04.03.2018 07:04 Mein Schwein pfeift aus allen löchern

BMW.com ist frisch, schön, schnell, einfach und belanglos

Ein Content Studio soll relevante Inhalte produzieren. BMW will jetzt nicht nur Autos verkaufen, nee die machen jetzt auf Journalismus

Ein Content Studio soll "relevante Inhalte" produzieren. BMW will jetzt nicht nur Autos verkaufen, nee die machen jetzt auf Journalismus. Foto: BMW.com/Screenshot

Von: GFDK - Marketing News - W&V Rolf Schröter

Jochen Kalka, der Chefredakteur von W&V, schrieb wie man mit Humor Mitarbeiter sucht, und das Frauen nur eine Chance haben mehr Geld zu verdienen, in dem sie Karriere machen müssen. Eine PR-Agentur aus München suchte einen PR-Fuzzi oder eine PR-Trulla, mit chilligen Lebenslauf und Erfahrung mit üblen Kantinen.

BMW als Medienanbieter, kann das gut gehen?

Rolf Schröter, der Ressortleiter Marketing bei W&V, schreibt mir, dass BMW jetzt nicht nur Autos verkauft, nee die machen jetzt auf Journalismus, besser gesagt sie wollen Geschichten produzieren, Content und Medienanbieter werden.

Ob die BMW-Publisher etwas taugen, wage ich mal zu bezweifeln. Der Content soll nach dem Motto produziert werden, was gerade so in den Netzwerken gehypt wird, auf diesen Zug springen die BMW Publisher auf, produzieren in Windeseile einen Artikel, um Klicks zu generieren. So sollen "relevante Inhalte" geschaffen werden. Ich sage mal besser nichts dazu, außer das mein Schwein pfeift.

Lieber Herr Böhmer,

BMW wird menschlicher. Ein Klick auf BMW.com – und man steht nicht mehr am Empfangstresen im Vorraum der Konzernzentrale. Sondern vor einer reizvoll-bunten Kiosk-Auslage. Ein riesiger Unterschied.

Die neue, von Jung von Matt geschmiedete Markenhomepage ist so herrlich frisch wie ein Pfefferminzbonbon. Die weiß-blaue Marke macht ein eindeutiges Angebot: Redaktionell kuratierte Stories statt biederer Informationsmitteilung.

Aber eigentlich sind es gar nicht so sehr die häppchenartigen Inhalte, die den Leser mitnehmen. Sondern die Technik, die so viel besser ist als vieles, was ins Netz geschoben wird. BMWs neue Seite ist mobile first konzipiert. Mit den Google-Techniken AMP und PWA.

AMP (Accelerated Mobile Pages) heißt: Die Ladezeiten liegen unter zwei Sekunden. Zack! Die Inhalte sind da. Das ist unglaublich angenehm, wenn man unterwegs dynamisch scannt. PWA ist die Abkürzung für Progressive Web Apps.

Das bedeutet eine Nutzerführung wie bei Snapchat Discover oder in Social Media Timelines. Mit bildschirmfüllenden Videos und klarer Anmutung.

Diese Darreichungsform dürfte so manchen Publisher neidisch machen. Allerdings nützt so eine Bühne nur dann, wenn man auch was Starkes auf die Bühne zu stellen hat. Was die Bilder betrifft, muss man nicht diskutieren: Erste Sahne. Und die Themen?

Na ja. BMW ist BMW. Was sonst. Die Bayern sagen zwar, BMW.com sei „mehr als eine weitere Markenplattform mit austauschbaren Corporate Publishing Inhalten“, sondern schaffe für Leser „echten Mehrwert“ und biete „relevante Inhalte“. Aber wie geht das konkret?

Für die Inhalte ist das neu geschaffene „Content Studio“ verantwortlich. Dahinter steht die Spezialagentur Territory. Die Menschen, die dort arbeiten, werden von einem Aufmerksamkeitsprüfstand getrieben.

Relevante“ Inhalte, beziehungsweise solche mit „starker Social Media Dynamik“ werden in einer Echtzeit-Datenanalyse identifiziert. „Passende“ Inhalte können in kürzester Zeit produziert und veröffentlicht werden.

Fazit: BMW.com ist frisch, schön, schnell, einfach – und manchmal belanglos.

Egal. Am Kiosk kauft man ja auch nicht nur schwer Verdauliches in Zeitungen und Zeitschriften, sondern auch einfach Süßkram, der schnell ins Blut geht. Hauptsache, die Kunden sind glücklich.

Ihnen einen schönen Abend.

Rolf Schröter

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