30.11.2018 07:56 Staatsversagen

Keine guten Erinnerungen an die Cebit

Die Cebit ist tot, es steht Messe drauf, aber es steckt Politik drin

Klaus Eck: "Es scheint die Zeit gefehlt zu haben, die Marke Cebit neu aufzuladen". Foto: Frank Zimmer / W&V

Von: GFDK - Marketing News - W&V Frank Zimmer

Frank Zimmer, Redaktionsleiter Online, unterrichtet mich darüber, dass der Taktgeber der IT-Branche, die Cebit gestorben ist. Dafür gibt es natürlich viele Gründe, aber nur Gabor Steingart bringt es in seinem Morning Briefing auf den Punkt.

"Nach 33 Jahren wird dieser einst wichtigste Marktplatz der Moderne sang- und klanglos geschlossen. Schuld seien rückläufige Zuschauerzahlen, meldet das Fernsehen. Die Deutsche Messe AG trifft demnach keine Schuld, sie testierte lediglich wie ein braver Notar das digitale Desinteresse der Deutschen.

Doch die Wahrheit sieht anders aus. Es steht Messe drauf, aber es steckt Politik drin. Das Ende der Cebit ist Teil eines großen Versagens. Eigentümerin der Cebit ist die Deutsche Messe AG, eine hundertprozentige Staatsfirma, die der Stadt Hannover und dem Land Niedersachsen gehört.

Und die war unfähig, den Markenkern der Cebit in die neue Zeit zu transformieren. Stellt euch vor, das Digitalzeitalter klopft an die Tür und niemand ist zu Hause. In den Führungsgremien der Deutschen Messe AG sitzt nicht ein einziger Digitalexperte, dafür Politiker soweit das Auge reicht." Gabor Steingart ist Journalist und Buchautor.

Gabor Steingart, 56, ist Journalist und Buchautor.

Lieber Herr Böhmer,

fast jeder von uns hat seine persönlichen Erinnerungen an die Cebit . Meine eigenen sind nicht die besten. Ich denke an Schneeregen in Hannover, Unterkünfte in Kinderzimmern und vor allem an das Geräusch fiepender Modems, das mich 2001 im Pressezentrum empfing. Es war unglaublich.

Die gefühlt größte Technologiemesse der Welt bot ihren Medienpartnern damals Internetzugänge, über die sich im Hunsrück jeder Friseurladen bei der Telekom beschwert hätte.

Sie werden das vielleicht als Befindlichkeit verwöhnter Journalisten abtun, aber vielleicht ist es kleines Symbol für einen Giganten, der nicht mit der Zeit gegangen ist und zu spät auf neue Entwicklungen reagiert hat.

Nun ist die Cebit Geschichte. Woran sich Branchenköpfe erinnern, lesen Sie in unserer Abendpost.

Ihr Frank Zimmer

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