 (c) Bundesarchiv, Bild 183-1982-0104-312 / CC-BY-SA

Von: Jörg Wehrmann

Berlin, im März 2012.- "Die Themen für Erzählungen. Kurzgeschichten und andere literarische Ausdrucksformen liegen doch quasi auf der Straße", ist sich Erik Neutsch, der Vater des von seiner gleichnamigen Stiftung ausgeschriebenen Literaturwettbewerbs für junge AutorInnen sicher. "Ob das der von Erwerbslosigkeit oder dem Leben unter Hartz IV-Bedingungen Betroffene ist, über den man schreibt. Oder der Alltag eines Soldaten beim Einsatz in Krisengebieten wie Afghanistan, die Gedanken und Erlebnisse mutiger Menschen, die sich auflehnen gegen Ungerechtigkeiten in dieser Gesellschaft. Ich möchte insbesondere junge Erzähler anregen, sich mit literarischen Arbeiten zu Wort zu melden."

Die Erik-Neutsch-Stiftung hatte anlässlich des 80. Geburtstages des bekannten ostdeutschen Schriftstellers ("Spur der Steine", "Der Friede im Osten") deutschsprachig Schreibende unter 30 Jahren aufgerufen, unveröffentlichte Manuskripte einzusenden, in denen Menschenschicksale in sozialen Prozessen um die Jahrtausendwende - etwa 1990 bis 2010 - literarisch verarbeitet werden.

Der literarische Nachwuchs liegt Neutsch besonders am Herzen: "Vor allem junge Leute, die eine Ader für das Schreiben haben, möchte ich ermutigen, angeregt von im Alltag Erlebtem oder von Menschen aus dem auch eigenen sozialen Umfeld Erzählungen oder Novellen zu verfassen und einzureichen. Es geht auch darum, die Tiefe der Gesellschaft auszuloten, ganz individuell, realistisch, mit der ihnen eigenen literarischen Handschrift, geprägt auch von einer persönlichen Sicht und Haltung." Und er erinnert sich an seine schriftstellerischen Anfänge mit Mitte 20, als junger Redakteur in der Regionalzeitung in Halle/S.: "Wir haben einen Wettbewerb für Kurzgeschichten ausgeschrieben, bei dem damals noch nicht bekannte Autoren wie Heiner Müller (1. Preis mit "Das Eiserne Kreuz") oder Egon Günther, dies als Sprungbrett nutzen konnten. Und ich finde, genau wie damals ist unser aktueller Autorenwettbewerb eine gute Plattform, um sich über die Veröffentlichungen als junger Erzähler und Autor bekannt zu machen."

Die Arbeiten, die 20 bis 50 Druckseiten umfassen sollten und für deren Urheberschaft die Autoren garantieren müssen, können noch bis 21. Juni an die Stiftung eingesandt werden (Kennwort "Junge Erzähler"). Eine Jury aus dem Vorstand der Erik-Neutsch-Stiftung und berufenen Fachleuten trifft die Auswahl der auszuzeichnenden Erzählungen.

Die Preise von 3.000, 2.000 und 1.000 Euro werden im Oktober 2012 verliehen.

Weitere Rückfragen und Einsendungen der Arbeiten:

Erik-Neutsch-Stiftung c/o ROSA LUXEMBURG STIFTUNG | Akademie für Politische Bildung Dr. Evelin Wittich Franz-Mehring Platz 1 10243 Berlin Tel. 030-44310-140 E-Mail: wittich@rosalux.de

K.M.R. Kreativmarketing Romer, Jörg Wehrmann Tucholskystr. 13 + 10117 Berlin Tel.: 030-488 211 36 E-Mail: j.wehrmann@kreativmarketing.de

Über die Erik-Neutsch-Stiftung:

Die nach dem Schriftsteller Erik Neutsch benannte gemeinnützige Stiftung wurde im Mai 2006 gegründet. Sie hat den Zweck, politische Bildung, Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur sowie internationale Verständigung und Zusammenarbeit zu fördern. Die Erik-Neutsch-Stiftung, die ihr Domizil unter dem Dach der Rosa-Luxemburg-Stiftung hat, will einen Beitrag leisten zur Entfaltung freien Denkens und solidarischen Handelns in humanistischem, demokratischem und internationalistischem Geist. Eine besondere Rolle in der Arbeit der Stiftung kommen Literatur und Kunst zu. Die Bewahrung und der Umgang mit dem Werk des Stifters Erik Neutsch sind ein Anliegen der Stiftung.

 

Bildbeschreibung:

ADN-ZB Junge 4.1.82 Berlin: An der "Berliner Begegnung zur Friedensförderung" von Schriftstellern, Künstlern und Wissenschaftlern aus europäischen Ländern am 13. und 14.12.81 nahmen aus der DDR u. a. die Schriftsteller Dieter Noll (l.) und Erik Neutsch (M.) sowie der Wissenschaftler Prof. Dr. Jürgen Kuczynski (r.) teil.

Quelle: Wikipedia (c) Bundesarchiv, Bild 183-1982-0104-312 / CC-BY-SA Foto: Peter Heinz Junge