Marketing und Werbung - Produkte und Köpfe

14.01.2017 Content bleibt King

Gottfried Böhmer

Panik in den Medienhäusern? Die sinkenden Auflagen und fallenden Werbeeinnahmen schlagen ihre Blüten und es wird immer lustiger. Schuld daran soll Content-Marketing sein, der zudem noch den Populismus von links bis rechts Tür und Tor öffne. Die Meinungshoheit-Deutungshoheit der Medien steht auf der Kippe und nun schlagen sie um sich und suchen einen Schuldigen.

Die werbetreibende Wirtschaft, so die Botschaft, soll ihrer medialen Verantwortung gerecht werden und kritischen Journalismus direkt und indirekt fördern. Content-Marketing würde dem im Weg stehen und "der Verzicht darauf wäre ein erster, sehr wichtiger Schritt dazu".

"Werbung war gestern, heute wird das Content-Marketing immer stärker. Denn Konzerne kreieren immer öfter eigene, unkritische Medieninhalte. Das wäre gerade für unsere Gesellschaft eine gefährliche Entwicklung, schreibt Handelsblatt-Medienexperte Hans-Peter Siebenhaar auf MEEDIA.de".

Nachfragen, einordnen und bewerten würde immer häufiger ins Hintertreffen geraten, kann man da lesen. In der österreichischen Zeitung „Standard“ schrieb der Kommunikationschef von OMV Johannes Vetter, Gesteuerte „Wahrheiten“ würden kritischen Journalismus ersetzen.

Moral, Raffinität, Flächenbrand, Armada

Seiner Meinung nach hätte Content-Marketing die Kraft, „den Unternehmen die Moral unter den Füßen wegzuziehen“. Es fördere die „unredliche Vermischung von Anzeigenverkauf und redaktioneller Arbeit“. Es gäbe "viele Wege, um auf raffinierte Weise die Werbebotschaft loszuwerden".

Hans-Peter Siebenhaar schreibt von einem Flächenbrand, der sich immer weiter ausbreitet, und es würde eine Armada von PR-Strategen am Werk sein. Nach dieser Lesart kann der dumme Leser nicht von Information und Reklame unterscheiden.

Um was geht es?

Und jetzt kommt die entscheidende Passage, die aufzeigt, um was es den Kritikern von Content-Marketing wirklich geht.

Brandgefährlich, beschädigt, erschüttert, populistisch

"Content-Marketing ist brandgefährlich für eine Gesellschaft, die Ehrlichkeit und Transparenz ernst nimmt. Denn diese Werbeform beschädigt kontinuierlich den kritischen Journalismus. Sie erschüttert systematisch das Vertrauen der Nutzer in die Unabhängigkeit von Inhalten. Die Folgen des Vertrauensverlustes in die Medien sind bereits überall in Europa sichtbar. Populisten von rechts und links in Europa profitieren davon".

Wir wollen mal die Stühle zurechtrücken

Content-Marketing lebt von Faken und guten Inhalten, die für den Leser relevante Informationen mit Mehrwert bietet. Niemanden wird hier eine Meinung aufgezwungen oder etwas verfälscht. Alle Agenturen, die wir kennen halten sich an diese Regeln, ganz im Gegenteil zu dem angeblich "unabhängigen kritischen Journalismus". Hier einmal ein Beispiel wie man Werbung für ein Museum, eine Ausstellung und einen Künstler macht. Hermann Wiehl im MAC

Am 9. Oktober 2016 habe ich schon geschrieben:

Erzählen sie keine Märchen, das machen heute die Journalisten

Mittlerweile ist sogar der Journalismus vom Storytelling kontaminiert. Der Journalismus hat, so das Selbstbild, die Aufgabe sich an Fakten zu halten und eben keine Geschichten zu erzählen. Erzählen statt berichten sollte nicht das Credo, die Devise von Journalismus sein.

Es gibt zudem einen feinen Unterschied. Meine beste Content-Strategie taugt nichts, wenn das Produkt, das Unternehmen etc nicht das hergibt, was ich in meiner Botschaft verkaufen möchte. Von daher ist guter Content heute schon teilweise besser und informativer als das, was uns Journalisten täglich servieren.

Die Wahrheit ertrinkt im Popcorneimer

Es wird wohl nicht mehr lange dauern bis man auch noch behauptet Content-Marketing seien Fake-News, ein neues und beliebtes Totschlag Argument, was gerade die Runde macht. Anschuldigungen wie hier beschrieben werden den Medien nicht helfen aus ihrem Auftrags-Werbe-Auflagenloch rauszukommen.

Die Tendenz zum "beleidigt sein", die weit verbreitet ist, hilft in Streitfragen niemanden weiter. Content bleibt King, wenn wir weiter einzigartige Inhalte schaffen. Den Weg in den "medialen Brei" haben die Journalisten selber verschuldet. Macht einfach wieder guten Journalismus, dann braucht ihr auch keinen "Medien Kommissar" mehr.

PS: Adele ist ganz entsetzt, sie weiß schon nicht mehr ob sie nach links oder rechts laufen soll.

Gottfried Böhmer

 

 

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11.12.2016 Gipfeltreffen ohne Deutsche

GFDK - Gottfried Böhmer

Es ist zum Mäuse melken. Deutsche Unternehmen und Agenturen schlafen in aller Ruhe mit dem Kopf an der Wand und still ruht der See. Zwar ist Natives Advertising, Content Marketing und Storytelling in aller Munde, nur scheint das Deutschlands Agentur - und Marketingentscheider wenig bis überhaupt nicht zu interessieren.

Gipfeltreffen ohne Deutsche

Der Journalist Johannes Ceh konnte es kaum glauben. Auf dem globalen Gipfeltreffen der Native Advertising Branche in Berlin waren kaum Deutsche anzutreffen, und das obwohl sich dort die internationale Créme de la Créme von google, linkedin, buzzfeed, der New York Times und Co versammelt hatten und sich einen regelrechten Wettkampf um diese Themen boten. 

Johannes Ceh stellte sich die Frage, ob die Veranstaltung nicht ausreichend bekannt gewesen sei. Wohl kaum. Es ist wohl eher der Unwille der Entscheider in Deutschland sich den veränderten Marktbedingungen anzupassen. Die Banner - und Klickwirtschaft war für die Branche in den vergangenen Jahren ein Milliardengeschäft und sehr einfach zu handeln. Warum sich nun anstrengen, fragen sie sich wohl.

