15.05.2013 09:00 1. Platz beim Vater Kunstpreis geht an Ralf Ritter

101 Künstlerinnen und Künstler ließen sich von dem Motto „Alles im (Daten-)Fluss“ inspirieren

Klaus Hinrich Vater

Dipl.-Ing. Klaus Hinrich Vater, geschäftsführender Gesellschafter gab die Gewinner bekannt.

Von: GFDK - Regine Schlicht

Die Sieger des diesjährigen Vater Kunstpreises steht fest. Der erste Preis geht an den in Hamburg lebenden Künstler Ralf Ritter, der sich mit der dreiteiligen Fotoarbeit „Crawler 1-111“ beworben hat. Mit dem zweiten Platz wird das Gemälde „Gagballbaby Netzwerk“ des Kieler Künstlers Rolf Triloff ausgezeichnet. Den dritten Platz erhält Sascha Kayser für sein fotorealistisches Gemälde „Anonym“.

101 Künstlerinnen und Künstler ließen sich von dem Motto „Alles im (Daten-)Fluss“ inspirieren und reichten insgesamt 107 Arbeiten ein. Die in Kiel ansässige Vater Unternehmensgruppe hat den mit 5.000 Euro dotierten Preis zum zweiten Mal ausgelobt.

Kultur Nachrichten aus Kiel

Klaus-Hinrich Vater, Gründer und Geschäftsführer der seit 1997 existierenden Vater Gruppe, freut sich, dass der diesjährige Kunstpreis wieder ein solcher Erfolg ist. Insbesondere, da die Ausschreibung erstmalig auf die Region Norddeutschland begrenzt war. „Die Vater Gruppe ist ein in Norddeutschland tätiges Unternehmen“, erklärt Vater, „ so dass es für uns nahe lag, unser Engagement auf Künstlerinnen und Künstler aus dieser Region zu fokussieren“.

So will die Vater Gruppe mit dem Kunstpreis ein Forum schaffen, um den Dialog zwischen Kunstschaffenden und Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung zu fördern. „Die Preisverleihung mit anschließender Ausstellung bietet die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, voneinander zu lernen und zusammen neue Ideen und Projekte entstehen zu lassen“, so Vater.

Gemeinsam mit der Jury zeigte sich Vater fasziniert von der Qualität und Vielfalt der eingereichten Werke. Die extrem unterschiedlichen Themeninterpretationen der Künstler spiegeln sich nicht nur in den Motiven, sondern auch in der Wahl der Technik wieder. In einem mehrstufigen Juryverfahren wurden die eingereichten Beiträge gesichtet und fachlich diskutiert. „Wir haben es uns nicht leicht gemacht, aus den 19 Finalisten-Beiträgen die Preisträger zu ermitteln“, erklärt Vater und freut sich, drei so überzeugende Arbeiten prämieren zu können.

Die Jury

Die Jury bestand aus fünf Vertretern der Bereiche Kunst, Wirtschaft und Medien. Ihr gehören Franziska Stubenrauch (Künstlerin), Prof. Rainer W. Ernst (ehemaliger Präsident der Muthesius Kunsthochschule), Prof. Dr. Bernd Vesper (Fachhochschule Kiel), Jörn Genoux (Journalist) und Klaus-Hinrich Vater (Unternehmer) an.

Der Vater Kunstpreis

Die feierliche Preisverleihung findet am 13. Mai 2013 im Atelierhaus im Anscharpark statt, wo vom 16. bis 26. Mai auch die eingereichten Arbeiten der sechzehn Finalisten und der drei Preisträger zu sehen sind.

Im Rahmen des Kunstpreises ist die Vater Gruppe eine Kooperation mit dem Kunstverein Haus 8 eingegangen. So finden sowohl die Preisverleihung als auch die öffentliche Ausstellung in den Atelierräumen des Kunstvereins statt.

