16.05.2020 Die Würde des Menschen

Die Würde der Frau ist nicht unantastbar

von: GFDK - Marketing News - W&V Rolf Schröter

Rolf Schröter, Mitglied der Chefredaktion bei W&V, berichtet heute über ungeheuerliches aus der Welt von Frauen.

Lieber Herr Böhmer,

fast die Hälfte aller Frauen in Deutschland wurde schon einmal sexuell belästigt. Jede siebte Frau in Deutschland hat bereits strafrechtlich relevante Formen sexueller Gewalt erlebt.

Diese Zahlen schockieren. Erfahren habe ich sie nicht aus einer Zeitung oder einer der zahlreichen Talkrunden des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Sondern aus einem viertelstündigen Spezialbeitrag auf dem Unterhaltungssender ProSieben.

Die Sendung kam nur deshalb zustande, weil die beiden Spaßmacher Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt den Sendeplatz erspielt und der Journalistin Sophie Passmann zur Verfügung gestellt haben.

Sophie Passmann: "Ich kann Fotos von meinem Hund posten und dann kommt einfach so etwas rein. Das grenzt an Missbrauch, denn ich habe dem nicht meine Zustimmung gegeben."

Übrigens: Das Verschicken von Dick-Pics ist strafbar.

Auch die Moderatorinnen Jeannine Michaelsen und Visa Vie kamen zu Wort, lasen diffamierende Nachrichten vor, die sie ungefragt von Männern zugeschickt bekommen hatten. So stand in einer Nachricht an Visa Vie: "Die lutscht bei jedem Rapper, damit sie Interviews bekommt."

Auch Influencerin und Model Stefanie Giesinger reihte sich ein, las aus ihren privaten Nachrichten vor: «Du bist kein Model, geh Playboy», hiess es da. Oder: "Meine Güte, das ist ein Klappergestell. Hat sie sich ihre Brüste amputieren lassen oder hatte sie noch nie welche?"

Die Würde des Menschen ist unantastbar. So beginnt unser Grundgesetz. Es ist das Gerüst des Zusammenlebens unserer Gesellschaft. Das klingt gut. Ist es Wirklichkeit? Nein!

Die Würde der Frau ist beileibe nicht unantastbar, sondern antastbar. Bis heute werden nur knapp zehn Prozent aller Vergewaltigungen zur Anzeige gebracht. Auch das hat Passmanns Viertelstunde vermittelt.

Diese Fakten sind unerträglich. Und es sind nicht „die Frauen“, die sich wehren müssen. Sondern alle Bürgerinnen und Bürger. Auch Unternehmen und Marken sollten einer Kultur der Verhöhnung oder Verharmlosung keinen Raum geben.

Passend dazu hat ADC-Präsident Heinrich Paravicini im Interview mit meinem Kollegen Conrad Breyer gesagt: „Wir müssen als Kreative politische und soziale Verantwortung übernehmen.“ Mehr zum Ergebnis des heute stattfindenden ADC-Festivals, lesen Sie morgen früh bei uns.

Bis dahin noch einen schönen Abend wünscht

Rolf Schröter

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