Native Advertising wird positiv wahrgenommen

Dass 70% der globalen Entscheider im kommenden Jahr mehr Content produzieren wollen (hier braucht man kluge Köpfe), scheint die Deutschen nicht zu interessieren. Dass Advertising von den Nutzern positiv wahrgenommen wird, wie eine Studie der Universität Antwerpen zeigt, in der 86% der Rezitenten mit Native Advertising einverstanden sind und diese sogar positiv wahrnehmen, scheint auch keinen hierzulande zu berühren.

Die Frage ist, wie lange wollen die Unternehmen das noch mitragen? Johannes Ceh meinte weiter: Premium-Content hat mit Schleichwerbung nichts zu tun und die Marketing-Entscheider hätten das Potential noch nicht voll erkannt. So seien die Zeiten des organischen Wachstums auf Facebook & Co vorbei, Ad Blocker seien auf dem Vormarsch und die durschnittlichen Klickraten von Banner-Kampagnen liegen oft unter 1%.

Wie, Wo, Was

Hier wird also viel Geld vernichtet. Native Advertising ist viel mehr als einfache Werbebotschaften, denn es werden Inhalte geliefert, Inhalte, die für den Leser einen echten Mehrwert bieten. Wo finde ich? Wie komme ich da hin? Was wird mir geboten?

Wenn interessante Artikel, die gut aufbereitete Informationen liefern und dem Leser eine Hilfestellung bieten, sollte man nicht von Schleichwerbung sprechen, denn dann dürfte ich überhaupt nichts mehr schreiben. Weil egal worüber ich schreibe, alles Werbung wäre.

Wir würden keine Interviews mehr führen und Markus Lanz wäre arbeitslos

Wenn wir mit einem Musiker, Schriftsteller oder Künstler ein Exklusivinterview führen, was wir häufig gemacht haben, machen wir ohne es zu wollen, Werbung für die Person, seine neueste CD, sein Buch oder seine Kunst. Das läßt sich, da es in der Natur der Sache liegt, nicht verhindern und hat mit Schleichwerbung wenig zu tun.

Wenn es darum ginge, dürfte kein Prominenter mehr in eine Talkshow eingeladen werden. Oft stellt da ein Schauspieler seinen neuen Film vor, der Schriftsteller sein neuestes literarisches Werk u.s.w. Markus Lanz wäre dann arbeitslos.

Ob die Entscheider es wollen oder nicht, sie müssen sich der digitalen Transformation stellen. Der Anteil von Content Native Advertising, kluges Link-Building, Influencer-Marketing und Storytelling wird dramatisch ansteigen. Einige mittelständige Agenturen, so meist um die 50 Mitarbeiter, haben das schon länger verstanden.

Agenturen wie Artaxo aus Hamburg, die Suchhelden in Osnabrück, Trust Agents im schönen Berlin, die Agentur WebINETion aus Stuttgart und Eology in Volkbach bei Würzburg setzen die Kundenwünsche vertrauensvoll und kompetent um. Die Liste ließe sich hier an dieser Stelle noch um einige erweitern. Die von mir hier erwähnten Agenturen zeichnen sich aber auch durch ihre Mitarbeiter aus, freundlich, gesprächsbereit und immer für Anregungen offen.

Was könnten Agenturen und Unternehmen besser machen?

Ein Beispiel. Hotelketten und Hotels, die oftmals in vielen Städten Standorte haben, überlassen die Vermarktung weiterhin den Onlineportalen wie hrs, hotel.de, booking.com etc. Die Vermarktung zielt ausschließlich nur über den Preis für ein Hotelzimmer ab.

Dabei verdienen die Buchungsportale viele Millionen an Provisionen und ruinieren die Hotelbranche. Unlängst hat sich Eugen Block, der das 5-Sterne Haus Grand Elysée in Hamburg besitzt, zu Wort gemeldet. "Die Buchungsportale verlangen von uns Provisionen von 15-25% vom Zimmerpreis und den zahlen nicht die Kunden, sondern das Hotel".

800.000 bis 900.000 € zahlt sein Hotel mittlerweile im Jahr an die Buchungsportale, das ist für viele ruinös. Nun ruft Eugen Block zum Boykott der Buchungsportale - Klickmaschinen auf. hrs hat er schon ausgeschlossen. Langsam regt sich Widerstand.

In Regensburg haben sich die Hotels zu einem Verein zusammengeschlossen und ein eigenes Buchungsportal hotels-in-regensburg.com gegründet.  34 Hotels in der Stadt mit 1750 Zimmern bietet nun bis zu 15 € preiswerter ihre Zimmer an als die Buchungsportale. 220.000 Betriebe gibt es in Deutschland. Das wäre doch ein riesiges Potential für die Content-Marketing-Agenturen?

Man könnte es auch anders machen

Lassen Sie einen Hotelbesucher in Hamburg, München, Berlin etc. in Ihrem Hotel absteigen. Der fiktive Besucher der Stadt erzählt uns nun was er in der Stadt alles erlebt hat. Er besucht die Sehenswürdigkeiten, die Museen, Bars, Cafés und Restaurants, er beschreibt die tolle Architektur, welches Event er besucht hat und vieles mehr.

Der Preis ist nicht der Maßstab aller Dinge

Der schöne Tag endet am Abend im Wellnessbereich oder in der Hotelbar, wo er noch nette Leute aus aller Welt kennenlernt. So kann man schöne Geschichten mit einem hohen Informations - und Mehrwert für die Leser aufbauen. Und das Hotel ist ganz vorne dabei. Dann geht es dabei auch nicht nur noch um den Zimmerpreis. Das Erlebnis zählt!

Wie man eine neue Handtaschenkollektion um die Welt reisen läßt, hat unser Marketing-Mops Adele ja schon erzählt.

Das Fazit von Johannes Ceh lautet: "Das weitestens noch fehlende Verständnis für Native Advertising unter Entscheidungsträgern bedeutet eine große Chance für Agenturen und Unternehmen. Jetzt besteht die Chance sich als "First Mover" abzuheben und durch relevante Inhalte direkt in der Lebenswelt einen positiven Einfluss auf Image und Kaufwahrscheinlichkeit der Zielgruppe herzustellen".

