14.11.2016 00:40 Financial Times startete ein experiment

Wer lesen will muß Werbung ertragen und Adblocker abschalten

Content-Marketing Mops Adele

Nur unser Content-Marketing Mops Adele weiß wohin die Reise gehen wird. Ob die Verlage die Ad-Blocker überleben, darüber ist sich Adele noch nicht sicher. (c) GFDK

Von: GFDK - Gottfried Böhmer

An Content Marketing führt kein Weg vorbei. Appellieren an die Vernunft der Leser hilft nicht viel. Die Financial Times setzte ihren Lesern die Pistole auf die Brust, aber ganz sanft. Den Verlagen entgehen Millionen an Einnahmen duch die Adblocker, weil Werbung von vielen Usern als aufdringlich, lästig und störend empfunden wird. Mobile Werbung wird sogar als besonders lästig empfunden.

Die User schreiben in den Kommentaren, dass sie von der Onlinewerbung einen Herzkasperl bekommen. Andere schreiben, dass sie sich die "Störenfriede" merken und sie bei zukünftigen Kaufentscheidungen ausschließen. Die Agenturen, die die Werbung platzieren, stehen bei den Usern besonders in der Kritik.

Entweder du bezahlst für den Content oder du fliegst raus?

In der jüngsten Vergangenheit haben einige Verlage recht drastische Mittel angewendet, um die Leser zum abstellen des Adblockers zu bewegen. Die "Le Parisien" schließt Adblock-Nutzer komplett aus.

"Le Monde" fordert die Leser mit Hinweisen dazu auf, die Software zu deaktivieren. Die Botschaft der Verlage lautet: Entweder du bezahlst für den Content und akzeptierst die Werbung oder schließt ein Abo ab. 20 schwedische Verlage stellten im Sommer die Leser vor die Wahl, die Adblocker zu deaktivieren oder für den Zugang zu bezahlen. - derstandard.at/2000033964301/Strategien-im-Kampf-gegen-Werbeblockerdie Adblocker zu deaktivieren, ansonsten würde ihnen der Zugang verweigert.

Radikal und sinnlos die Gerichte bemüht

In Deutschland geht man radikaler, aber sinnlos vor. Man versucht mit technischen Mitteln Inhalte zu sperren, und was auch sonst, man bemüht die Gerichte um juristisch gegen die Betreiber der Dienste vorzugehen.

Bisher, und das dürfte auch so bleiben ohne jeden Erfolg. Die Gerichte vertreten die Meinung, dass es legal sei, frei zugängliche Webseiten zu blocken. Das Landgericht München hat jüngst gegen den "Süddeutschen-Verlag" entschieden, dass zwischen User und Verlag kein Vertrag bestehe, der die Nutzer der Webseiten zum Konsum von Werbung verpflichte, urteilte das Gericht.

die Adblocker zu deaktivieren oder für den Zugang zu bezahlen. - derstandard.at/2000033964301/Strategien-im-Kampf-gegen-Werbeblockerdie Adblocker zu deaktivieren oder für den Zugang zu bezahlen. - derstandard.at/2000033964301/Strategien-im-Kampf-gegen-Werbeblocker die Adblocker zu deaktivieren oder für den Zugang zu bezahlen. - derstandard.at/2000033964301/Strategien-im-Kampf-gegen-WerbeblocMittlerweile nutzen über 20 Prozent aller User einen Adblocker. Sollte sich das in Richtung 50 Prozent bewegen, gehen bei den Verlagen die Lichter aus oder es werden die Internetseiten eingestellt. Ein Zeitungsverlag ohne Online Angebot ist zwar schwer vorstellbar, auszuschließen ist es nicht. Die Zukunft wird es zeigen.

Die Financial Times startete ein Experiment

Das Ergebnis war überraschend und könnte Schule machen. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, wann deutsche Medienunternehmen das auch mal probieren. Wir gehen davon aus, dass der Springer Verlag als erster auf den Zug aufspringt.

Was passiert, wenn man Nutzer auffordert, Adblocker für den eigenen Webauftritt abzuschalten? Um das herauszufinden, machte die Financial Times im Juli einen Test. Nutzer wurden in drei Gruppen eingeteilt und mit unterschiedlichen Inhalten konfrontiert.

Die erste Gruppe bekam nur lückenhafte Texte ausgeliefert. Die zweite Gruppe wurde für bestimmte Angebote gesperrt. Der dritten Gruppe wurde nur höflich erklärt, dass Werbung journalistische Angebote finanziere. Das Ergebnis:

Bei Gruppe eins setzten 47 Prozent der Nutzer die Financial Times auf die Whitelist, um Werbeeinblendungen wieder zu erlauben. Bei Gruppe zwei lag der Anteil bei 69 Prozent, bei Gruppe drei waren es 40 Prozent, meldet derStandard.at.

Zuletzt haben wir hier geschrieben:

Auf der Content Marketing World in Cleveland Anfang September wurde über Content Marketing nicht mehr darüber gesprochen OB, sondern WIE. Und über das "WIE" könnte ich noch heftig streiten. Die Schlüsselfrage liegt nach meiner Meinung in guten Geschichten, die man fortschreiben muß, um neugierig zu machen. Der Mensch ist von Natur aus neugierig.

Der Kunde erwartet heute eine nahtlose Multi-Channel-Kommunication heißt es und nicht mehr die Marke, das Erlebnis sei gefragt. Soll wohl heißen, der Kunde ist dem Erlebnis treu, aber nicht der Marke. Sie verkaufen also keine Hemden, sie verkaufen den Hemdträger, wie er sich mit dem Hemd fühlt, wie seine Freunde, seine Frau und Kollegen darauf reagieren und was er dabei erlebt.

Die erste Frage muß lauten, was will der Kunde

Haben sich die Marketer einmal die Frage gestellt, warum amerikanische Serien im Deutschen TV so erfolgreich sind? Die Leute warten gespannt auf die Fortsetzung der Geschichte, und so muß auch Content Marketing aufgebaut werden. Dafür muß man mehr Geld in die Hand nehmen.

"Ein knappes Höschen"

Dazu schrieb Matthias Schrader, Gründer und CEO der Hamburger Digitalagentur Sinner Schrader auf W&V: "Ein grober Richtwert sind zehn Prozent vom Media­volumen; und Jahresbudgets im sechsstelligen Bereich sind ein knappes Höschen." Den sehr informativen Artikel sollten sie Hier Lesen.