Marketing und Werbung - Produkte und Köpfe

23.06.2021 Coca-Cola Aktion für einen PR-Gag

GFDK - Marketing News - W&V Verena Gründel

Verena Gründel, Chefredakteurin bei W&V, steht wohl auf Regenbogenfarben. Ich bin allerdings der Meinung, das Politik  im Fußball zu nichts zu suchen hat.

Lieber Herr Böhmer,

ich bin sehr stolz auf Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter. Seine Standpauke für die UEFA sitzt.

Der Verband hatte einer in Regenbogenfarben beleuchteten Allianz-Arena zum Ungarn-Spiel nun doch eine Absage erteilt. Reiter gibt dem Verband deutlich zu verstehen, wie scheinheilig er die Entscheidung findet.

Das Versöhnungsangebot der UEFA, München könne die Arena ja an einem anderen Tag bunt beleuchten, kommentiert er mit den Worten: Auf die Idee, sie zum Christopher Street Day in Pride-Farben zu tauchen, sei man in München auch selbst gekommen.    

Das war deutlich. Auch viele Marken machen ihrem Ärger über die UEFA-Entscheidung auf kreative Weise Luft. Die besten Beispiele hat mein Kollege Stefan Schasche zusammengefasst.   

Auch Ikea reagierte witzig. Sie nutzt Ronaldos Coca-Cola Aktion für einen PR-Gag. In einem Social-Media-Post präsentierte Ikea eine wiederbefüllbare Glasflasche. Wie die wohl heißt? Kleiner Tipp: Billy war schon für ein anderes Produkt vergeben.   

Haben Sie eigentlich auch das Gefühl, dass die EM neben dem Spielfeld viel spannender ist?  

Zum Glück gibt es noch andere Themen.

Zum Beispiel Influencer-Brands.

Wie baut man die eigentlich auf? Muss doch ganz leicht sein, schließlich ist die Reichweite in Social Media gratis und die Fanbase schon da, oder? Naja, ein paar Dinge gibt es schon zu beachten.   

Wer tiefer in das Thema einsteigen will, den lade ich herzlich zur Munich Marketing Week nächste Woche ein. Wir haben für drei Tage ein tolles Programm konzipiert. Schauen Sie unbedingt rein. Ich bin auch dabei und freu mich auf Sie.   

Einen schönen Abend wünscht

Verena Gründel

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23.06.2021 Der Spirit des Greentech Festivals

GFDK - Marketing News - W&V Verena Gründel

Verena Gründel, Chefredakteurin bei W&V, war wohl beeindruckt vom Greentech Festival 2021

Lieber Herr Böhmer,

es waren zwei verrückte Tage auf dem Greentech Festival. Messe, Konferenz und Gala in Berlin fühlten sich fast an wie normales Leben. Vor allem aber waren die Tage lehrreich.

Oder hätten Sie gewusst, dass Nespresso-Kapseln zu 80 Prozent aus recyceltem Aluminium bestehen? Dass Audis Markenchef Hendrik Wenders schon seit 10 Jahren Elektroauto fährt?

Dass Dr. Hauschka die Kräuter für die Kosmetikprodukte im eigenen Garten anbaut?

Dass sich die vegane Marke Veganz an fleischfressende Menschen richtet? Dass Sie in Ihrem eigenen Vertical-Farming-Schrank Pestokräuter anbauen können?

Oder dass die Deutsche Bahn mit der Lufthansa ein Abkommen schloss, nachdem sie ein Sechstel aller Zubringerflüge in Deutschland ersetzen kann? Ich auch nicht. Große und kleine Brands verrieten mir ihre Nachhaltigkeitsstrategien. Hören Sie mal rein.  

Nach dem Greentech Festival ist vor Cannes. In Frankreich wählte man die sichere virtuelle Variante. Digital zuzuschauen, ist nicht das Gleiche, sagt unsere Kolumnistin Francisca Maass, Kreativchefin der Grey-Gruppe. Welche drei Trends sich beim Kreativfestival zeigen, weiß sie als Jurymitglied genau.   