Die Redaktion von GFDK und Gottfried Böhmer wünschen den Marketingentscheidern ein gutes Händchen bei ihren Entscheidungen.

 

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21.11.2016 Eine Branche mit Zukunft

GFDK - Gottfried Böhmer

Produkt- und Markenwelten schaffen und erlebnisreich kommunizieren, war schon immer das Credo der Werbebranche. Die Werber sind dafür bekannt, dass sie mit Leidenschaft ihren Beruf ausüben. Das ist eine ihrer Triebfedern. Kundenwünsche in Erfolgsstories umzusetzen, ist die gestellte Aufgabe für alle Werbeagenturen. Aber wie?

In aller Munde ist heute die digitalisierte Werbung. Viel, sehr viel wird über Content Marketing, Influencer Marketing, Storytelling und Link Building gesprochen und geschrieben. Dabei hört man heutzutage kaum noch etwas über die klassischen Werbeformate wie z.B Werbung im öffentlichen Raum.

Dass die digitalisierte Werbung auch seine Tücken hat, haben die Mediaagenturen schmerzlich zu spüren bekommen, weil das Publikum, die User, keine Lust mehr auf Banner-Werbung haben und sich genervt fühlen. Bei den Media-Agenturen hat das zu Verunsicherung und Ratlosigkeit geführt.

Zudem hat eine Studie der Wirtschaftsgesellschaft KPMG gezeigt, dass die Entscheider Datenanalysen misstrauen. Relevanz und Richtigkeit der Auswertung von Daten werden nicht nur in Frage gestellt, mehr noch das Vertrauen schwindet. 2200 Personen haben an der Studie teilgenommen.

Thomas Koch, auch als "Mr. Media" bekannt, hat es auf den Punkt gebracht:

"Es sind ungemein schwierige Zeiten. Diese Digitalisierung disruptiert alles, aber auch wirklich alles. Kein Stein steht mehr auf dem anderen. Und keiner weiß, wo’s lang geht. Die Medien nicht, die Agenturen nicht, die Kunden nicht".

Vertrauen in klassische Full-Service-Agenturen

Mit diesen Problemen haben die Anbieter klassischer Werbeformate, außer den Printmedien, deren Auflagen im Sinkflug sind, weniger zu kämpfen. Aber auch für die klassischen Format gilt es Aufmerksamkeit zu erzeugen. Das machen sie mit Beratung, Konzeption, Planung, Gestaltung und Realisierung aller Werbemaßnahmen im Auftrag ihrer Kunden.

Maßgeschneiderte Werbung aus einer Hand

Dass sich Werbung im klassischen Sinn dem Ende zuneigt, dürfte ein Gerücht sein. Wer mit offenen Augen durch die Welt reist, kann und soll sie überall wahrnehmen. Diese Aufgaben übernehmen die Full-Service-Agenturen. Von der Konzeption, dem Grafik-Design bis zur Werbetechnik und anderen Dienstleistungen, dazwischen setzen diese Agenturen die Wünsche ihrer Kunden punktgenau um. Das Portfolio der Agenturen ist dabei äußerst vielseitig, was man von den "spezialisierten Werberiesen" nicht immer behaupten kann.

Immer am Ball bleiben

Beratung, Print- Anzeigenwerbung, Drucksachen, Imagebroschüren, Film- Fotoproduktionen, Messeauftritte, Werbemittel und natürlich das Verpackungsdesign gehören zu den Agenturleistungen. Die Konzepte dieser Agenturen umfasst von der Webstrategie bis zum Webkommunikationsdesign alle notwendigen Schritte, die auch das digitale Marketing miteinschliessen.

Digitale Transformation mitgestalten

In den letzten 15 Jahren haben sich viele neue Werbeformate entwickelt. Google, Microsoft, Twitter und Apple haben die Kommunikationwirtschaft auf den Kopf gestellt und für die Agenturen haben sich neue Geschäftsfelder aufgetan. Heute treibt ein tiefgreifender digitaler Transformationsprozess die Werbewirtschaft an und auch die Full-Service-Agenturen haben darauf schon lange reagiert. Auch die  sozialen Medien und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten wie z.B das virale Marketing stehen hier im Fokus.

Agentur-Gehälter nicht so schlecht wie angenommen

Ein weiteres Merkmal ist, dass die klassischen Agenturen in Deutschland oftmals noch inhabergeführt sind und diese ihre Kunden persönlich kennen. Bei den inhabergeführten Agenturen ist der Eigentümer zugleich oft auch der Geschäftsführer.

Erfreulich für die Branche ist, dass mit dem schlechten Ruf aufgeräumt wurde. Agenturen zahlen bessere Gehälter für ihre Mitarbeiter als gedacht. Der GWA-Gehaltsvergleich (Stand November 2016) hat gezeigt, dass die Agenturen in Deutschland ihre Mitarbeiter recht gut vergüten.

Eine Branche mit Zukunft

Strategen erhalten im Durchschnitt fast 70.000 €. Konzeptioner und Berater liegen zwischen 50-60.000 €. Nur die Gehälter der Kreativen und Texter hinken noch deutlich hinterher. Aber auch bei ihnen dürfte sich die Gehaltssituation in Zukunft noch verbessern. Der Nachwuchs kann also hoffen.

2014 waren 137.000 Mitarbeiter in der Werbebranche tätigt. 2015 lag der Umsatz (Investitionen in Werbung) bei 25,5 Mrd. Euro. 2013 waren schon über 12.000 Agenturen in Deutschland für ihre Kunden tätig. Es handelt sich also um eine prosporierende Branche, die sich stetig auf zukünftige Herausforderungen und Entwicklungen einstellt.

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18.11.2016 Märkte und Menschen

GFDK - Gottfried Böhmer

Ein Ausblick auf 2017: Die Digitalisierung und ein tiefgreifender Transformationsprozess verändert die Märkte und Menschen. Die Dynamik nimmt immer mehr an fahrt auf und viele sind verunsichert. Zudem hat eine Studie der Wirtschaftsgesellschaft KPMG gezeigt, dass die Entscheider Datenanalysen misstrauen.

Relevanz und Richtigkeit der Auswertung von Daten werden nicht nur in Frage gestellt, mehr noch das Vertrauen schwindet. "2200 Personen haben an der Studie teilgenommen.