Die Vater Gruppe
Die Vater Gruppe ist ein IT-Dienstleister im Norden Deutschlands. Sie beschäftigt insgesamt mehr als 300 Mitarbeiter an den Standorten Kiel, Hamburg und Bremen. Das Leistungsspektrum reicht von der konzeptionellen und organisatorischen Beratung über Hard- und Softwarelösungen bis zur Netzwerktechnik und Verkabelung. Das Portfolio von Vater ist so breit und zugleich in die Tiefe gehend, dass Kunden bei der Gruppe von der Einzel- bis zur Komplettlösung für alle anstehenden IT-Themen das optimale Angebot finden.

Die Preisträger

Ralf Ritter, der Gewinner des ersten Preises überzeugte die Jury durch drei Formationen von wundersamen, fotorealistischen Datenkabeln. Seine Arbeiten, die zwischen Bild und das Objekt angelegt sind, verbergen ihre künstlerische Technik. Die ansatzweise vergilbte Schwarz-Weiß-Anmutung hinterlässt im Betrachter eine subtile Geschichtsspur. Ritters Kabelfragmente wirken undatierbar, angesiedelt zwischen Geschichte und Zukunft und scheinen selbst einer Wunderkammer entkommen zu sein. Der Künstler selbst verortet sie durch den Titel als „Crawler“ (Suchmaschine), und weiter als „Schimären zwischen Technik und Organ, Wesen und Objekt… als etwas Lebendiges, Organisches, das ein Eigenleben führt. Als merkwürdiges Ding, das immer mehr kann, als wir selbst gerade wissen oder verstehen...“ 

Den zweiten Platz vergaben die Juroren an den in Kiel ansässigen, international arbeitenden (Performance-)Künstler Rolf Triloff, der seit 2010 „Gagballbabys“ in unterschiedlichen Situationen und Materialien, als Zeichnung, Gemälde oder skulpturale Objekte schafft. Die 2013 für den Vater Kunstpreis entworfene Arbeit „Gagballbaby – Netzwerk“ zeigt „Dosen-telefonierende“ Phantasiewesen in einer stilisierten, fast romantischen Landschaft. Die nur auf den ersten Blick verspielt wirkenden Figuren haben alle das gleiche „Gesicht“.

Ohne Mund und Nase, nur mit einem roten Ball, dem namengebenden „Gagball“ (engl. „gag“: Knebel/ Witz) im Gesicht, bekommen diese anonymisierten Figuren – wie die Jury fand – etwas Ambivalentes, da das kindliche Moment der Verniedlichung fast etwas Monströses ausstrahlt. Als gleichgeschaltete Platzhalter in einem Netzwerk fehlen den Figuren elementare Grundvoraussetzungen der Kommunikation, z.B. die Einsicht, dass es nichts zu hören gibt, wenn keiner spricht. Oder senden sie als Gefangene im Datenfluss eine Botschaft an uns? 

Das zwischen gegenständlicher Malerei und Comic oszillierende Gemälde des Kieler Künstlers Sascha Kayser faszinierte die Jury, weil es das Motto des Kunstpreises anspielungsreich variiert. Es setzt die Anonymisierung durch Pappkartonköpfe sinnfällig ins Bild und zeigt die Übergabe von Informationen in ihrer Handgreiflichkeit: Es wechseln Disketten, i-Phones und Laptops den Besitzer, es werden Fotos gemacht, Einsen und Nullen verwirbelt – Kommunikation auf allen Kanälen. Sascha Kayser hat in seinem Beitrag für den Kunstpreis kommunikative Prozesse in ein kompliziertes, sinnbildliches Geflecht menschlicher Körper übersetzt.

Für die freischwebenden Körper stand er selbst Modell. Durch Photoshop-Bearbeitungen, Montage, Vereinfachung und Komprimierung mit Hilfe digitaler „Werkzeuge“ entstand ein fragmentarischer, fotorealistischer Ausschnitt der medialen Welt. Durch die malerische Umsetzung in Öl auf Leinwand gelingt es, trotz aller Anonymität so etwas wie eine persönliche Handschrift zurückzuerobern und sie durch die Reminiszenz an Peter Nagel gleich wieder zurückzunehmen.

Nähere Informationen zum Vater Kunstpreis finden Sie unter:

 www.vater-gruppe.de/kunstpreis

Regine Schlicht
E-Mail: rschlicht@vater-gruppe.de

www.vater-gruppe.de