09.08.2018 07:33 Keine Schadenfreude über Zalando

Bei den heißen Rockets der Branche nicht alles Gold, auch bei H&M nicht

H und M warnt jetzt bereits auf der Startseite des Online-Shops vor der langen Lieferfristen, weil sich viele Kunden beschweren

H&M warnt jetzt bereits auf der Startseite des Online-Shops vor der langen Lieferfristen, weil sich viele Kunden beschweren. Foto: H&M

Von: GFDK - Marketing News - W&V Holger Schellkopf

Frank Zimmer, Redaktionsleiter Online von W&V konnte es nicht fassen. Jean-Remy von Matt hat mal wieder auf die Pauke gehauen: "Wer als Bewerber Freizeit statt Nachtschicht will und Geld statt Gold, der braucht gar nicht erst zu Jung von Matt zu gehen", tönte er. Wir konnten es auch kaum glauben.

Heute haben wir ein anderes Thema:

Holger Schellkopf, Chefredakteur von W&V, hat keine Schadenfreude, auch wenn Zalando mit kleinen Geräten nur kleine Budgets generiert, und das für sehr kleine Freude bei Zalando sorgt. Ja ja, und die armen H&M Kunden warten zulange auf ihre Pakete, so was aber auch.

Lieber Herr Böhmer,

..... wir wollen jetzt nicht von Schadenfreude sprechen. Aber ein klein wenig macht sich doch Beruhigung breit, wenn man feststellt, dass selbst bei den heißen Rockets der Branche nicht alles Gold ist, was glänzt. Zalando beispielsweise freut sich über steten Zuwachs bei der Zahl der Bestellungen. Hat aber gleichzeitig ein Problem mit kleinen Geräten und kleinen Budgets.

Wenig Freude bei Zalando und H&M

Die Gründe hierfür sind wiederum in der wahrscheinlich stärksten Kundengruppe des Modehändlers zu suchen: junge Menschen benutzen eben mit Vorliebe ihr Smartphone, haben aber gleichzeitig nicht so viel Geld zur Verfügung.

Die Kombination aus kleinem Display und kleinem Geldbeutel sorgt häufig für kleine Bestellungen und kleinerer Freude bei Zalando.

Apropos Mode, apropos wenig Freude: H&M hat gerade ein paar unangenehme Schwierigkeiten bei der Belieferung seiner Online-Besteller. Die Standardlieferzeit liegt aktuell bereits bei 7- 9 Werktagen, räumt H&M ein, manchmal dauert es aber auch deutlich länger.

Offenbar so viel länger, dass sich die Bekleidungskette zur Offensive entschlossen und ein Entschuldigungsschreiben auf Facebook veröffentlicht.

Sagen wir mal so: in puncto Engagement ist der Post ein echter Erfolg - auch hier dürfte eine Rolle spielen, dass H&M ziemlich viele Digital Natives unter seinen Kunden hat.

Wer übrigens glauben sollte, dass gerade diese Digital Natives sich ausschließlich mit digitalen Angeboten versorgen, der wird von der aktuelle Kinder-Medien-Studie 2018 einmal mehr zumindest teilweise eines Besseren belehrt:

Die Jugend wird zwar natürlich zunehmend digitaler - analoge aka gedruckte Angebote bleiben aber weiter relevant, wenn sie denn eine sinnvolle Aufgabe erfüllen.

Man kann es wahrscheinlich ganz einfach so sagen: es wird das genutzt, was in dem Moment für den entsprechenden Zweck am besten taugt. Eigentlich eine sehr sinnvolle Herangehensweise.

Holger Schellkopf