21.12.2018 Marken, Hass und Haltung

Sind Marken und Agenturen ein Ziel politischer Angriffe?

von: GFDK - Marketing News - W&V Holger Schellkopf

Holger Schellkopf, Chefredakteur bei W&V ist der Meinung, dass Marken Haltung zeigen sollen. Ja, da Frage ist mich aber einmal zuerst, wer bestimmt denn die Haltung, und was ist die richtige, oder die falsche?

Eines sollte doch klar sein, Marken sollten keine Politik machen, dafür sind die Politiker zuständig. Weltoffenheit und Toleranz werden von Marken nur verwendet, um ein großes Publikum anzusprechen, und den Verkaufserfolg zu sichern. Auch das hat mit Haltung wenig zu tun, und mit Politik schon gar nichts.

Mal ehrlich, einem Wursthersteller ist es piepen egal, welche Hautfarbe oder Religion der Käufer hat, Hauptsache er kauft die Wurst. Stephan Remmler wußte es schon immer, "Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei". Ein Shitstorm ist noch lange kein Weltuntergang. Wir haben früher gesagt, es gibt keine schlechte Presse, alle ist besser als gar keine.

Lieber Herr Böhmer,

Marken und Agenturen werden immer öfter zum Ziel politischer Angriffe - zumeist kommen die Attacken von rechts bis ultrarechts, übelste rassistische Ausfälle inklusive.

Jüngstes Beispiel war die Beschwerde eines lokalen AfD-Funktionärs bei Rügenwalder Mühle. Die Firma hatte es doch tatsächlich gewagt, in ihrem Spot auch einen Mitarbeiter mit dunkler Hautfarbe als Teil einer feiernden Runde zu zeigen.

Vor einem solchen Hintergrund hat die geradezu slapstickhafte Auseinandersetzung von AfD(-Anhängern) mit diversen Cola-Marken ja wenigstens gewissen Unterhaltungswert.

Klar ist aber auch: Marken und der Dienstleister müssen sich in Zukunft auf immer neue Attacken dieser Art gefasst machen. Sie tun gut daran, darauf vorbereitet zu sein. Gerald Hensel, Werber mit eigener Erfahrung in Sachen Shitstorm von rechts, hat sich in einem Essay mit dem Thema beschäftigt, definiert das Thema Haltung und Markenprägung in diesem Zusammenhang.

Marken werden natürlich auch geprägt durch Menschen. Im besten Fall sind sogar die Menschen selbst echte Marken. Rüdiger Böss, bisher mit dem schönen Titel Executive Vice President Group Content Acquisitions & Sales für ProSiebenSat.1 aktiv, ist so eine Mensch.

Der Oberpfälzer war das Gesicht der Sendergruppe in Hollywood, beeinflusste als Chefeinkäufer auch das Programm ganz maßgeblich. Zum Jahresende verlässt Böss nach mehr als 25 Jahren den Konzern.

Ziemlich sicher auch eine Nachricht mit Blick auf die künftigen Programme bei ProSieben und Sat.1.

Einen schönen Abend wünscht

Holger Schellkopf

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