Für die deutschen Agenturen ist der Wettbewerb gut gestartet. Gleich 17 Löwen gehen am ersten Tag nach Deutschland, fast die Hälfte davon an Scholz & Friends. Unter den Siegerkampagnen sind einige alte Bekannte.  

Glückwunsch und Santé! Für erfrischenden Rosé bei 30 Grad brauchen wir Cannes zumindest in diesem Jahr nicht.   

Einen spritzigen Abend wünscht

Verena Gründel

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20.06.2021 der CDU-Kandidat schlug aus

GFDK - Marketing News - W&V Rolf Schröter

Rolf Schröter, Chefredakteur bei W&V, hat vollkommen Recht.

Lieber Herr Böhmer,

#Laschetkneift trendet auf Twitter.   

YouTuber Rezo und Journalist Tilo Jung ("Jung & Naiv") wollten ein Kanzlerduell auf Twitch und YouTube inszenieren – für Menschen unter 30 Jahren.

Annalena Baerbock von den Grünen und Olaf Scholz von der SPD wären dabei gewesen, wenn Armin Laschet zugesagt hätte. Doch der CDU-Kandidat schlug aus.   

Rezo ist YouTuber, kein Journalist. Seine Währung ist Wirkung, nicht Objektivität. Am 18. Mai 2019 hatte Rezo das Video „Die Zerstörung der CDU“ veröffentlicht. Warum hätte Armin Laschet zusagen sollen?   

Rezo wandte sich direkt an Armin Laschet: “Du erreichst die jungen Leute nicht, wenn du ins Fernsehen gehst.” Mag sein. Aber die Gleichung “Hohe Reichweite innerhalb einer Zielgruppe = passendes Umfeld” ist falsch.   

Und mit welcher Legitimation sollte Rezo ein Anwalt oder Sprachrohr der "jungen Leute” sein?  

Es ist billig, dem CDU-Kandidaten vorzuwerfen, er habe sich weggeduckt. Man kann es auch so sehen: Er hat dem Erwartungsdruck der sozialen Medien standgehalten und Haltung bewiesen.   

Einen schönen Abend und ein sonniges Wochenende wünscht   

Rolf Schröter

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18.06.2021 Influencer am Pranger

GFDK - Marketing News - W&V Rolf Schröter

Rolf Schröter, Chefredakteur bei W&V, hat ein dickes Lob für Cristiano Ronaldo.

Lieber Herr Böhmer,

England stellt Influencer an den Pranger. Auf einer Kennzeichnungsliste im Internet nennt der britische Werberat, also die ASA, derzeit vier Frauen namentlich. 

Weil sie gegen Werberegeln verstoßen haben. Posts, Reels und Stories wurden von ihnen wiederholt nicht als Werbung gekennzeichnet, so der Vorwurf der Behörde.

Bleiben die Vier stur, will die ASA petzen. Würden die Influencerinnen entsprechend angezeigt, drohen Geldstrafen oder Löschungen ihrer Postings.   

Eigenwillig ist auch Ronaldo. Der portugiesische Nationalspieler hat vor laufender Kamera seine Unlust auf Coca-Cola kundgetan und damit ein gigantisches Medienecho gefunden.

Aber dass sein Cola-Geschubse vier Milliarden Dollar Markenwert vernichtet habe, ist offenbar stark übertrieben.    Irgendwie komisch:

Da verkündet die werbungtreibende Wirtschaft mantramäßig, wie wichtig es ist, Haltung zu zeigen.

Dann zeigt einer tatsächlich Haltung. Und alle sind entsetzt.   

Noch einen schönen Abend wünscht   

Rolf Schröter

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17.06.2021 Greenpeace-Aktivist mit Gleitschirm

GFDK - Marketing News - W&V Verena Gründel

Verena Gründel, Chefredakteurin bei W&V, meint der PR-Stunt von Greenpeace ist in die Hose gegangen.

