Marketing und Werbung - Produkte und Köpfe

13.08.2019 weg vom Fleischbeschau-Image

GFDK - Marketing News - W&V Verena Gründel

Verena Gründel, Mitglied der Chefredaktion bei W&V,

Lieber Herr Böhmer,

Schönheitswettbewerbe haben es heute schwer. Ideal bemaßte Frauen im Bikini und mit geblecktem Dauergrinsen will – zumindest offiziell – heute keiner mehr auf Bühnen sehen.

Einzig Heidi Klum schafft es mit ihrer Mutti-Aura, besorgte Eltern und Gleichstellungsaktivisten zumindest soweit im Zaun zu halten, dass sie ihre Mädchen weiterhin Jahr für Jahr vor laufender Kamera über die Laufstege dieser Welt zu scheuchen darf.

Keine Präsentation der Bademoden

Dagegen wollen sich die Macher von Miss Germany endlich vom Fleischbeschau-Image distanzieren. Ab 2020 sucht der Klassiker unter den Schönheitswettbewerben nur noch authentische Frauen mit eigener Geschichte, mit Engagement, Charisma und Haltung.

Gesucht werden nun also Frauen zwischen 18 und 39 Jahren, die "aktiv, gebildet und neugierig sind, selbstbewusst und kämpferisch", heißt es von Veranstalterseite,  – "außerdem mit Verantwortung in ihrer Community."

Aus dem Schönheitskontests soll so der "größte crossmediale Personality-Wettbewerb der Welt" werden. Die Miss Germany Corporation weiß eben, wie man sich richtig inszeniert.

Um noch mehr Gleichstellung soll es in der neuen Show von Joyn gehen. Die Onlinevideothek strahlt ab 23. September die Serie "Frau Jordan stellt gleich" mit Katrin Bauerfeind in der Titelrolle aus.

Es geht „um Männer in Elternkursen, Frauen bei der Feuerwehr, alte weiße Männer und junge nackte Frauen, als lästig empfundene Behinderte und sich lustig findende Senioren". Klingt fast so, als würde es nicht immer ganz politisch korrekt zugehen.

Nicht nur, weil dort laut der Hauptrolle „auch Männer Witze machen dürfen“.

Das kann ja heiter werden. Einen schönen Abend wünscht

Verena Gründel

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11.08.2019 Influencerin Anastasia Karanikolaou

GFDK - Marketing News - W&V Holger Schellkopf

Nachrichten aus der Marketing-Welt. Apple schraubt die Belohnung für das Mitteilen von Sicherheitslücken nach oben. Ein Frankfurter Shop wehrt sich kreativ gegen Reseller. Warum die Neuausrichtung von Gerry Weber dringend nötig war. Ein Blick auf die Voice-Commerce-Strategie von Rewe. Und: "Promi Big Brother" zeigt, wie sich unser Begriff von Prominenz und Mainstream gewandelt hat.

Holger Schellkopf, Chefredakteur bei W&V, hat noch mehr Geschichten.

Lieber Herr Böhmer,

Emojis sind inzwischen nicht nur eine eigene Form der Schrift, sie sind eine eigene Form der Sprache. Umso interessanter ist zu sehen, was denn wo besonders beliebt ist. Brandwatch hat das jetzt mal für den Bereich Food erledigt. Ergebnis:

Die Avocado ist nicht mehr unter den beliebtesten Emojis. Die Erkenntnisse der Auswertung gehen allerdings weit über das Thema Food hinaus. Im übrigen ist die Youtuberin Sally von "Sallys Welt" die erfolgreichteste Influencerin auf Instagram.

Erkenntnisse eher unerfreulicher Natur hat zuletzt Gerry Weber gemacht. Eine Konsequenz daraus ist, das sich die Marke mitten im Insolvenzverfahren neu erfindet. Das ist bitter nötig, denn der Marke fehlte der Lovebrand-Faktor, sagt Markenchef Simon Höcker ohne Umschweife.

