28.06.2020 eine Idee die nicht neu ist

Das lineare Fernsehen lebt länger als gedacht

von: GFDK - Marketing News - W&V Verena Gründel

Marken wie Ben and Jerry's oder Dove von Unilever sind schon dabei. Nun will auch Coca-Cola auf Facebook, Instagram und Twitter keine Werbung mehr schalten. Den sozialen Medien drohen Einbußen in Millionenhöhe.

Facebook gerät wegen seines umstrittenen Umgangs mit rassistischen, hetzerischen und manipulativen Inhalten immer stärker unter Druck. Der Konsumgüterriese Unilever gab am Freitag bekannt, bis zum Jahresende keine US-Werbung mehr bei dem Online-Netzwerk und seiner Tochter Instagram zu schalten.

Damit erhält ein in der Vorwoche gestarteter Anzeigen-Boykott gegen die Plattform bedeutenden Zulauf. Unilever nimmt auch Twitter in die Pflicht - hier soll es vorerst ebenfalls keine Werbung mehr geben, berichtet W&V.

Verena Gründel, Mitglied der Chefredaktion bei W&V, berichtet darüber das tote länger Leben.

Lieber Herr Böhmer,

können Sie sich noch daran erinnern, als dem linearen Fernsehen der baldige Tod prophezeit wurde? Als unter Experten die Meinung vorherrschte, die Zuschauer wollen sich nicht mehr nach Sendezeiten richten? Sie wollen nicht eine Woche warten, bis die nächste Folge ihrer Lieblingsserie läuft?

Inzwischen ist klar, dass diese Thesen so nicht haltbar sind. Und wer widerlegt sie? Die Disruptoren des klassischen Fernsehens selbst:

Liveinhalte sind zum Beispiel Kern der erfolgreichen Plattform Twitch, ein wichtiges Wachstumsfeld von Instagram und bald wohl auch ein neues Geschäftsfeld von Amazon. Der Digitalkonzern plant offenbar, Lizenzen für diverse lineare Programme zu erwerben.

Das ist aus zwei Gründen sinnvoll: Zum einen lockt Amazon mehr Zuschauer an, weil die nachweislich noch immer mehr Zeit in Live-Sendungen und lineares TV investieren als in Streaming-Video.

Zum anderen kann sich Amazon so von der Streaming-Konkurrenz differenzieren. Wenn auch mit einer Idee, die nicht neu ist.

Google lässt ebenfalls eine alte Idee neu aufleben. Der Suchmaschinenkonzern will plötzlich für das Darstellen journalistischer Inhalte auf der eigenen Plattform Geld an die Verlage zahlen.

Vor wenigen Jahren war genau das noch ein riesiger Streit zwischen ihm und den Verlagshäusern. Jetzt verkauft er es als tolle neue Idee. Als hätte es nie Ärger gegeben.

In Deutschland sind für den Start Der Spiegel und die FAZ dabei. Ob diese Kooperation den Verlagen aber langfristig guttut, stelle ich mal in Frage. Zwar erschließen sie so eine neue Erlösquelle.

Aber: Sie machen sich zum einen abhängig. Zum anderen tritt ihre Marke auf der Plattform in den Hintergrund – und die ist gerade im Journalismus wichtig. „Das habe ich bei Google gelesen“, wird man sich in Zukunft erzählen. Google könnte das Amazon Marketplace des Journalismus werden.

Einen schönen Abend wünscht

Verena Gründel

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