Die Märchen der Mediaagenturen

Was ist da los? Mediaagenturen sollen eine Branche sein, die lügt und betrügt. Das EMR Institut für Europäisches Medienrecht hat die Geschäftsmodelle der hiesigen Mediaagenturen in einem 150 seitigen Gutachten analysiert. In dem Gutachten wird von "potentieller Gefährdung" einer "pervertierten" Branche berichtet. Eine derartige Schlussfolgerung haben wir bisher noch über keine andere Branche gelesen, das sollte uns wachrütteln.

Ein Fall für den Staatsanwalt?

Die Geschäftsmodelle der marktbeherrschenden Vertreter der internationalen Agentur-Holdings, dazu könnten folgende Agenturen gehören: GroupM, Mediacom, Havas Media, Mindshare, Vizeum, (Aegis Media Gruppe) Universal Mc Cann, Zenith aus der Vivaki Gruppe und die Ommicom Media Group, diese würden aus verfassungsrechtlicher Sicht nicht nur betrügen, sie sollen sogar eine Gefahr für die Demokratie sein. Das Gutachten fordert den Gesetzgeber auf, die Agenturen zu regulieren.

Die Gutachter kommen zu dem Schluß, dass die Mediaagenturen im eigenen Gewinninteresse gegen die Interessen ihrer Kunden handeln. Dass die werbetreibenden Unternehmen schon seit Jahren durch falsche Klick-Raten betrogen wurden, ist hinläglich bekannt. In einem weiteren Artikel werden wir die Ergebnise der Gutachter veröffenlichen.

Thomas Koch, auch als "Mr. Media" bekannt, hat es auf den Punkt gebracht:

"Es sind ungemein schwierige Zeiten. Diese Digitalisierung disruptiert alles, aber auch wirklich alles. Kein Stein steht mehr auf dem anderen. Und keiner weiß, wo’s lang geht. Die Medien nicht, die Agenturen nicht, die Kunden nicht.

Die gute Nachricht - Eine Branche wird wachgeküsst

Der heißeste Trend 2017: Influencer Marketing

Da wir schon seit 2008 eine Empfehlungsseite für Bücher, Filme, Musik, Marketing News, Reisen, Konzerte, Stil und Lifestyle haben, kommt uns das sehr entgegen. Gerade kommt dazu die neueste Studie rein, die uns die Entwick

lung des Maktes aufzeigt.

Bei Dornröschen hat es ja "nur" 100 Jahre gedauert

Einer aktuellen Untersuchung von A.T. Kearney ("Social Influencer Marketing: Igniting Influence") zufolge werden die Ausgaben für Social-Influencer-Marketing bis 2020 weltweit um das Vierfache steigen. Jährlich rechnet A.T. Kearney in diesem Bereich mit einer Investitionserhöhung von bis zu 100 Prozent weltweit.

Die Meinungsmacher in den sozialen Medien lassen sich ihr Engagement gerne im sechsstelligen Bereich für die Besprechung eines Produkts entlohnen, konnten wir auf W&V lesen.

Aber was macht Influencer Marketing, Content und Storytelling
so attraktiv?

Den steigenden Einsatz von Adblockern haben wir ja schon besprochen. Es werden immer weniger Anzeigen geklickt, die Conversion-Raten saufen ab. Als weitere Folge sinkt der Traffic, die Anzahl der Besucher einer Plattform geht in den Keller und die Umsätze brechen zusammen wie ein Kartenhaus. Es ist also kein Wunder, dass Kunden und Agenturen nach Alternativen ausschau halten.

Ein Markt, der noch nicht professionalisiert ist

Die Experten von A.T. Kearney meinen: "Eine langfristige Beziehung mit ausgewählten Influencern aufzubauen, die nicht unbedingt eine hohe Anzahl an Followern haben müssen, sich aber mit der Marke und ihren Produkten identifizieren. 10.000 Follower können vor allem bei Nischenkategorien ausreichend sein."

"Der Markt für Social-Influencer-Marketing ist noch nicht professionalisiert, gewinnt aber rasant an Bedeutung - und kennt bereits heute klare Regeln". Aber nur wer eine ausgefeilte Strategie hat, kann in dem stark wachsenden Werbekanal, der besonders bei der Generation der sogenannten Millenials immer wichtiger wird, Geld verdienen und Markenbildung betreiben."

OMG-Geschäftsführer Klaus-Peter Schulz

Steigende Werbeausgaben bei Online-Dienstleistern

Weiter zunehmen wird auch der Anteil an Kunden, die Content Marketing einsetzen. Heute seien dies bereits 39 Prozent.

Die Digitalisierung verändert grundlegend den Werbe- und Mediamarkt, weshalb alle Mediaagentur-Chefs damit rechnen, dass vor allem Online-Dienstleister im nächsten Jahr ihre Werbeausgaben steigern. 70 Prozent gehen von einem Budget-Plus bei den E-Commerce-Unternehmen aus.

"Mit der zunehmenden Fragmentierung des Medienangebotes, dem grundlegenden Wandel des Mediennutzungsverhaltens und der enorm gestiegenen Komplexität des Mediageschäftes ist auch der Beratungsbedarf der Kunden stark gewachsen"

Über A.T. Kearney

A.T. Kearney zählt zu den weltweit führenden Unternehmensberatungen für das Top-Management und berät sowohl global tätige Konzerne als auch führende mittelständische Unternehmen und öffentliche Institutionen. Mit strategischer Weitsicht und operativer Umsetzungsstärke unterstützt das Beratungsunternehmen seine Klienten bei der Transformation ihres Geschäftes und ihrer Organisation.

Im Mittelpunkt stehen dabei die Themen Wachstum und Innovation, Technologie und Nachhaltigkeit sowie die Optimierung der Unternehmensperformance durch das Management von Komplexität in globalen Produktions- und Lieferketten. A.T. Kearney wurde 1926 in Chicago gegründet. 1964 eröffnete in Düsseldorf das erste Büro außerhalb der USA. Heute beschäftigt A.T. Kearney rund 3.500 Mitarbeiter in über 40 Ländern der Welt. Seit 2010 berät das Unternehmen Klienten klimaneutral.

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14.11.2016 Financial Times startete ein experiment

GFDK - Gottfried Böhmer

An Content Marketing führt kein Weg vorbei. Appellieren an die Vernunft der Leser hilft nicht viel. Die Financial Times setzte ihren Lesern die Pistole auf die Brust, aber ganz sanft. Den Verlagen entgehen Millionen an Einnahmen duch die Adblocker, weil Werbung von vielen Usern als aufdringlich, lästig und störend empfunden wird. Mobile Werbung wird sogar als besonders lästig empfunden.

