22.08.2018 15:54 Pepsi übernimmt Sodastream

Sodastream - Die Hand, die du nicht abhacken kannst, solltest du kaufen

Die schoene Scarlett wollte sich zum Krieg von Sodastream gegen Pepsi und Coca Cola 2014 nicht weiter aeussern, zeigte sich aber enttaeuscht ueber die Entscheidung von FOX

Die schöne Scarlett wollte sich zum Krieg von Sodastream gegen Pepsi und Coca Cola 2014 nicht weiter äußern, zeigte sich aber enttäuscht über die Entscheidung von FOX.

Sodastream-CEO Daniel Birnbaum laestert in einem Recruiting-Video ueber die Plastik-Konkurrenz von Pepsi und Coca Cola

Sodastream-CEO Daniel Birnbaum lästert in einem Recruiting-Video über die Plastik-Konkurrenz von Pepsi und Coca Cola. Foto: Sodastream Screenshot

Von: GFDK - Marketing News - Gottfried Böhmer

Eine chinesische Volksweisheit lautet: Die Hand, die du nicht abhaken kannst, sollst du schütteln. Man kann diese Weisheit auch anders auslegen, hat sich Pepsi-Cola wohl gedacht.

Sodastream hat schon seit vielen Jahren einen regelrechten Kleinkrieg gegen Pepsi und Coca Cola geführt. Eine der bekannesten Aktionen war die abgesagte Kampangne mit Hollywoodstar Scarlett Johansson.

Der Werbespot, in dem Scarlett Johansson gemütlich ein Wässerchen mit von Sodastream aufgepeppten Sirups schlürft und anschließen seufzt: " Sorry Coke and Pepsi" wurde von dem Sender FOX als Attacke gegen die US-Süßwasser-Industrie gewertet. Damit hatte sich der Wassersprudler Hersteller bei VOX disqualifizert.

Trinkwassersprudler gegen das Kartell der Getränkeindustrie

Der Feldzug von Sodastream gegen Pepsi und Coca Cola nahm groteske Züge an. Oder sollten wir von einem Feldzug von Pepsi und Coca Cola gegen Sodastream sprechen? Die neueste Attacke gegen die beiden "Süßzucker-Getränke-Mischer" sollte mal so richtig knallen, hatten sich die Sodastream Manager gedacht.

Um es den beiden "Zuckerriesen" mal so richtig zu zeigen, hatten die Sodastream-Macher den Hollywoodstar Scarlett Johansson für eine weltweite Kampagne verpflichtet. Der TV-Spot mit der Johansson sollte seine Premiere am 2. Februar 2014 zum Superbowl XLVIII feiern. Daraus ist nichts geworden.

Rückblick:

Schon 2012 hatte Coca Cola versucht eine Aktion von SodaStream, mit der der Hersteller von Trinkwassersprudlern auf die verheerende Umweltschädigung von PET-Flaschen hinweisen wollte, zu verhindern. SodaStream hatte einen Käfig gegenüber dem Coca Cola Museum in Altanta aufgestellt, der mit tausenden Wegwerfflaschen und Getränkedosen der Marke Coca Cola gefüllt war.

Auch 2013 hatten die Superwerbe- "Zuckerkunden" Pepsi und Coca Cola einen Werbespot von Sodastream zum Superbowl 2013 gekippt. Der US TV-Sender CBS wollte den Spot des Wassersprudler Herstellers nicht ausstrahlen. Zuvor hatte Sodastream Coca Cola schon einmal mit einem Spot bloßgestellt. Auch diesen Spot hatte Coca Cola in Großbritannien gerichtlich verbieten lassen.

Nicht die Hand schütteln, nein die Hand muß man kaufen

Die Hand, die ich nicht abhacken kann, kann ich aber kaufen, dachte man bei Pepsi Cola, schließlich ist doch alles käuflich und den ständigen Ärger mit Sodastream ist man dann los. Der Getränkekonzern PepsiCo hat nun kurzerhand den Laden für 3,2 Milliarden Dollar (rund 2,8 Milliarden Euro) gekauft.

Die Plastikflaschen und Zucker-Konzerne wurden von dem aus Israel kommenden Unternehmen in Kampagnen ganz direkt angegriffen. Wegen eines viralen Spots im Stil einer Games-of-Thrones-Parodie handelte sich Sodastream 2016 eine einstweilige Verfügung der amerikanischen Getränkeindustrie ein.

Was soll der Verbraucher davon halten?

Das war vorerst der letzte Angriff von Sodastream, und es wird nun keinen mehr geben. Wie die Marke Sodastream sich in Zukunft positionieren will, steht noch auf einem anderen Papier. Auch weiß man nicht, was der Verbraucher davon halten wird.

Schließlich hat der Sprudelgeräte-Hersteller sich in den letzten Jahren als umweltfreundliche Alternative zu den großen Zucker-Multis Coca-Cola und Pepsi positioniert.

Was der Deutsche Kokurrent BRITA zu der Sodastream Übernahme von PepsiCo sagt, konnten wir heute nicht erfahren. Aber eines ist mal sicher, BRITA sieht sich in Zukunft einem 63 Milliarden Dollar Unternehmen gegenüber mit einem Milliarden schweren Werbeetat.

Mit dem Kauf von Sodastream will der Getränke- und Lebensmittelkonzern seine Strategie kalorienärmerer Produkte weiter entwickeln, auch das kann BRITA nicht schmecken.

Familie Wiseburgh mit goldenen Händen

Was die Inhaber-Familie von Sodastream um Peter Wiseburgh mit dem ganzen Schotter machen will, war auch nicht zu erfahren. Sicher ist nur, es war ein sehr goldenes Schütteln, das ist wohl der viel gerühmte goldene Handschlag.

W&V schreibt mir dazu: Lieber Herr Böhmer,

ausgerechnet Pepsi übernimmt Sodastream. Die Marke, die sich gerne als Alternative zu den Getränke-Multis inszeniert. Und in ihrer Werbung gegen Coca-Cola und auch Pepsi austeilt. Aber 2,8 Mrd. Euro - diese Summe soll fließen - sind offenbar Argument genug, das Feindbild lieben zu lernen.

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