04.11.2018 11:24 Merz hat für alle etwas

Nur der politische Gegner kann das Profil der SPD schärfen

Parteivorsitz der CDU und Bundeskanzler von Deutschland. Friedrich Merz hat fuer alle etwas, die Frage ist nur, glaubt man ihm das auch

Parteivorsitz der CDU und Bundeskanzler von Deutschland. Friedrich Merz hat für alle etwas, die Frage ist nur, glaubt man ihm das auch. Screenshot

Von: GFDK - Marketing News - W&V Frank Zimmer

Frank Zimmer, Redaktionsleiter Online von W&V, schreibt mir ein paar Anregungen zu der Kandidatur von Friedrich Merz, der Parteivorsitzender der CDU und auch Kanzler werden will. Er meint, das könnte die SPD retten.

Lieber Herr Böhmer,

die Marke SPD ist so konturlos geworden, dass nur noch einer ihr Profil schärfen kann: Der politische Gegner. Falls Friedrich Merz CDU-Chef und designierter Kanzlerkandidat wird, sollten die Sozialdemokraten jubeln. Sie können keine bessere Story erzählen als die von der Alternative zum neoliberalen Anwalt der Hochfinanz.

Auch wenn Merz beteuert, Liberale, Konservative und jene, die sich sozialpolitisch engagierten, müssten nebeneinander Platz haben in der Partei. „Die CDU braucht jetzt Aufbruch und Erneuerung“, betonte er, am Mittwoch auf der Pressekonferenz.

Wirtschaftsliberal und sozial, wertkonservativ und modern, national und basisdemokratisch, also genau so wie er selbst, will er die CDU sehen. Das hört sich für uns wie ein Giftpott an, da ist einfach zuviel drin.

Merz hat für alle etwas

„Vor Ihnen steht ein überzeugter Europäer, ein Transatlantiker, ein weltoffener Deutscher“, so Merz. Wir von der GFDK Redaktion trauen diesem Braten nicht so recht über den Weg. Seine Kurzbotschaft: Die Partei steckt in der Krise, er werde die CDU da rausholen: "Wir müssen verstehen, was die Menschen im Land bewegt, und wir dürfen sie nicht mit Floskeln abspeisen."

Wir von der GFDK neigen aber schon zum Fatalismus, Angela Merkel hat so viele Baustellen hinterlassen, das Deutschland einen Mann braucht, der nicht mit Samthandschuhen, sondern mit Hammer und Meißel an die Arbeit geht.

Aus kommunikativer Sicht wäre Merz für die CDU ein noch größerer Gewinn. Der Mann, der Steuererreformen mit Bierdeckeln erklären kann, steht für klare Sprache und unverwechselbare Formulierungen.

Die Anti-Korruptions-Organisation Transparency Deutschland meint, Friedrich Merz soll den Mitgliedern der CDU erklären, "wie er sich in seinen diversen Funktionen in der Finanzwirtschaft für ein gesellschaftlich verantwortliches Handeln seiner Auftraggeber eingesetzt hat - etwa als Aufsichtsrat der Privatbank HSBC Deutschland, die in Cum-Ex-Geschäfte verwickelt war“

Bei dubiosen Cum-Ex-Steuergeschäften waren durch ein Hin- und Herschieben von Aktien EU-weit Finanzämter getäuscht worden. Sie erstatteten Milliardensummen an Steuern zurück, die nie gezahlt wurden.

Angela Merkel hat diese kommunikative Kraft gefehlt, das gibt auch Axel Wallrabenstein zu. Das Interview mit dem Publicis-Manager, CDU-Influencer und Kanzlerinnen-Fan führten wir kurz bevor Merz an die Öffentlichkeit ging.

Herzliche Grüße aus München,

Frank Zimmer

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