Die User schreiben in den Kommentaren, dass sie von der Onlinewerbung einen Herzkasperl bekommen. Andere schreiben, dass sie sich die "Störenfriede" merken und sie bei zukünftigen Kaufentscheidungen ausschließen. Die Agenturen, die die Werbung platzieren, stehen bei den Usern besonders in der Kritik.

Entweder du bezahlst für den Content oder du fliegst raus?

In der jüngsten Vergangenheit haben einige Verlage recht drastische Mittel angewendet, um die Leser zum abstellen des Adblockers zu bewegen. Die "Le Parisien" schließt Adblock-Nutzer komplett aus.

"Le Monde" fordert die Leser mit Hinweisen dazu auf, die Software zu deaktivieren. Die Botschaft der Verlage lautet: Entweder du bezahlst für den Content und akzeptierst die Werbung oder schließt ein Abo ab. 20 schwedische Verlage stellten im Sommer die Leser vor die Wahl, die Adblocker zu deaktivieren oder für den Zugang zu bezahlen. - derstandard.at/2000033964301/Strategien-im-Kampf-gegen-Werbeblockerdie Adblocker zu deaktivieren, ansonsten würde ihnen der Zugang verweigert.

Radikal und sinnlos die Gerichte bemüht

In Deutschland geht man radikaler, aber sinnlos vor. Man versucht mit technischen Mitteln Inhalte zu sperren, und was auch sonst, man bemüht die Gerichte um juristisch gegen die Betreiber der Dienste vorzugehen.

Bisher, und das dürfte auch so bleiben ohne jeden Erfolg. Die Gerichte vertreten die Meinung, dass es legal sei, frei zugängliche Webseiten zu blocken. Das Landgericht München hat jüngst gegen den "Süddeutschen-Verlag" entschieden, dass zwischen User und Verlag kein Vertrag bestehe, der die Nutzer der Webseiten zum Konsum von Werbung verpflichte, urteilte das Gericht.

die Adblocker zu deaktivieren oder für den Zugang zu bezahlen. - derstandard.at/2000033964301/Strategien-im-Kampf-gegen-Werbeblockerdie Adblocker zu deaktivieren oder für den Zugang zu bezahlen. - derstandard.at/2000033964301/Strategien-im-Kampf-gegen-Werbeblocker die Adblocker zu deaktivieren oder für den Zugang zu bezahlen. - derstandard.at/2000033964301/Strategien-im-Kampf-gegen-WerbeblocMittlerweile nutzen über 20 Prozent aller User einen Adblocker. Sollte sich das in Richtung 50 Prozent bewegen, gehen bei den Verlagen die Lichter aus oder es werden die Internetseiten eingestellt. Ein Zeitungsverlag ohne Online Angebot ist zwar schwer vorstellbar, auszuschließen ist es nicht. Die Zukunft wird es zeigen.

Die Financial Times startete ein Experiment

Das Ergebnis war überraschend und könnte Schule machen. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, wann deutsche Medienunternehmen das auch mal probieren. Wir gehen davon aus, dass der Springer Verlag als erster auf den Zug aufspringt.

Was passiert, wenn man Nutzer auffordert, Adblocker für den eigenen Webauftritt abzuschalten? Um das herauszufinden, machte die Financial Times im Juli einen Test. Nutzer wurden in drei Gruppen eingeteilt und mit unterschiedlichen Inhalten konfrontiert.

Die erste Gruppe bekam nur lückenhafte Texte ausgeliefert. Die zweite Gruppe wurde für bestimmte Angebote gesperrt. Der dritten Gruppe wurde nur höflich erklärt, dass Werbung journalistische Angebote finanziere. Das Ergebnis:

Bei Gruppe eins setzten 47 Prozent der Nutzer die Financial Times auf die Whitelist, um Werbeeinblendungen wieder zu erlauben. Bei Gruppe zwei lag der Anteil bei 69 Prozent, bei Gruppe drei waren es 40 Prozent, meldet derStandard.at.

Zuletzt haben wir hier geschrieben:

Auf der Content Marketing World in Cleveland Anfang September wurde über Content Marketing nicht mehr darüber gesprochen OB, sondern WIE. Und über das "WIE" könnte ich noch heftig streiten. Die Schlüsselfrage liegt nach meiner Meinung in guten Geschichten, die man fortschreiben muß, um neugierig zu machen. Der Mensch ist von Natur aus neugierig.

Der Kunde erwartet heute eine nahtlose Multi-Channel-Kommunication heißt es und nicht mehr die Marke, das Erlebnis sei gefragt. Soll wohl heißen, der Kunde ist dem Erlebnis treu, aber nicht der Marke. Sie verkaufen also keine Hemden, sie verkaufen den Hemdträger, wie er sich mit dem Hemd fühlt, wie seine Freunde, seine Frau und Kollegen darauf reagieren und was er dabei erlebt.

Die erste Frage muß lauten, was will der Kunde

Haben sich die Marketer einmal die Frage gestellt, warum amerikanische Serien im Deutschen TV so erfolgreich sind? Die Leute warten gespannt auf die Fortsetzung der Geschichte, und so muß auch Content Marketing aufgebaut werden. Dafür muß man mehr Geld in die Hand nehmen.

"Ein knappes Höschen"

Dazu schrieb Matthias Schrader, Gründer und CEO der Hamburger Digitalagentur Sinner Schrader auf W&V: "Ein grober Richtwert sind zehn Prozent vom Media­volumen; und Jahresbudgets im sechsstelligen Bereich sind ein knappes Höschen." Den sehr informativen Artikel sollten sie Hier Lesen.

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03.11.2016 von großen Ideen bis Erfolgsrezepten

GFDK - Jörg Schwarz

„May madness, love and pure happiness rule this city“ ist das Motto des Dance Festivals „Parookaville“ in Weeze,  einer 3-tägigen "Stadt" (!) mit über 50.000 sogenannten "Bürgern“. Festival-Gründer Bernd Dicks aus Weeze präsentierte die passenden Bilder aus der City der tanzenden Glückseligkeit und schuf  einen nahtlosen Übergang zur After-Show-Party der 2. Night of Creativity.