Eine echte Lovebrand scheint dagegen Baden-Württemberg zu sein, genauer gesagt der zugehörige Sticker. Seit  Influencerin Anastasia Karanikolaou dem kleinen Ding zu großer Prominenz verhalf, ist die Nachfrage gigantisch.

Jetzt hat der Online-Shop der Landesregierung Baden-Württemberg die weiße Fahne gehisst: Der Sticker ist ausverkauft, aktuell können keine neuen Bestellungen entgegengenommen werden.

Wegen Erfolg geschlossen sozusagen. Das können auch nicht viele von sich behaupten.

Schönes Wochenende

Holger Schellkopf

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10.08.2019 Jennifer DiMotta muß es richten

GFDK - Marketing News - W&V Verena Gründel

Verena Gründel, Mitglied der Chefredaktion bei W&V, hat einiges zu erzählen.

Lieber Herr Böhmer,

es fehle an Herz, Ehrlichkeit und Liebe. So lauten die harten Worte von Walter Gunz über Media-Markt Saturn. Der Media-Markt-Gründer ging in W&V 2/2019 hart mit seinem ehemaligen Unternehmen und dessen Management ins Gericht.

Der Elektrohändler steckt seit langem in der Krise. Tiefpunkt war nach dem nicht enden wollenden Manager-Roulette die umstrittene #Männertage-Kampagne. Den Herren in den Chefetagen fehlte es an Kreativität; sie schafften den Turnaround nicht.

Deshalb soll es jetzt eine Frau richten. Jennifer DiMotta wird Chief Marketing & Digital Officer. Sie kommt aus den USA, hat einen einwandfreien Lebenslauf, ihre eigene Beratungsfirma und sogar einen nach ihr benannten Wachstumsplan:

Mit der "DiMotta-Methode" kann man das Potenzial eines Unternehmens feststellen, um daraus ein Wachstumsprogramm abzuleiten. Genau das ist es, was Media-Markt Saturn braucht. Und ein bisschen weibliches Herz.

Auch Volkswagen kann frischen Wind gebrauchen. Deshalb verpasst sich der Automobilkonzern selbst eine neue Marke. The "New Volkswagen". Nicht wirklich revolutionär, aber ein bisschen innovativer, zeitgemäßer, kosmopolitischer. Und trotzdem ganz simpel.

Wie das neue Agenturmodell. Allein 40 Kreativagenturen hat Volkswagen bislang beschäftigt. Von Designspezialisten, Digitalprofis, Raumgestaltern und weiteren Disziplinen ganz zu schweigen.

Doch jetzt ist Schluss damit. VW hat den Wildwuchs gestutzt. Übrig geblieben sind 16 Agenturen, die ständig für die Marke arbeiten. Powerhouse nennt der Hersteller dieses Modell. Das klingt nach vielen PS.

Apropos Pferd: Einen schönen Weltkatzentag nachträglich

Verena Gründel

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08.08.2019 Vernetzung von stationärem und digitalem Handel

GFDK - Marketing News - W&V Holger Schellkopf

Holger Schellkopf, Chefredakteur bei W&V, hat ein paar Neuigkeiten über Otto und ECE

Lieber Herr Böhmer,

Connected Commerce ist ein wohklingendes Schlagwort, das uns in Zukunft wohl noch wesentlich öfter begegnen wird. Dahinter versteckt sich nicht mehr und nicht weniger als die Vernetzung von stationärem und digit alem Handel. Bisher kennt man das in erster Linie durch markeninterne Lösungen, beliebtes Vorzeigebeispiel ist hier Apple.

Online-Händler Otto und der Shopping-Center-Betreiber ECE gründen jetzt eine gemeinsame Handelsplattform. Die hat es durchaus in sich: immerhin verbünden sich hier die deutschen Riesen in den Bereichen Onlinehandel und Shopping Center.

Ziel des Connected-Commerce-Konzeptes ist, den Stationärhandel in den ECE-Centern durch zusätzliche Reichweite zu stärken und das Online-Angebot von Otto um lokale Bezugsquellen zu erweitern.