Lieber Herr Böhmer,

die Aktion von Greenpeace hätte gut werden können. Doch leider ging der geplante PR-Stunt vor dem gestrigen Deutschland-Spiel nach hinten los.

Der Gleitschirmflieger, der gegen den EM-Sponsor Volkswagen protestierte, stürzte nicht nur ab und verletzte zwei Person, er warf auch kein gutes Licht auf die Marke der NGO. Die geplante Botschaft der Aktion rückte damit in den Hintergrund. "Kick Out Oil" stand auf dem Latexball und auf dem Gleitschirm

Denn wenn es um Fußball geht, verstehen die Deutschen keinen Spaß. Das erste Fußballgroßevent post Corona in der Allianz-Arena war ihnen heilig.   

Und auch auf VW lassen die Deutschen nichts kommen. Immerhin ist Herbert Diess von Volkswagen Deutschlands beliebtester CEO. Das besagt das aktuelle Glassdoor-Ranking.  

Wenn Greenpeace also Zustimmung in der breiten Masse will, sollte sie vorsichtig sein. Immerhin gab es im Anschluss eine aufrichtige Entschuldigung von der Organisation. Die dürfte viele gnädig stimmen.  

Mit Coca-Cola erntete ein weiterer EM-Sponsor Kritik : "Trinkt Wasser", rief Christiano Ronaldo demonstrativ auf der EM-Pressekonferenz und hielt seine Wasserflasche in die Luft.

Die auf seinem Tisch platzierten Cola-Flaschen schob er zur Seite. Im Kamerabild waren sie nicht mehr zu sehen. Braunes Zuckerwasser und Spitzensport passen eben nicht so gut zusammen, wie Coca-Cola es gern hätte.

Fußball und Haltung offenbar schon.  

Einen schönen Abend wünscht

Verena Gründel

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16.06.2021 Nichtregierungsorganisation Noyb

GFDK - Marketing News W&V Rolf Schröter

Rolf Schröter, Chefredakteur bei W&V, hat wohl auch was gegen die lästigen Cookie-Banner.

Lieber Herr Böhmer,

Max Schrems erscheint als ein Engel für Verlage. Noyb, die Organisation des österreichischen Datenschutz-Kämpfers, hat ein automatisches Browser-Signal entwickelt.

Damit können Internet-Nutzer festlegen, welche Cookies sie akzeptieren – und welche nicht. Die lästigen Cookie-Banner sind dann passé.   

Was das mit Verlagen zu tun hat? Der User kann mit Schrems‘ System Inhalteanbieter gezielt bevorzugen.

„Viele Nutzer sind vermutlich bereit, mit Qualitätsmedien etwas mehr Daten zu teilen, aber wollen ihre Daten nicht an Hunderte externe Tracking-Firmen geben“, sagt Schrems.   

Mit seinem Plugin namens ADPC könnte etwa ein Zeitungsverband eine Liste bewerben. Dann könnte ein geneigter Nutzer mit einem Klick bestimmte Gruppen unterstützen.  

Der seltsame Name der Nichtregierungsorganisation ist übrigens ein Kürzel. Noyb steht für „non of your business“, auf Deutsch: „Geht dich nichts an“.

Es wird langsam eng für Unternehmen, die den Eindruck erwecken, die Audience nur als Melkvieh zu benutzen.   

Selbst im Privatfernsehen ist die Zeit des „anything goes“ vorbei, wie El Cartel-Geschäftsführer Andreas Bartl betont. Die Medien werden sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung zunehmend bewusst.

Screenforce-Chef Malte Hildebrandt sieht das Fernsehen als „Kitt, der die Gesellschaft in dieser Krise zusammengehalten hat“.    Ein partnerschaftliches Miteinander besteht eben aus Geben und Nehmen.   

