11.10.2018 08:19 Verantwortung der Werbetreibenden

Viel Euro in die unergründlichen Schlünde der Digitaldrachen

VDZ-Chef Scherzer will Werbungtreibende nicht so einfach aus der Verantwortung entlassen

VDZ-Chef Scherzer: will Werbungtreibende nicht so einfach aus der Verantwortung entlassen. Foto: VDZ

Von: GFDK - Marketing News - W&V Jochen Kalka

Jochen Kalka, Chefredakteur von W&V liefert mir einmal wieder viele Informationen aus dem Marketing-Leben. Das sich Werbetreibende iher Verantwortung nicht bewust sind, ist mal ein neuer Ansatz. Rolf Schröter, Ressortleiter Marketing von W&V, stellt zuletzt noch die Frage, kann man überhaupt noch jemanden Glauben?

Lieber Herr Böhmer,

Werbungtreibende sind sich ihrer Verantwortung oft nicht bewusst. Klar finden sie alle „Brand Safety“ so was von wichtig, doch am Ende werden viel zu viel Euro kurzsichtig in die unergründlichen Schlünde mancher Digitaldrachen gesteckt. Das meint zumindest der VDZ-Chef Stephan Scherzer.

Kurzfristig geht so eine Strategie oft auf, weil dabei meist Gelder gespart werden, bei fahrlässiger Nichtbeachtung der Werbewirkung. Irgendwelche Zahlen aus den Tiefen des Netzes bestätigen womöglich das Tun.

Werbechancen werden nicht genutzt

Doch Werbungtreibende begehen dabei gleich mehrere Fehler: Erstens bietet das Internet ganz andere Werbechancen, die meist überhaupt noch nicht genutzt werden. Meist greifen Online-Werbemaßnahmen selbst heute noch NACH einem Kaufakt, was Verbraucher tierisch nervt, wo doch längst VOR einer Entscheidung Werbemaßnahmen gerade online greifen könnten.

Zweitens tragen Werbungtreibende massiv zur Stärkung der Demokratie bei. Das ist ihnen oft nicht bewusst. Sie müssen die Kraft klassischer Medien erhalten, weil unabhängige Medien die wichtigste Säule der Demokratie sind. Am Ende der Kette profitieren Unternehmen durch freies Handeln am meisten davon.

Drittens gehen Werbungtreibende meist davon aus, dass Kunden keine Werbung mögen. Das ist eine der schlimmsten Fehleinschätzungen, weil Marketer oft schlicht einen üblen Job machen.

Denn Kunden hassen nur schlechte Werbung. Kunden wollen informiert werden, Kunden kaufen Zeitungen und Magazine auch wegen der Werbung. Eine Bild-Zeitung wird nachweislich auch wegen der Schweinebauchanzeigen der Aldis und Lidls gekauft.

Heißt: Je mehr Werbungtreibende in klassische Medien investieren, desto stärker sind sie. Eine anzeigenfreie Instyle oder Vogue würde nicht annähernd so viele Leserinnen finden, wie eine durch Werbesujets inspirierende Ausgabe.

Die Organisation der Werbungtreibenden im Markenverband, OWM, unternimmt stets mutige Anläufe, um auf all diese Missverständnisse hinzuweisen. Dagegen scheint der Mediaagenturverband OMG momentan selbstverliebt besoffen unter Palmen zu träumen.

Der Verlegerverband VDZ jedenfalls hat eine sehr gute Studie aufgelegt, zum Thema Brand Safety, die sich jeder Werbungtreibende anschauen sollte. Entweder in der aktuellen Ausgabe der W&V. Oder, zur Einstimmung, kann man auch das Interview mit VDZ-Chef Stephan Scherzer lesen.

Jochen Kalka

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