04.11.2018 07:32 spektakuläre Übernahme

Die Führungsmannschaft von Kolle Rebbe bleibt an Bord

W&V-Redakteurin Daniela Strasser kommentiert den Verkauf von Kolle Rebbe an Accenture

W&V-Redakteurin Daniela Strasser kommentiert den Verkauf von Kolle Rebbe an Accenture. Foto: W&V

Von: GFDK - Marketing News - W&V Holger Schellkopf

Holger Schellkopf, Chefredakteur von W&V, schreibt zu der Übernahme von Kolle Rebbe durch die Unternehmens-Beratung Accenture. Ob wir diese Übernahme gut finden? Ein ganz klares NEIN. Inhaber geführte Agenturen sind leider am aussterben.

Diese Inhaber, auch Menschen genannt, haben mit viel Kreativität, Arbeit und guten Ideen den Werbemarkt und ihre Kunden, jahrzehntelang beflügelt. Ich könnte hier noch weitere hundert Argumente aufführen, warum ich das nicht gut finde.

Nur ein Beispiel: Die Inhaber hatten oftmals ein sehr persöhnliches Verhältnis zu ihren Mitarbeitern, das ist in grossen Gessellschaften wohl kaum der Fall.

Nun bleiben nur noch die letzten Mohikaner, Jung von Matt, Serviceplan, Grabarz & Partner und Fischer-Appelt übrig. Aber wie lange noch? Und warum sollte ich das gut finden? Die großen internationalen Werbenetzwerke kaufen sich alles zusammen was nicht niet und nagelfest ist.

Lieber Herr Böhmer,

das war dann doch ein heftiger Bang, so kurz vor dem Wochenende: Kolle Rebbe ist künftig Teil von Accenture Interactive, soll den kreativen Teil der Gruppe stärken.

Nach Mackevision und Designaffairs bereits die dritte und ganz sicher spektakulärste Übernahme durch Accenture in diesem Jahr. In der Gesamtbetrachtung spielt dabei natürlich gleich in mehrfacher Hinsicht eine wesentliche Rolle, dass im Jahr vorher Sinner Schrader unter das Dach von Accenture geschlüpft ist.

Zum einen, da bereits vor Kolle Rebbe eine deutsche Vorzeige-Agentur diesen Schritt gegangen ist. Zum anderen, weil Matthias Schrader im ganzen Konstrukt einen ganz zentralen Part einnimmt.

Mit ihm hatte dem Vernehmen nach bereits Co-Gründer Stefan Kolle vor seinem überraschenden Tod die Möglichkeiten einer Übernahme erörtert. Der in der Branche äußerst geschätzte Schrader steht außerdem nun an der Spitze von Accenture Interactive in der DACH-Region.

Sicher kein unwesentlicher Punkt bei der Entscheidung. Die Führungsmannschaft von Kolle Rebbe scheint mit dem Schritt zumindest einverstanden, nach Stand der Dinge bleibt sie geschlossen an Bord. Ein gutes Zeichen.

Keine Übernahme, aber eine umfangreiche strategische Partnerschaft haben zwei prominente Marken aus der Medien-Branche gestartet.

Das Technologieunternehmen Taboola und der digitale Teil der Bild-Gruppe wollen zusammen durch Produktinnovationen für Steigerung bei Engagement, Umsatz sowie Reichweite sorgen und obendrein das Open Web im Wettbewerb gegen die GAFA-Dominanz stärken.

Klingt ziemlich ambitioniert und könnte im besten Fall auch anderen Publishern nutzen. Zumindest ist das erklärter Wille des Partner-Duos. Lassen wir uns überraschen.

Ein schönes Wochenende wünscht Ihr

Holger Schellkopf

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