Klingt ziemlich schlau und durchaus für andere Felder adaptierbar. Bestehende Bande - die Namensgleichheit des ECE-CEO Alexander Otto mit dem Onlinehändler ist keineswegs zufällig - mögen die Kollaboration in diesem Fall befördert haben, Voraussetzung für eine clevere Zusammenarbeit ist so etwas aber sicher nicht.

Zusammenarbeit ist auch zentrales Stichwort, wenn es um den Einsatz von Influencern geht. Den Zusatz clever hat das leider nicht immer verdient.

Dabei kann es sich offenbar durchaus lohnen, hier mit Sinn, Verstand und etwas Mut zur Sache zur gehen. Eine aktuelle YouGov-Studie sagt zumindest, dass Influencer auf jüngere Konsumenten einen starken Einfluss haben. Vielleicht nicht wahnsinnig überraschend, im Ergebnis aber dennoch interessant.

Bei älteren Zielgruppen schlägt das Influencertum noch nicht so durch. Das mag auch damit zu tun haben, dass hier die passenden Role Models noch weitgehend Mangelware sind. Leute wie der australische Best-Age-Hipster (was für ein Wort) Marek wollen und könnten das ändern.

Wie das gehen soll und warum das händchenhaltende Paar über 60 dabei nicht zielführend ist, erklärt der Herr mit dem grauen Bart in unserem Interview. Mehr über die neuen Best Ager gibt es übrigens im jetzt erschienenen neuen W&V-Heft zu lesen und zu sehen.

Einen schönen Abend wünscht

Holger Schellkopf

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07.08.2019 am Rand des Nervenzusammenbruchs

GFDK - Marketing News - W&V Rolf Schröter

Rolf Schröter, Mitglied der Chefredaktion bei W&V,

Lieber Herr Böhmer,

Procter & Gamble macht weiter mit schonungsloser Ehrlichkeit. Nachdem der Werberiese über seine Marke Gillette Frauen- und Männer-Klischees zertrümmert hat, sind nun die Kleinsten an der Reihe.

Schreiende und kotzende Babys sind nicht süß. Sie bringen ihre Eltern an den Rand des Nervenzusammenbruchs. Trotzdem kann man die erbarmungslose Wahrheit zeigen – wenn man mehr bietet als Verzweiflung. Im neuen Pampers-Spot besteht dieser Mehrwert aus erfahrenen Eltern, die mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Statt zu heucheln: „Alles ist gut“, erzählt man also besser: „Ja, es ist manchmal scheiße – aber wir machen es gemeinsam besser“.

So wie Krombacher. Nachdem einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht wussten, wohin mit ihren Kleinsten, hat die Brauerei kurzerhand ein Einfamilienhaus gekauft, saniert und als Kinderbetreuungsstätte für Unter-3-Jährige eingerichtet. Den Namen haben die Mitarbeiter selbst ausgesucht: Krombärchen. Übrigens bietet Krombacher schon seit zwei Jahren eine Betreuung für Mitarbeiterkinder in den Sommerferien an. Was für großartige Ideen!

Und man sieht: Besser geht immer.

Einen schönen Abend wünscht

Rolf Schröter

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06.08.2019 E-Scooter sind medial das große Dink

GFDK - Marketing News - W&V Holger Schellkopf

Das war der Tag - Die Traditionsmarke Gerry Weber nimmt wieder Fahrt auf. Instagram und Facebook sollen bald anders heißen, zumindest ein bisschen. Google lässt andere Suchmaschinen für die Einbindung auf Android zahlen.

Eine Vibrator-Marke wird auf Instagram gesperrt und beklagt sich über das gespaltene Verhältnis zur weiblichen Lust. Und: Die Glücksspielbranche zeigt, wie moderner Verbraucherschutz im Digitalen aussehen kann.

Holger Schellkopf, Chefredakteur bei W&V hat es heute mit den E--Scootern.

Lieber Herr Böhmer,

E-Scooter sind medial ja gerade das große Ding. Es vergeht kein Tag, an dem nicht irgendjemand fordert, dies und das müsse zusätzlich reguliert werden. Gleichzeitig werden auch die Stimmen derer nicht leiser, die derlei Gerätschaften ohnehin völlig unnötig finden - die Leute könnten schließlich auch zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren.

