11.11.2018 12:11 Der Shitstorm ist da

Selten dämliche sexistische Kampagne, oder doch erfolgreich?

Die Landraetin Peggy Greiser hatte den Shitstorm schon einkalkuliert. Zum zweiten Mal prangt Werbung auf den Hintern der Volleyball-Frauen des VfB Suhl

Die Landrätin Peggy Greiser hatte den Shitstorm schon einkalkuliert. Zum zweiten Mal prangt Werbung auf den Hintern der Volleyball-Frauen des VfB Suhl - diesmal für die "Prachtregion". Foto: Landkreis Schmalkalden-Meiningen

Von: GFDK - Marketing News - W&V Holger Schellkopf

Holger Schellkopf, Chefredakteur von W&V glaubt, dass die Kampagne #Männertage von Media Markt sexistisch und dämlich sei. Ich habe das ja ganz anders gesehen. Man sollte bei all diesen Debatten doch bitte seinen Humor nicht an der Garderobe abgeben.

Ob die Jungs der Münchner Agentur "Zum Roten Hirschen" oder Denkwerk dämlich sind, wage ich aber zu bezweifeln.

Lieber Herr Böhmer,

wer wissen will, wie echte Verzweiflung aussieht, der sollte sich die aktuelle Kampagne von MediaMarkt ansehen – aber auch wirklich nur, wer echtes Leid ertragen kann. Was der Elektrohändler da unter dem Hashtag #Männertage in die Welt wirft, kann lediglich als ganz dringendes Flehen betrachtet werden, um jeden Preis aufzufallen.

Ok, dieser Teil ist gelungen. Der Shitstorm ist da, die Beschwerden beim Werberat liegen auch schon vor.

Warum aber deshalb oder genauer gesagt wegen einer selten dämlichen sexistischen Kampagne auch nur ein Kunde mehr in den MediaMarkt gehen sollte, bleibt für den nüchternen Betrachter rätselhaft. Na ja, jeder ist halt dann doch irgendwie seines Glückes Schmied.

Wenigstens Sophia Thomalla hat Spaß an der Sache. Neben ein wenig Aufmerksamkeit hat sie immerhin als Model ein paar Euro gemacht.

Irgendwie scheint plump auch gerade en vogue zu sein, mit ähnlicher Methode hat ja erst kürzlich ein Landkreis aus Thüringen ein paar Schlagzeilen erhascht.

Da wenden wir unseren Blick doch lieber wirklich ideenreichen Menschen zu. Saim Alkan ist so ein Mensch. Er hat mit seiner Firma AX Semantics eine Software entwickelt, die auf Basis von Daten Texte schreiben kann, inzwischen in nicht weniger als 110 Sprachen.

Mehr als 15 Millionen Texte pro Monat entstehen bei den Kunden inzwischen auf diese Weise, hauptsächlich im Bereich E-Commerce. Und so ganz nebenbei treten die Stuttgarter auch noch den Gegenbeweis zu einem legendären Werbe-Slogan an. Die können nämlich alles. Außer- nein, nicht hochdeutsch sondern: schwäbisch.

Einen schönen Abend.

Holger Schellkopf

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