 

Doch bevor es soweit war, erlebten mehr als 1.100 Kreative, Visionäre, Querdenker und Freidenker - im restlos ausverkauften Auditorium des  „Congress Center Düsseldorf“ (CCD) - ein Feuerwerk an innovativen Ideen. Zu der Veranstaltung geladen hatten der Marketing-Club Düsseldorf, die Stadt Düsseldorf sowie mehrere namhafte Unternehmen. Sie gaben mit dem Format, erfolgreichen Kreativen aus Werbung, Industrie und Kultur eine Plattform,  um ihre Visionen und deren Umsetzung vorzustellen.

 

So erklärte das 18jährige Düsseldorfer Wunderkind der Malerei, Leon Löwentraut, im herrlich authentischen Interview mit Christoph Pietsch, Chief Marketing Officer bei Grey, sein künstlerisches Erfolgsrezept, das da lautet: Nicht abhängen, sondern mit Leidenschaft malen, malen, malen – nächtelang!

 

Jack Ramsay, ein international gefragten Experte für Digitalisierung und Entwicklung disruptiver Geschäftsmodelle nahm - begleitet von einer Illustratorin – die Gäste mit auf eine Reise in die Zukunft. Gemeinsam „malten“ sie aus, wie sich unsere Gesellschaft durch innovative Technologien verändern wird.

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung des „Creative Marketing Award Düsseldorf“ - an Dr. Dimitrios Argirakos und Markus Hündgen, die Geschäftsführer der "European Web Video Academy“.

 

„Sie haben konsequent und gegen alle Widerstände an ihrer Idee ‚Webvideo kills the TV-Star‘ festgehalten und sind in kürzester Zeit mit ihrem innovativen Geschäftsmodell zum Leader der Kategorie geworden“, schwärmte Professor Dr. Jörg Dederichs, Geschäftsführer von 3M Deutschland, der die Laudatio hielt.

 

Ein solcher Preis, gestiftet von dem Innovationsunternehmen 3M, muss sich natürlich auch visuell und haptisch von allen anderen Awards abheben. Dementsprechend wurde für Gestaltung und Design der Graffitikünstler René Turrek gewonnen, der u.a. bereits für Paris Hilton und Kim Kardashian arbeitete.

 

„Eis essen macht glücklich“ behauptete anschließend Yomaro-Gründer Matthias Rombay, der von Düsseldorf aus Frozen Yoghurt in die Welt trägt und gleich mal das gesamte Auditorium mit Kostproben seines Produkts am mitgebrachten Eiswagen glücklich machte.

 

 

Was weltweit die Kreativen schaffen, wird in Cannes gekürt. Fünf der dort preisgekrönten Commercial-Spots  zeigten  abschließend zwei Agency-Boys von  Grey London.


Dirk Krüssenberg, Präsident des Marketing-Club Düsseldorf und Initiator der "Night of Creativity Düsseldorf" betonte: „Schon allein der enorme Besucherandrang signalisiert den hohen Stellenwert der Kreativität in Düsseldorf.“ Er fährt fort: „Kreativität zählt zu den zentralen Treibern unseres gesellschaftlichen und ökonomischen Handelns. Mit dieser Veranstaltung läuten wir das goldene Zeitalter der Kreativität ein.“

 

Für Christoph Pietsch von Grey, der federführend die Veranstaltung konzipiert hat, ist die Plattform der "2. Night of Creativity Düsseldorf" ein "längst überfälliges, selbstbewusstes Ausrufezeichen der Düsseldorfer Kreativwirtschaft".

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09.10.2016 Schöne und Gute Geschichten erzählen

GFDK - Gottfried Böhmer

Jeden Tag wird eine neue Sau durch das digitale Dorf gejagt. Egal, wo man in Köln stand, überall wurde von der digitalen Transformation gesprochen. Leider konnten die wenigsten es erklären. Das Blub Blub von Martin Sorell (WPP) konnte man sich auch sparen.

Die bösen Ad Blocker wurden weiter verteufelt und ansonsten herrschte eine große RATLOSIGKEIT. Neue Content Strategien? Fehlanzeige. Einige Vermarkter, denen die Banner um die Ohren fliegen, kamen mit der Schnappsidee von automatisiertem Content. Nach dem Motto, die User mögen keine automatisierten Banner, dann lifern wir eben automatisierten Content. Was für eine Logik.

Die Frage OB stellt sich nicht mehr, nur das WIE

Auf der Content Marketing World in Cleveland Anfang September wurde über Content Marketing nicht mehr darüber gesprochen OB, sondern WIE. Und über das "WIE" könnte ich noch heftig streiten. Die Schlüsselfrage liegt nach meiner Meinung in guten Geschichten, die man fortschreiben muß, um neugierig zu machen. Der Mensch ist von Natur aus neugierig.

Der Kunde erwartet heute eine nahtlose Multi-Channel-Kommunication heißt es und nicht mehr die Marke, das Erlebnis sei gefragt. Soll wohl heißen, der Kunde ist dem Erlebnis treu, aber nicht der Marke. Sie verkaufen also keine Hemden, sie verkaufen den Hemdträger, wie er sich mit dem Hemd fühlt, wie seine Freunde, seine Frau und Kollegen darauf reagieren und was er dabei erlebt.

Die erste Frage muß lauten, was will der Kunde

Haben sich die Marketer einmal die Frage gestellt, warum amerikanische Serien im Deutschen TV so erfolgreich sind? Die Leute warten gespannt auf die Fortsetzung der Geschichte, und so muß auch Content Marketing aufgebaut werden. Dafür muß man mehr Geld in die Hand nehmen.

"Ein knappes Höschen"

Dazu schrieb Matthias Schrader, Gründer und CEO der Hamburger Digitalagentur Sinner Schrader auf W&V: "Ein grober Richtwert sind zehn Prozent vom Media­volumen; und Jahresbudgets im sechsstelligen Bereich sind ein knappes Höschen." Den sehr informativen Artikel sollten sie Hier Lesen.

Eine einmalige Artikelplatzierung auf einer Webseite reicht niemals aus um den User für ein Produkt oder Unternehmen zu begeistern. Nur wer seine Geschichte permanent fortschreibt, kann auf einen langfristigen Erfolg setzen. Erfolgsgeschichten von Unternehmen, Firmlenkern und Mitarbeitern sollten auch dazu gehören.

