02.03.2019 Wertschöpfungsstrategie

Elektroautos und 5G-Netz, die Chinesen haben einen Vorsprung von Lichtjahren

von: GFDK - Marketing News - W&V Rolf Schröter

Rolf Schröter, Ressortleiter Marketing bei W&V, sieht schwarz für Deutschland. Chinesen sind Lichtjahre voraus. Und was noch? Werbeausgaben für Stories in sozialen Medien steigen rasant und eine oberbayerische Stadt färbt Frauenparkplatz-Schilder wegen Klage um - von blau in pink.

Lieber Herr Böhmer,

drehen wir heute mal ein richtig großes Rad:

Die Zukunft bringt selbstfahrende Autos. Die zu entwickeln kostet aber viel Geld.

Tesla verkauft Autos ab jetzt nur noch online. Aus Kostengründen. BMW und Daimler haben gestern angekündigt, bei autonom fahrenden Autos zu kooperieren. Ebenfalls aus Kostengründen.

Bei der Erprobung selbstfahrender Autos fährt Google voraus. Google hat ja auch genug Geld zum Investieren und eine global hebelnde Wertschöpfungsstrategie. Noch weiter voraus fahren die Chinesen. Man hört, Google habe einen Vorsprung von „Jahren“. Bei den Chinesen heißt es, sie hätten einen Vorsprung von „Lichtjahren“.

Egal, ob es um die Zeit oder die Strecke des Vorsprungs geht: Deutschland hinkt hinterher. Daran sind aber in erster Linie nicht die Unternehmen schuld.

Vor der Kamera zeigt sich unser Bundeswirtschaftsminister fast euphorisch: „Das ist industriepolitisch eine außerordentlich wichtige und positive Entscheidung“, jubelte Peter Altmaier in der Tagesschau.

Wahrscheinlich ist er einfach nur heilfroh, dass die Erzrivalen zusammenfinden, weil die Bundesregierung leider keine zentral gesteuerte Industriepolitik machen kann (und will) wie China. Und weil sie es verpasst hat, deutschen Unternehmen die Fußfesseln im Rennen der Digitalisierung abzunehmen.

Wichtig wäre eine strategische Infrastrukturpolitik. Vor über fünf Jahren – man schrieb das Jahr 2013 – verkündete Kanzlerin Angela Merkel, dass bis Ende des Jahrzehnts eine Million Elektroautos über Deutschlands Straßen fahren sollen.

Das Ende ist zwar nah. Aber wo ist die Million? Fünf Jahre hatte die Regierung Zeit, eine Infrastruktur zu schaffen, die überhaupt erst mal eine Nachfrage ermöglicht hätte. Aber mit diesem Mega-Problem wurden die Hersteller allein gelassen.

Und jetzt? Jetzt stehen wir vor einer ähnlichen Fehlentwicklung, die wohl noch gravierende Ausmaße haben wird: dem Bau des Mobilfunkstandards 5G. Hier erreicht die Wirtschaftsentwicklung nicht Milliarden-Größen; wir reden über Billionen.

Aber statt den Ausbau des 5G-Netzes zu einer staatlichen Aufgabe zu machen und damit der heimischen Wirtschaft den Weg zu bereiten, wird es eine Frequenzversteigerung geben. Die bringt kurzfristig einen Milliardenbetrag in den Staatsgeldbeutel. Und dann? Später wird das Geschrei groß sein, dass die Abdeckung nicht flächendeckend funktioniert.

Aber 5G ist mehr als eine Autobahn. Es ist ein allumfassendes Netz, das die Gesellschaft miteinander verbindet. Wenn dieses Netz nicht überall funktioniert, bekommen wir ein gesellschaftliches Problem.

Stop! Mir wird schwindlig.

Genießen wir erst mal ein schönes Wochenende

Rolf Schröter

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