28.11.2018 07:48 Die älteste Agentur der Welt

Die Welt braucht keine großen Namen, sondern große Ideen

In Deutschland fusioniert JWT nun mit Wunderman. Die Marke JWT, 1952 mit einer geborgten Schreibmaschine in Frankfurt gestartet verschwindet vom deutschen Markt. Wunderman-Chef Joachim Bader

In Deutschland fusioniert JWT nun mit Wunderman. Die Marke JWT, 1952 mit einer geborgten Schreibmaschine in Frankfurt gestartet verschwindet vom deutschen Markt. Wunderman-Chef Joachim Bader Foto: (c) Wundermann

Von: GFDK - Marketing News - W&V Rolf Schröter

Rolf Schröter, Ressortleiter Marketing bei W&V meint, es hinterlässt immer einen schalen Geschmack, wenn renommierte Marken verschwinden. Das ist in der Agenturwelt nicht anders.

Lieber Herr Böhmer,

J. Walter Thompson, 1864 in New York gegründet, ist die älteste Agenturmarke weltweit. In den 30er-Jahren war sie die Nummer eins in den USA. Früher als andere erkannte sie das Potenzial von Fernsehwerbung. Und schon Jahrzehnte vor der Me-too-Debatte brachte die Agentur gezielt Frauen in Führungspositionen.

In Deutschland fusioniert JWT nun mit Wunderman. Sprich: Die Marke JWT verschwindet vom deutschen Markt. James Walter Thompson, war erst 1933 in Berlin, dann 1952 mit einer geborgten Schreibmaschine in Frankfurt gestartet, hatte hierzulande Kunden wie Jacobs Kaffee oder Warsteiner.

Jahrelang hatte der einstige CEO Martin Sorrell Agenturmarken zusammengekauft – unter anderem JWT. Aber es gab keine übergeordnete Strategie. WPP, das war bislang vor allem ein Finanzunternehmen und erst in zweiter Linie eine Werbeholding.

Doch auch Martin Sorrell ist mittlerweile Geschichte. WPP befindet sich mitten in einer Phase der Konsolidierung. Das ist sinnvoll und scheint bereits zu wirken:

In den USA hat WPP nun den Etat des deutschen Autokonzerns Volkswagen gewonnen und bildet in New York eines von weltweit vier so genannten „Powerhouses“, in denen Kampagnen und Inhalte von der Strategie bis hin zur Ausführung und Distribution entstehen.

Die ruhmreiche Vergangenheit der WPP-Marken hat dabei sicherlich keine Rolle gespielt. Die Welt braucht keine großen Namen, sondern große Ideen. Größe an sich bietet keinen Nutzen. Offenbar hat WPP es – neben Omnicom und Cheil – geschafft, Volkswagen mit zukunftsfesten Argumenten zu überzeugen. Hut ab.

Einen schönen Abend wünscht

Rolf Schröter

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