Schöne und gute Geschichten erzählen, auch mit Mops

Nur mal ein Beispiel: Sie wollen eine neue Handtaschen-Collektion bewerben. Schicken sie in ihrer Geschichte eine Frau mit dieser Handtasche auf eine kleine Weltreise, und lassen sie die Frau erzählen, was sie mit ihrer Tasche in London, Paris, New York, Singapur und sogar in Wolfenbüttel alles erlebt hat. Das ganze können sie auch mit einer Schuhmarke machen. Und lassen sie die Frau mit einem süssen Mops verreisen. Das bringt noch mehr glückliche User die ihrer Geschichte gerne folgen.

Der Mops im Bett

In der letzten Zeit haben wir einige Artikel über Betten publiziert. Ein guter und gesunder Schlaf ist ja sehr wichtig. Leider hat niemand die Frage gestellt, warum der Mops immer als erster drin liegt. Darüber ließen sich auch tolle und lustige Geschichten schreiben und der Betten Anbieter würde viel Sympathie bekommen und so verkaufen sich die Betten eben besser.

Die Botschaft muß ankommen

Die besten Geschichten schreibt das Leben, und da muß man ganz nahe dran sein. Geschichten müssen spannend, informativ und unterhaltsam geschrieben werden. Man könnte auch von einem Wettbewerb der Worte sprechen. Erzählweise und Dramaturgie bestimmen den Erfolg von Storytelling.

Laut dem US-amerikanischen Linguisten Lakoff ist Storytelling sogar der einzig funktionierende Weg, die tatsächlichen Mechanismen des Denkens zu benutzen – Weltsichten, Frames, Metaphern, Emotionen, Bilder oder persönliche Geschichten. Dabei ist Storytelling nichts neues.

Kommunikationsstrategien werden schon lange in der Politik und Wirtschaft, leider auch beim Militär mehr und mehr eingesetzt. Beim Militär kann man getrost von "Kommunikationswaffen" sprechen die von Spin Doktoren, (DIE Herren genießen einen sehr zweifelhaften Ruf) Lobbyisten und PR-Profis eingesetzt werden. Anders als im Marketing werden hier keine tollen und schönen Geschichten unter die Leute gebracht, hier geht es um Manipulation und Lenkung der öffentlichen Meinung.

Erzählen sie keine Märchen, das machen heute die Journalisten

Mittlerweile ist sogar der Journalismus vom Storytelling kontaminiert. Der Journalismus hat, so das Selbstbild, die Aufgabe sich an Fakten zu halten und eben keine Geschichten zu erzählen. Erzählen statt berichten sollte nicht das Credo, die Devise von Journalismus sein.

Es gibt zudem einen feinen Unterschied. Meine beste Content Strategie taugt nichts, wenn das Produkt, das Unternehmen etc nicht das hergibt, was ich in meiner Botschaft verkaufen möchte. Von daher ist guter Content heute schon teilweise besser und informativer als das, was uns Journalisten täglich servieren.

VW und Deutsche Bank brauchen gute Geschichten

Denken sie nur einmal an VW und die Deutsche Bank. Seit Monaten werden die Unternehmen in den Medien von negativen Berichten regelrecht kaputt geschrieben. Dabei gäbe es sehr viele gute Geschichten über diese Unternehmen zu erzählen. Es müsste jetzt nur einer damit anfangen. Die Fehler des Managements in der jüngeren Vergangenheit sollten nicht die gesamte Erfolgsstory der Firmen negieren. Hier ist gutes Content Management dringender den je.

Unilever will den Hunger nach unterhaltsamen Inhalten stillen

Gerade kommt noch eine Meldung rein, die meine These unterstützt: Der "Kontakter" meldet am 30. September "Unilever baut eigene Inhouse-Content-Studios auf. Mit dem Schritt soll der Hunger der Kunden nach unterhaltsamen und nutzwertigen Inhalten von den Unilever-Marken besser gestillt werden, meldet The Drum."

In Deutschland herrscht noch im Gegensatz zu den USA, wo Native Advertising als "Einstiegsdroge" für Content Marketing gesehen wird, Nachholbedarf. Lukas Kircher, einer der Chefs der CM-Agentur C3 hat es zumindest so berichtet. Das Stichwort heißt: Storytelling. "Es ist an der Zeit, die Perspektive zu wechseln und das Augenmerk auf den Content zu richten, in den ein Produkt eingebettet wird."

Und noch eine schlechte Nachricht:

Einer Studie von Radium One zufolge belegt, dass mehr als drei Viertel aller digital geteilten Inhalte für die Marketer unsichtbar bleiben. Also nicht messbar sind, wie W&V berichtete. Demnach verliert sich die Spur der User, die zuvor noch über Klick-Ketten verfolgt weden konnten in den sozialen Kanälen zusehens. Der Geschäftsführer der Online-Marketing-Agentur Netzeffekt, Bernd Stieber hat dazu ausführlich Stellung bezogen.

Medien, Agenturen und Kunden werden immer Ratloser

Agenturgründer, Publizist, Speaker: Thomas Koch, auch als "Mr. Media" bekannt, hat es auf den Punkt gebracht:

"Es sind ungemein schwierige Zeiten. Diese Digitalisierung disruptiert alles, aber auch wirklich alles. Kein Stein steht mehr auf dem anderen. Und keiner weiß, wo’s lang geht. Die Medien nicht, die Agenturen nicht, die Kunden nicht.

Die Kunden tun einem am meisten leid, denn sie müssen das ganze Durcheinander bezahlen und die Suppe am Ende auslöffeln. Auf der Dmexco irrten sie von Stand zu Stand und wurden dabei immer ratloser. Manchem wurde vor lauter Buzzwords einfach nur schwindelig."

Jammern hilft nichts, nur besser machen

Jean-Remy von Matt, Co-Gründer der Hamburger Agentur Jung von Matt, beklagte sich, oder sollte ich sagen jammerte im "Handelsblatt-Magazin" über die Werbebranche. "Der Wettbewerbsdruck habe die Branche willfährig gemacht, so dass wir oft nicht mehr beraten, sondern nur noch liefern. Werbung sei "intransparenter denn je. Zum Beispiel mit Content-Marketing, Native Advertising oder Branded Entertainment, was im Ergebnis alles Schleichwerbung sei."

