25.06.2016 08:39 Verarscht euch nicht selbst!

Thomas Strerath und Amir Kassaei sind vom Werbefestival in Cannes nicht begeistert

Thomas Strerath

Thomas Strerath, der Jung-von-Matt-Vorstand ärgert sich über das Werbefestival in Cannes. Foto: (c) Jung-von-Matt

Von: GFDK - Redaktion

Jung-von-Matt-Vorstand Thomas Strerath und Amir Kassaei kritisieren mit harten Worten das Werbefestival in Cannes. Wir sagen mal so: Da wird wohl was dran sein.

Cannes sei zu "einem Technologie- und Marketing-Festival verkommen", in dem Kreativität für den Kunden kaum noch eine Rolle spiele: "90 bis 95 Prozent der Auszeichnungen sind für dieses Festival und für die Jury-Räume gemacht", meint der weltweite Kreativchef von DDB im Interview mit W&V-Videoblogger Mirko Kaminski. Kassaei in Cannes wörtlich: "Es ist mir scheißegal, was hier passiert".

"Verarscht euch nicht selbst!"

Amir Kassaei gilt als bekanntester Werber Deutschlands. Im Interview mit W&V gab sich der bekennende Workaholic ungewöhnlich selbstkritisch und nachdenklich. "Lernt aus unseren Fehlern" sagte der Endvierziger mit Blick auf den Agenturnachwuchs. Seine eigene Generation habe viele Jahre lang "sehr gut in einer Scheinwelt gelebt".

Das sei heute nicht mehr möglich, denn Kreativität verlange "Wahrhaftigkeit, Substanz, Konsequenz". Sein Rat an junge Werber: "Verarscht euch nicht selbst!"

Thomas Strerath hatte zuvor gesagt: "Cannes macht mich sehr wütend"

Die Präsenz der großen Konzerne wertet Cannes auf? Nicht das Festival, sondern höchstens die Bankkonten der Veranstalter, findet Thomas Strerath. Der Jung-von-Matt-Vorstand ärgert sich im Interview mit W&V-Videoblogger Mirko Kaminski über die Dominanz des großen Geldes und die Degradierung von Kreativen zu "Pausenclowns".

* Mirko Kaminski ist Gründer und Geschäftsführer der Kommunikationsagentur Achtung. Der frühere Radiojournalist ist bei großen Kreativ-Festivals und Digitalkonferenzen regelmäßig als Video-Blogger für W&V im Einsatz. 2013 gehörte er der Cannes-Jury an.