Einen schönen Abend wünscht  

Rolf Schröter

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15.06.2021 Strategie, Inhalte, Look

GFDK - Marketing News - W&V Verena Gründel

Verena Gründel, Chefredakteurin bei W&V, weiß warum Dieter Bohlen nich mehr bei RTL ist.

Lieber Herr Böhmer,

spätestens jetzt ist klar, warum Dieter Bohlen den Chefjurorsessel bei DSDS verlassen musste. RTL will mehr Information, mehr positive Unterhaltung, Verantwortungsbewusstsein und Freude.

Das gab der Sender bei den Screenforce Days bekannt. Wohlfühlinhalte gepaart mit Nachrichten. Im neuen Programm hätte der Lästerkönig also keinen Platz mehr. Stattdessen werden die Nachrichten deutlich ausgebaut, unter anderem mit Pinar Atalay und Jan Hofer.

Für die "positivere Unterhaltung" ist Hape Kerkeling zuständig.

Und bei der Tochter Vox bittet Shopping- und Deko-König Guido Maria Kretschmer zu "Guidos Wedding Race". Damit der Umbruch auf den ersten Blick erkennbar wird, gibt's ein neues Logo oben drauf.  

Auch bei der Lemon Group Services wird umgebaut. Alexander Schlaubitz, CEO der DDB-Mutter und ehemaliger Lufthansa-Marketingchef, verwandelt die Ex-Service-Einheit in eine Steuerungs-Holding.

Diese Anstrengungen gingen zulasten des Neugeschäfts, gibt er zu. Jetzt soll das Business wieder anziehen, verspricht er im W&V-Interview.  

Zum Feierabend habe ich noch einen Tipp für Sie.

Wenn Ihnen Ihre Familie oder die Kolleg:innen immer wieder Ihre Lieblingsschokolade wegfuttern, machen Sie einfach Haushaltsgegestände draus.

Wie? Das verrät Ritter Sport im neuesten Spot, der bei der dänischen Agentur Brandhouse entstand.  

Einen schönen Abend wünscht  

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12.06.2021 Baerbock-Anzeige mit Moses

GFDK - Marketing News - W&V Rolf Schröter

Rolf Schröter, Chefredakteur bei W&V, schließt sich den kritikern an. Nur da bin ich einmal anderer Meinung. Die grünen machen sich seit vielen jahren, für sehr viele Verbote stark.

Lieber Herr Böhmer,

Annalena Baerbock als Moses mit zehn Verboten – diese Anzeige ist so kontraproduktiv, dass man darüber lachen kann. Sie stammt von der „Initiative Soziale Marktwirtschaft“. Auf den Steintafeln stehen aber statt der zehn Gebote zehn Verbote. Etwa "Du darfst kein Verbrenner-Auto fahren", "Du darfst nicht fliegen", "Du darfst nicht schöner Wohnen", "Du darfst deine Arbeitsverhältnisse nicht frei aushandeln".

Dahinter steht der Arbeitgeberverband Gesamtmetall.   

Diese Lobbyorganisation dürfte sich damit ebenso kraftvoll ins Knie geschossen haben wie vor einigen Tagen die SPD, als sie Jens Spahn wegen der Schrottmaskenaffäre angegriffen hat.

Wenn du jemanden runtermachst, heißt das nämlich noch lange nicht, dass du für dein eigenes Anliegen Gehör findest. Stänkerer und ihre Freunde findet niemand gut.   

Was anderes ist es, wenn man sich selbst disst. So wie BMW. Der Autobauer hat zum Weltumwelttag eine Umfrage auf Twitter gestartet: Wie man wohl am besten durch die Stadt käme und seinen Teil zum Umweltschutz beitragen könne.

Dass die wenigsten Teilnehmer auf einen „super-nachhaltigen“ BMW als Fortbewegungsmittel setzen, hätte klar sein müssen.   Aber vielleicht hat BMW das genau so geplant?

Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht. Er hat Aufmerksamkeit und vielleicht auch ein wenig emotionale Zuneigung. Und wenn du dann, kurz darauf, zeigst, dass du zu Unrecht Dresche gekriegt hast…  

BMW verkündet nämlich am gleichen Tag eine langfristige Kooperation mit Coldplay. Die Band, die allein auf Youtube 18,9 Millionen Abonnenten hat, lässt verlauten, sie sei „stolz auf die Zusammenarbeit mit BMW“.

Warum? „Weil sie uns dabei unterstützen wird, alles, was wir tun, so nachhaltig wie möglich zu gestalten.“  

Ich wische mir eine Träne der Rührung aus den Augen und wünsche uns allen ein nachhaltiges Wochenende.  

Rolf Schröter

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11.06.2021 die Fußball-EM der Herren

GFDK -Marketing News - W&V Verena Gründel

Verena Gründel, Chefredakteurin bei W&V,

Lieber Herr Böhmer,

für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: Heute startet die Fußball-EM der Herren. Deutschland ist noch nicht so richtig im Fußballfieber, das ist zumindest mein Eindruck.

Man könnte sagen: Die Stimmung hat noch viel Potenzial.   

Spätestens wenn in München 14.000 Menschen in die Münchner Allianz-Arena pilgern, werden wir aufwachen und uns angesichts der vielen Menschen auf einem Haufen die Augen reiben.

Allianz-Arena ist übrigens falsch. Zur EM heißt das Bayern-Stadion "Fußball Arena München". Niemand wird sie so nennen. Mal abgesehen von den Fußball-Kommentatoren, die sich den Sponsorennamen mühsam abtrainieren werden müssen.   

Dass Fußball viel mehr als Kommerz ist, will Adidas in einer neuen Kampagne unterstreichen. Die Marke hebt die soziale Rolle des Spiels hervor. “Lasst uns gemeinsam die Welt verändern.”

Ein toller Spot, der bei jedem, der selbst aktiv spielt, Gänsehaut hervorruft. Das professionelle Fußballgeschäft hat damit jedoch nicht viel zu tun.  

Das Profi-Business findet in diesem Jahr erstmals in immer mehr Podcasts statt . Die UEFA hat mit "The Euro Show" ein offizielles Format gelauncht. Nicht nur sie:

Wir haben die Podcasts der wichtigen Medien für Sie herausgesucht. Dann klappt‘s auch mit dem Kicktipp-Sieg.   

Fröhliches Raten und einen schönen Abend wünscht 

Verena Gründel

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10.06.2021 Sie berät Laschet im Wahlkampf

GFDK - Marketing Nes - W&V Rolf Schröter

Rolf Schröter, Chefredakteur bei W&V, meint Tanit Koch kann was. Kann sie auch Armin Laschet ins Kanzleramt bringen? Das muß sich noch zeigen.

Lieber Herr Böhmer,

vom Kampfblatt in die politische Eintönigkeit: Ex-Bild-Chefredakteurin Tanit Koch soll von der Berliner CDU-Zentrale aus Armin Laschets Wahlkampfkommunikation leiten, seine Pressearbeit koordinieren und seine Präsenz in den sozialen Medien erhöhen.

Was fehlt? Profil und eine Strategie.   

Nachdem Tanit Koch die Bild-Zeitung 2018 verlassen hatte, arbeitete sie als Geschäftsführerin des Nachrichtensenders n-tv und als Chefredakteurin der RTL-Zentralredaktion. Die Frau kann was.  

Trotzdem wird es nicht leicht für die parteilose Journalistin. Armin Laschet ist ein ausgleichender Mediator in die Partei hinein, aber kein mitreißender Anführer nach außen.

Die Herausforderung für Tanit Koch liegt somit weniger im handwerklichen Können, sondern darin, strategisch eine Persönlichkeit begreifbar und zugänglich zu machen.  

Es geht darum zu verbinden statt zu spalten. Also das Gegenteil von dem, wofür die Bild-Zeitung bekannt ist. Viel Glück!  

Einen schönen Abend wünscht  

Rolf Schröter

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