Genau dieses Leuten ist all das aber offensichtlich ziemlich egal, die Nutzungszahlen der Anbieter sprechen zumindest eine ziemlich klare Sprache. Kein Wunder also, wenn sich die Automobilbauer nicht die Butter vom Brot aka die letzte Meile vom Nutzer von irgendwelchen Startups klauen lassen wollen.

Audi hat konsequenterweise einen E-Scooter vorgestellt, der die Eigenschaften eines Tretrollers und eines Skateboards kombinieren soll und sogar den Titel E-tron tragen darf, der bisher ja den edlen Karrossen des Hauses vorbehalten war.

Bei den Kollegen von BMW hat man derweil eher die passende Inszenierung der hauseigenen Hybrid-Flotte im Sinn und hat sich dafür Hilfe bei Jung von Matt geholt. Herausgekommen ist ein durchaus sehenswerter Film, der aktuell weltweit durch die Social-Media-Plattformen rauscht.

Zurück in die Zukunft ist indes das Motto bei Benetton. Dies betrifft sowohl die Kollektion als auch die begleitende Kampagne. Sie stammt von Oliviero Toscani, der nach fast zwei Jahrzehnten Pause wieder für Benetton aktiv ist.

Einen schönen Abend wünscht

Holger Schellkopf

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05.08.2019 Konzern-Karriere zahlt sich aus

GFDK - Marketing News

PR- und Marketing-Angestellte verdienen in Großunternehmen mit 501-1000 Mitarbeitern jährlich rund 20 Prozent über dem Branchendurchschnitt. In keiner anderen Branche fällt dieser Unterschied so hoch aus. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse der Jobplattform StepStone.

Gehaltsanalyse: So wirkt sich die Größe des Unternehmens auf den Lohn aus

StepStone analysiert Gehälter in KMUs, Großunternehmen und Konzernen
Konzernmitarbeiter verdienen rund 15 Prozent mehr als der deutsche Bruttodurchschnitt
KMU-Gehälter liegen rund 10 Prozent unter dem Durchschnitt

Gehälter innerhalb derselben Branche können je nach Unternehmensgröße stark variieren. Wie groß die Unterschiede genau sind, hat die Jobplattform StepStone (www.stepstone.de) in einer neuen Analyse herausgefunden, die auf mehr als 200.000 Datensätzen des StepStone Gehaltsplaners basiert.

KMU-Angestellte erhalten vergleichsweise geringe Gehälter

In Deutschland beträgt das jährliche Bruttodurchschnittsgehalt für Fach- und Führungskräfte rund 59.000 Euro. Dieses kann aber je nach Unternehmensgröße deutlich höher oder niedriger ausfallen.

So verdienen Angestellte in kleinen und mittelständischen Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern rund 10 Prozent weniger als die durchschnittliche Fach- und Führungskraft. Das entspricht einem Durchschnittsgehalt von 53.000 Euro jährlich.

Besonders deutlich wird dieser Gehaltsunterschied in der Automobilbranche: Fahrzeugbauer und -zulieferer erhalten in KMUs im Schnitt rund 17 Prozent weniger Gehalt als ihre Kollegen in größeren Unternehmen.

Mitarbeiter in Großunternehmen (501 bis 1.000 Mitarbeiter) werden vergleichsweise gut bezahlt: Branchenübergreifend betrachtet erhalten sie im Schnitt Gehälter, die mit rund 60.400 Euro pro Jahr knapp 2 Prozent über dem deutschen Durchschnitt liegen.

Doch auch hier gibt es starke Unterschiede: So fallen die Gehälter in großen PR- und Marketingagenturen mit bis zu 1.000 Mitarbeitern 20 Prozent höher aus als im Branchenschnitt. Vergleichsweise geringe Gehälter erhalten hingegen auch in Großunternehmen die Fahrzeugbauer und -zulieferer. Hier bewegen sich die Löhne rund 10 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt.

