22.03.2019 Deutsche Werberat rügt

Kreativ und witzig, ja - sexistisch nein - Erotik ist völlig in Ordnung

von: GFDK - Marketing News - W&V Rolf Schröter

Der gestrige Tag des Glücks hat zumindest der obersten Marketing-Riege von Media-Saturn eher wenig Glück beschert. Dafür macht aber Bauhaus dank DDB jetzt richtig glücklich. Und auch der blühende Goldmohn in Lake Elsinore würde viele Instagrammer beglücken, wenn nicht die Gemeinde dem Glück den Riegel vorschieben würde.

Rolf Schröter, Ressortleiter Marketing Bei W&V hat etws gegen sexistisch Werbung, und ich auch.

Lieber Herr Böhmer,

es sind meist kleinste Unternehmen, die plötzlich auf die große Bühne kommen, zum Beispiel die Metzgerei aus Bensheim-Auerbach in Südhessen, und dann, beim Versuch, kreativ und witzig zu sein, in abstruseste Geschichten stolpern, weil sie glauben, witzig zu sein.

Wenn der Deutsche Werberat diese Sünder veröffentlicht, dann deshalb, weil sie uneinsichtig sind. Die Rechtfertigungen sind oft ebenso daneben wie die Werbung selbst.

Eigentlich müsste man über solche Entgleisungen gar nicht viele Worte verlieren. Trotzdem ist es vielleicht hilfreich, nochmal deutlich zu machen: Es geht nicht um den Humor. Der ist Geschmackssache. Und jeder hat das Recht auch auf schlechten Geschmack.


Aber interessant ist doch Folgendes: Der Deutsche Werberat betont: Erotik ist völlig in Ordnung. Denn: Sexy zu sein ist etwas ganz Anderes als sexistisch zu sein.

Wo ist der Unterschied? Es geht ums Prinzip. Witz hin oder her: Wenn sich die Geschlechter auf Augenhöhe begegnen, ist alles in Ordnung. Wenn aber jemand herabgewürdigt oder abwertend dargestellt wird, ist das indiskutabel. Wie der Begriff eigentlich schon impliziert: Abwertung ist nicht mit den Werten unserer Gesellschaft vereinbar.

Darum geht es im Prinzip auch bei dem Thema Equal Pay. So wie es dem Werberat in erster Linie nicht um den Witz geht, geht es bei Equal Pay in erster Linie nicht um das Geld an sich . Es geht um Werte. Wer auf Gleichbehandlung pocht, fordert keine Bevorzugung oder Aufwertung, sondern ganz einfach ein Grundrecht. Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

Uns allen noch einen schönen Abend

Rolf Schröter

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