19.12.2018 Blattmacher des Jahres

Blattmacher werden gefeiert, Journalisten haben Angst um Job

von: GFDK - Marketing News - W&V Frank Zimmer

Frank Zimmer, Redaktionsleiter Online bei W&V, weist mich darauf hin, das die Blattmacher gefeiert wurden. Schön und gut, anders sehen das die Journalisten. Journalisten aus 52 Ländern reflektieren über ihre größten Ängste in ihrer Branche, ihre persönlichen Gefühle gegenüber dem Beruf und warum die Pressefreiheit geschützt werden muss.

Die Umfrage stellte die folgenden drei Fragen:

1. Was ist Ihrer Meinung nach die größte Bedrohung für den Journalismus heute?

2. Mit einem Wort, was definiert den Journalismus in Ihrem Land im Moment?

3. Warum sollten sich die Menschen um den Schutz der Pressefreiheit kümmern?

Die wichtigsten Ergebnisse von Journalisten in DACH:

69,2% der Journalisten in DACH wählten negative Worte zur Beschreibung der Branche, gegenüber 30,8%, die positive Worte wählten.
35% der Journalisten in DACH, die ein Zitat über die Bedeutung der Pressefreiheit abgaben, waren froh, zitiert zu werden.

Wichtigste Ergebnisse

Der Rückgang der Einnahmen aus dem Verkauf von Druckerzeugnissen ist ein Hauptanliegen von Journalisten in allen Regionen der Welt. Fake News gelten jedoch als noch größere Bedrohung als sinkende Einnahmen für Europäer (Festland (23%) und Nordische Länder (32%)) und Journalisten in Lateinamerika (32%).

Umgekehrt sind Nordamerika, der Mittlere Osten, Afrika und Asien die Regionen, die am wenigsten von Fake News betroffen sind.

Diejenigen, die am meisten mit dem Vorgehen der Regierung gegen die freie Presse zu tun haben, sind Journalisten in Skandinavien (26%), im Nahen Osten, Afrika und Asien (26%).

Journalisten in Ozeanien, im Nahen Osten, in Afrika und Asien sowie in Lateinamerika waren am meisten besorgt über die Gewalt gegen Journalisten mit 6%, 11% bzw. 9,1% der Befragten, die sie als die größte Bedrohung bezeichneten, während praktisch keine Journalisten in Europa oder Nordamerika die Sicherheit als ein wichtiges Anliegen bezeichneten.

Mit 27% machen Soziale Medien den größten Teil des Besorgnis in Ozeanien aus, während keine Journalisten in Lateinamerika sie als Bedrohung betrachten.

Der Personalabbau ist für Journalisten in Ozeanien ein großes Problem, 27% der Befragten bezeichnen ihn als die größte Bedrohung, gefolgt von den Nordländern mit 21% und dem europäischen Festland und Nordamerika mit 20%.

Unternehmen welche Medien kaufen, werden von nordamerikanischen (15%) und lateinamerikanischen Journalisten (9%) als große Sorge bezeichnet, gelten aber nur von weniger als 6% der Befragten in allen anderen Regionen als große Bedrohung.

Der Nahe Osten, Afrika und Asien waren am negativsten in Bezug auf ihre Journalismusbranche, 87% antworteten mit negativen Worten, gefolgt von Ozeanien mit 72%.

Nordische Journalisten waren am positivsten in Bezug auf ihre Journalismusbranche, 53% antworteten mit positiven Worten, gefolgt von Nordamerika mit 37%. Umgekehrt waren die Journalisten auf dem europäischen Festland nur zu 26% positiv.

Das häufigste Wort auf dem europäischen Festland war "Struggeling", während die beiden beliebtesten Wörter in Nordamerika "Challenge" und "Truth" waren."Conflict", "Crisis" und "Investigation" waren die beliebtesten Wörter, die von Journalisten in Lateinamerika gewählt wurden.

"Censorship" war das beliebteste Wort, das von Journalisten aus dem Nahen Osten, Afrika und Asien gewählt wurde.

"Dying" war das beliebteste Wort, das von Journalisten in Ozeanien gewählt wurde.
Journalisten aus den USA boten die meisten Zitate zum Thema Bedeutung der Pressefreiheit, 68% wollten jedoch anonym bleiben.

"Wie Journalisten über ihren Beruf denken, kann ein aufschlussreiches Barometer für den Gemütszustand der Gesellschaft insgesamt sein, daher ist es alarmierend, dass die Mehrheit der befragten Journalisten so ängstlich bezüglich ihre Beschäftigungsstabilität sind.

Es ist auch inakzeptabel, dass so viele Reporter in Angst um ihre Sicherheit oder um freie Meinungsäußerung leben, wie wir durch die vielen Journalisten gesehen haben, die ihre Antworten um ihres eigenen Wohlbefindens willen anonym halten wollten", kommentiert Elizabeth Ryan, Head of Content bei Sweet Spot.

"Wir sind optimistisch, dass die besten Tage des Journalismus noch kommen werden; dennoch ist es klar, dass Reporter auf der ganzen Welt bedroht sind und die Gesellschaft nur eine einzige richtige Option hat: sie zu schützen."

Lieber Herr Böhmer,

vor einigen Jahren haben wir uns hier in der Redaktion gefragt, wie relevant die Lead Awards noch sind. Ob unsere Leser in Marketingabteilungen und Agenturen einen Medienpreis wirklich noch so interessant finden, wie wir Journalisten glauben. Eine Traffic-Analyse ergab damals: Nein, finden sie nicht mehr.

Nach einer Denkpause 2017 sind die Lead Awards neu an den Start gegangen. Ein Blick in unsere Zahlen zeigt, dass nicht nur der Preis zurück ist, sondern auch die Leute, die sich dafür interessieren. Selten hat ein Artikel über die Lead Awards so viele Leser gefunden wie in diesem Jahr.

Das mag daran liegen, dass das Award-Konzept erneuert und verbessert worden ist. Vielleicht steht die Rückkehr der Lead Awards aber auch für ein ganz anderes Comeback: Für den Respekt vor einem Medienbetrieb, der trotz aller Unzulänglichkeiten immer noch für die beste aller möglichen Content-Welten sorgt.

Einen schönen Abend wünscht

Frank Zimmer

Wenn sie noch mehr Informationen über Content-Marketing, Storytelling, Digitale-Transformation, Influencer-Marketing, Produkt und Markenwelten sowie Geschichten und Informationen aus der Werbebranche erfahren wollen, besuchen sie unsere unserer Rubrik Marketing News hier erfahren sie ständig was die Werbe-Welt bewegt.