24.12.2014 08:33 „bedingungslose Abstraktion“

Ausstellung in Köln: „Leuchte heller Spiegel mir..“ neue Arbeiten von Wieslawa Stachel

Kunstwerk von Wieslawa Stachel

Die Künstlerin Wieslawa Stachel setzt derzeit eine bemerkenswerte Veränderung ihrer künstlerischen Aussage in Köln fort (c) Wieslawa Stachel

Von: GFDK - Herwig Nowak

An dieses Zitat aus „Hoffmanns Erzählungen“ erinnert sich, wer in diesen Wochen die neuen Arbeiten von Wieslawa Stachel in den Räumen der Hauptstelle der Kölner Bank auf dem Hohenzollernring in Köln besucht.

Die Künstlerin, in Polen geboren und seit den 90 er Jahren immer wieder in der Kölner Kunstszene mit Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten, setzt derzeit eine bemerkenswerte Veränderung ihrer künstlerischen Aussage fort. Und gerade die genannte Ausstellung ist Manifest dieser Entwicklung. War ihre Kunst während unseres Betrachtungszeitraums schon nie gegenständlich und nicht unverwandt den Ausdrucksformen der Düsseldorfer Kunstbewegung „Zero“, so geht die Künstlerin nunmehr den Schritt zu einer geradezu “bedingungslosen Abstraktion“.

Spiegel als Arbeitsmittel

Zunächst arbeitet sie jetzt auf Spiegeln als Untergrund, was ihren Arbeiten einen absolut glatten Untergrund und dem künstlerischen “Auftrag“ Helligkeit, Klarheit und jedwede Kompromisslosigkeit verleiht. Untergrund und „Auftrag“ stehen in absolutem Gegensatz zueinander: der Untergrund ist uniform, ja in gewissem Sinne künstlich- seelenlos, absolut glatt, aber eben spiegelnd. Und auf ihm entwickelt sich ein frohes Farben- und Formenspiel von grossem Einfallsreichtum. Die Farben: leuchtendes Rot steht im Vordergrund. Es ergänzt sich durch lebhaftes Gelb, durch gelb/rote Farbkombinationen, auch durch Schwarz.  

Ausstellung in Köln

Auf den ersten Blick beschränkt sich die Formensprache auf minimalistische Aussagen, wie Striche mit unterschiedlichen Breiten und in unterschiedlichen Abständen, paralllaufend, allerdings auch sich kreuzend. All` das ist zunächst Ausdruck der radikalen Hinwendung der Künstlerin vornehmlich in ihren jüngeren Werken zur „bedingungslosen Abstraktion“. Aber -wie gesagt- das ist nur der erste Blick. Der zweite Blick verrät Leben, Spannung, Ausdrucksstärke, Überraschung. Man sollte es nicht bei dem ersten Blick bewenden lassen, sondern sich intensiver mit den Werken von Wieslawa Stachel befassen, sie hinterfragen, sie bewerten. Man wird zu erstaunlichen Ergebnissen kommen.

Herwig Nowak