Konzern-Karriere zahlt sich aus

In Konzernen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern liegt die Vergütung branchenübergreifend 16 Prozent über dem durchschnittlichen Gehalt: Fach- und Führungskräfte verdienen hier durchschnittlich 68.400 Euro im Jahr.

Am deutlichsten wird dieser Gehaltsunterschied im Sektor Elektrotechnik, Feinmechanik und Optik, wo Konzernmitarbeiter rund 23 Prozent über dem Branchendurchschnitt verdienen. Am niedrigsten fallen die Gehaltsunterschiede im Versicherungsbereich aus: Hier verdienen Fach- und Führungskräfte in Konzernen lediglich 7 Prozent mehr als die Kollegen in kleineren Unternehmen.

André Schaefer, Gehaltsexperte bei StepStone, kommentiert die Untersuchung:

“Ginge es bei der Jobsuche allein ums Geld, sollten Fachkräfte sich bei Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern bewerben, denn dort stehen die Chancen auf ein hohes Gehalt am besten.

Für die allermeisten Fachkräfte ist das Gehalt aber nur einer von vielen Faktoren, die bei der Suche nach dem richtigen Job entscheidend sind. Wichtig sind vor allem auch vielfältige Aufgabenbereiche, gute Entwicklungsmöglichkeiten und eine Unternehmenskultur, in der sie sich wohlfühlen.“

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04.08.2019 keine Lust auf den Ausverkauf

GFDK - Marketing News - W&V Rolf Schröter

Rolf Schröter, Mitglied der Chefredaktion bei W&V,

Lieber Herr Böhmer,

Fußball und Marketing, das ist eine heikle Kombination. Aus England fliehen bereits Menschen nach Deutschland: Abtrünnige, die der Durchkommerzialisierung ihrer Clubs die Rücken kehren und ihr Heil in der Bundesliga suchen.

Aber auch hier treibt das Geld hässliche Blüten. In Bremen wird das Weserstadion künftig unter "Wohninvest Weserstadion" firmieren. Der Hauptsponsor von Union Berlin heißt "Aroundtown" und sitzt in Luxemburg. Und BVB-Fans sticheln schon traditionell gegen den vermeintlichen Kommerzclub RB Leipzig.

Fans haben einfach keine Lust auf den Ausverkauf ihrer Vereine. Besonders eigen ist der FC St. Pauli. Erst vor wenigen Tagen entschieden sich die Kiezkicker, das Millerntor-Stadion nicht an einen Großinvestor, sondern per Genossenschaftsmodell an die eigenen Fans verkaufen zu wollen.

Schwierig, für Nordpol, für diesen Verein Werbung zu machen. Die Hamburger Agentur schafft das schon seit 20 Jahren. Aber die neue "No Design"-Kampagne ist besonders nett. Da steht dann zum Beispiel auf Karopapier der Platzhalter "Hier Marketingspruch, der nicht so marketingmäßig rüberkommt".

Manchmal ist es eben das Beste, wenn man einfach nur ehrlich ist und aus der Not eine Tugend macht.

Wie Mercedes. Die Schwaben warben per Tweet lässig für ihr Monster-SUV namens AMG GLA 45 4Matic – und zwar mit einer ironischen Anspielung auf den heißen Sommer und damit quasi auf die Klimaerwärmung.

Keine gute Idee - Der unglückliche Witz zündete auf einem Pulverfass der Empörung.

Da gibt’s nur eins: Entschuldigen. Das tat Mercedes denn auch prompt, versehen mit der Versicherung, man arbeite hart an der Transformation der Fahrzeugflotte.

Also: Vorsicht mit Ironie – vor allem in sozialen Netzwerken.

Ein schönes Wochenende wünscht

Rolf Schröter

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03.08.2019 Chromosomensatz spielt keine Rolle

GFDK - Marketing News - W&V Verena Gründel

Verena Gründel, Mitglied der Chefredaktion bei W&V, glaubt das es bald keine Unterschiede mehr zwischen den geschlächtern gibt. Hört sich für Frauen ja gut an.

