17.09.2021 Ist Maaßen ein Nazi?

Glaubwürdigkeit des Journalismus von ProSieben und Kinderreportern zerstört

von: GFDK - Marketing -News W&V Rolf Schröter

Rolf Schröter, Cefredakteur bei W&V, ist diesesmal auf dem Holzweg. Vieleich kann ihm Gabor Steingart auf die Sprünge helfen, der in seinem Morning Briefing, klar Stellung bezog.

Mitten im Wahlkampf-Endspurt leistet sich der Sender ProSieben einen massiven Anschlag auf die Glaubwürdigkeit des Journalismus. In der von Klaas Heufer-Umlauf konzipierten Show „Late Night Berlin“ wurden Romeo, 11, und Pauline, 11, als Interviewer eingesetzt. Sie befragten die Kanzlerkandidaten Olaf Scholz und Armin Laschet mit altklugen und politisch links gewirkten Fragen:

 Ist Maaßen ein Nazi? “

 Haben Sie die Polizei geschickt, um Menschen aus Baumhäusern zu vertreiben? “

 Haben Politiker aus deiner Firma mit Masken Geld verdient? “

 Meine Mutter hat Wirecard-Aktien gekauft, die sind jetzt alle nichts mehr wert. Warum ist das passiert? “


Durch ein Knöpfchen im Ohr waren die Kinder mit den Redakteuren verbunden. Die Zuflüsterer dirigierten aus dem Hintergrund, unsichtbar für Laschet und Scholz, das Geschehen imtlich: Zirkuszelt. Das Ambiente suggerierte Harmlosigkeit in Kinderzimmer-Atmosphäre. In Wahrheit wurden Romeo und Pauline wie Kindersoldaten in eine mediale Schlacht geführt, die sich in dem Fall Wahlkampf nennt. Ein Gespräch zwischen Romeo und Laschet zum Thema Ehe für alle zeigt dies deulich.

Romeo: „Hast du was dagegen, dass Männer Männer heiraten dürfen?“

Laschet: „Nein.“

Romeo: „Aber du wolltest nicht dafür stimmen.“

Laschet: „Nein. Ich war ja gar nicht im Bundestag. Wer kommt denn auf so komische Ideen?“

Romeo: „Du hast Interviews gegeben, wo du gesagt hast, du willst es nicht.“

Laschet: „Nee, das stimmt nicht.“

Romeo: „...im Spiegel“

Laschet: „Du hast schon den Spiegel vor so langer Zeit gelesen. Das ist aber toll, dass du das kannst“


Der Sender ProSieben zeigte sich – nachdem der Schwindel aufgeflogen war – keineswegs einsichtig. Ein Sprecher:


Es ist gängige Praxis, dass Fernseh-Journalist*innen einen Knopf im Ohr tragen, um diese redaktionelle Betreuung auch während der Sendung zu erhalten. Diese Technik wird von nahezu allen erwachsenen Fernseh-Journalist*innen genutzt – warum sollte man also ausgerechnet zwei elfjährigen Kindern dieses gängige Hilfsmittel verwehren? “

Lieber Herr Böhmer,

dass Armin Laschet nicht mal weiß, wie er heißen würde, wenn er ein Drache wäre, ist schockierend. Im Kreuzverhör mit den Kinderreportern Pauline und Romeo hat sich der Kanzlerkandidat der Union sichtlich unwohl gefühlt. Kein Wunder.

Die Fragen waren ja auch klar und kreativ und vor allem: der Stuhl, auf dem er saß, viel zu klein. Passende Sitzmöbel sind das A und O, wenn man performen will. Deshalb bietet Ikea ab Oktober über 30 Spezialprodukte für Gamer – vom Tisch bis zum Nackenkissen.   

Na gut, Gamer sind ja auch extrem. Die haben deutlich mehr Sitzfleisch als die meisten Büromenschen. A propos:

Das neue Headquarter der New Work SE bietet vielfältigste Möglichkeiten, sich zwischen der Arbeit zu zerstreuen – von der Kiezkneipe über ein Musikzimmer bis zum Yoga-Raum.   

“Niemand ist in der Lage permanent produktiv zu sein”, sagt Petra von Strombeck, CEO bei New Work, “geistige Ablenkung ist hier ausdrücklich erwünscht.” Wie schön. Hmmm…

Wie wohl Armin Laschet heißen würde, wenn er ein Drache wäre?  

Ein entspanntes Wochenende wünscht  

Rolf Schröter

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