Lieber Herr Böhmer,

besitzen Sie einen XX-Chromosomensatz, oder doch XY? Egal. Im Marketing spielt das Geschlecht in Zukunft eine immer geringere Rolle. Sind Sie 25 oder doch näher an der 55? Auch das wird für das Targeting unwichtiger.

Unternehmen verabschieden sich zunehmend davon, ihre Zielgruppen nach klassischen soziodemografischen Kriterien einzuteilen. Stattdessen werden Werte, Motivationen, Stimmung oder Interessen wichtiger.

Den Beweis dafür liefert die Printmedien-Landschaft. Aktuelle Zahlen der Agma zeigen, dass Männer immer häufiger Joy und Intouch lesen, Frauen dafür Auto Bild und Sport Auto (W&V+) – und nebenbei bemerkt, dass sie es auch zugeben.

Der FC-Bayern-Profi Serge Gnabry fasst dieses neue Selbstverständnis schön zusammen: "Für mich ist es wichtiger, ein guter Mensch zu sein als ein guter Mann.“

Wie klein Unterschiede zwischen XX und XY sein können, zeigen auch die allerersten Gerety Awards. Die Auszeichnung soll Frauen in der Kreation sichtbarer machen und ihnen in einer männlich dominierten Branche einen höheren Stellenwert verleihen.

Und was macht die ausschließlich weibliche Jury? Sie zeichnet – zumindest in Deutschland – dieselben Kampagnen aus, die das ganze Jahr über schon Preise eingesackt haben.

Ist das nicht eine tolle Nachricht für alle Menschen?

Einen genauso tollen Tag wünscht

Verena Gründel

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02.08.2019 Content kostet Geld

GFDK - Marketing News - W&V Rolf Schröter

Rolf Schröter, Mitglied der Chefredaktion bei W&V, weiß wohl nicht, ob er Lachen oder heulen soll.

Lieber Herr Böhmer,

Georg hat leider so überhaupt keinen Style! – sagt Tokio-Hotel-Sänger Bill Kaulitz über die modische Unsicherheit seines Bassisten Georg Listing.

Kaulitz sagt das in der achtminütigen ersten Folge einer Dokumentationsreihe über die erfolgreiche Teenie-Band. Hinter der Dokumentation steht kein Medienunternehmen, sondern der Modehändler About you. Deshalb trägt die dreiteilige Doku auch den Titel „It’s about you“.

Marken handeln wie Medien. Die Herstellung und Distribution von Content kostet Geld. Markenunternehmen haben zwar Geld. Aber per se keine Reichweite. Und Content ohne Reichweite ist wie eine Bar ohne Alkohol.

Also braucht es für den Content entweder Plattformen mit berechenbarer Reichweite, sprich Medienmarken, oder eben Prominente aka Influencer.

Tokio Hotel ist eine sehr gute Wahl der Otto-Tochter About you. Denn nicht nur Bill Kaulitz ist mit allein 585.000 Abonnenten bei Instagram ein Prominenter mit hoher Reichweite.

Er hat auch vor Kurzem ein eigenes Modelabel gegründet, das er über About you verkauft. Das wirkt authentisch und schafft Synergien. Und vor allem: Sein Bruder Tom Kaulitz ist mit Supermodel Heidi Klum verlobt, die wiederum eine Mega-Community über die klassische Medienschiene ProSiebenSat.1 unterhält.

Was für ein herrlicher, sorgloser Marketing-Ringelpiez

Volles Risiko fährt dagegen der Lieferdienst DHL. Der Paketbringer hat das Social-Media-Volk dazu aufgerufen, „Fan-Fotos“ zu posten. Die Idee zu dieser Aktion erinnert mich frappierend an den Gefahrensucher Rex Kramer aus dem Film „Kentucky Fried Movie“ der Zucker-Brüder.

Es kam, wie es kommen musste: Die User haben das Angebot, dem Unternehmen bildlich in den Hintern zu treten, dankbar angenommen.

Ja, Marketing macht Spaß.

Einen schönen Abend wünscht

Rolf Schröter

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