Jean-Remy von Matt attestiert seiner Branche zudem "einen gigantischen Selbstbetrug", wenn es um sogenannte virale Werbung geht, die sich nur noch durch die Konsumenten und die sozialen Netzwerke verbreiten soll: "Der Lockruf würde lauten: Reichweite ohne Mediakosten", höhnte der Top-Kreative.

Vielleicht ist es nur so, dass Herr von Matt die gigantischen Umbrüche der vergangenen fünf Jahre  einfach nur verpasst hat und die, das sei ihm gesagt, sind erst der Anfang. Neues Ungemach droht von einer Seite mit der er, wie auch die Agenturen nicht gerechnet haben.

Fortsetzung folgt.

Ich wünsche den Vermarktern und Agenturen ein gutes Gelingen bei der Content Erstellung.

Gottfried Böhmer


Gottfried Böhmer ist seit 1997 künstlerischer Direktor der Gesellschaft Freunde der Künste und Redaktionsleiter der GFDK.

GFDK ist ein unabhängiges Nachrichtenportal mit einer etwas anderen Sichtweise auf das Weltgeschehen.

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08.10.2016 Möller Ventures steigt bei StyleLike

GFDK - Thomas Rosenwald

Influencer-Marketing ist eines der Trendthemen 2016. Nun gibt der Berliner Frühphaseninvestor Möller Ventures (www.moeller-ventures.de) sein Engagement bei StyleLike (www.StyleLike.io) bekannt und beteiligt sich als erster Business Angel an der neuen Marketing-Plattform. 

StyleLike bringt Influencer und Marken zusammen und sorgt mit intelligentem Matchmaking für zielgruppengenaue Werbung via Snapchat und Instagram. StyleLike kann sehr genau bestimmen, welche Anhängerschaft ein Influencer mit seinem Content bedient und passgenaue Kampagnen aufsetzen: Dadurch minimieren Marken und Unternehmen Streuverluste und können unmittelbar mit ihrer Zielgruppe in Kontakt treten.

Plattform für Fashion Blogger

Influencer haben mit StyleLike die Möglichkeit, ihre Reichweite in sozialen Netzwerken zu monetarisieren und in Kontakt mit großen Unternehmen und Brands zu kommen. Zum Start der Plattform stehen bereits mehrere hundert internationale Influencer aus dem Mode- und Fashionbereich unter Vertrag. Auch namhafte Marken konnten bereits gewonnen werden.

Affiliate Marketing Plattform

Chris Möller, Gründer und Geschäftsführer von Möller Ventures, freut sich über den Deal: “Die ersten großen Meilensteine hat StyleLike in einem hart umkämpften Umfeld bereits erreicht. Marketing wird durch Plattformen wie StyleLike neu definiert. Weg von AdWords und SEO, hin zu direkter Zielgruppenansprache. Wir glauben fest an den Erfolg der Plattform.”

“Wir haben uns sehr bewusst für Möller Ventures als strategischen Partner entschieden”, sagt Christian Doberschütz, Gründer und Geschäftsführer von StyleLike. “Neben dem Seed-Kapital profitieren wir von Möllers Netzwerk und der Expertise im Online-Bereich.”

StyleLike ist unter zwei Adresse zu finden. Eine Übersicht der Influencer findet sich unter · www.StyleLike.it. Unternehmen und Marken informieren sich unter: www.StyleLike.io.


Über Möller Ventures
Möller Ventures (www.moeller-ventures.de) entwickelt eigene internetbasierte Geschäftsmodelle, startet Neugründungen mit Sitz in Berlin und investiert Wachstumskapital in Start-ups. Schwerpunkt sind Marktplätze, B2B aus den Bereichen Automotive und Lebenszyklus. Möller Ventures unterstützt die Beteiligungen aktiv im Bereich Strategie, Marketing und Entwicklung.

Außerdem entwickelt Möller Ventures für ausgewählte Unternehmen digitale Geschäftsmodelle und beteiligt sich an daraus entstehenden Gründungen. Möller Ventures ist das Beteiligungsvehikel von Seriengründer Chris Möller und hat seinen Sitz in Berlin.

Über StyleLike
StyleLike ist eine internationale Influencer-Marketing-Plattform. Über StyleLike erreichen Unternehmen und Marken aus dem Fashion-, Beauty- und Lifestyle-Bereich ihre Zielgruppen via Instagram und Snapchat. Dafür hat StyleLike bereits mehrere hundert Influencer aus aller Welt unter Vertrag genommen.

Über einen  demographischen Matchmakingprozess kann StyleLike die Anhängerschaft eines Influencers genau nach Zielgruppe und Zielort bestimmen und für eine Marke ohne große Streuverluste werben. Das Unternehmen wurde von Christian Doberschütz gegründet und hat seinen Sitz in Potsdam.

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07.10.2016 der tag ist gerettet

GFDK - Redaktion

Was passiert, wenn das Herrchen dem Hundchen den Rücken kehrt? Ein neugieriger Hundebesitzer wollte mehr wissen. Der findige Hundebesitzer eines netten Stafford Terriers installierte kurzerhand eine Kamera im Zimmer, um zu herauszufinden, ob der gefolgsame Hund sich an das ausbesprochene Verbot, die gute Schlafcouch nicht zu bespringen, hält.

Herrchen aus dem Haus - Hund freut sich

Was dann passiert, treibt uns die Tränen in die Augen....schaut es Euch selbst an. Wieviel Spass es bereitet, Verbote zu ignorieren, beweist dieser Hund. Was sagt uns das? Es kann sogar wahre Glücksmomente in uns auslösen. Let´s party.

Viel Spass beim anschauen wünschen Euch die Freunde der Künste

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09.08.2016 Debatte über Gleichberechtigung

GFDK - Gottfried Böhmer

Kevin Roberts war bis zum 1. August 2016 so was wie eine Legende in der Werbebrance. Seit 1997 stand er an der Spitze von  Saatchi & Saatchi Worldwide. In einer Branche wo heuern und feuern an der Tagesordnung ist, wenn nur der kleinste Erfolg ausbleibt, kann man tatsächlich bei Roberts von einer Legende sprechen.

Nun verliert einer der bekanntesten Werber der Welt seinen Job. Als Grund werden umstrittene Äußerungen des Agenturchefs zum Thema Gleichstellung von Frauen in Werbeagenturen angegeben. In einem Interview mit dem "Business Insider UK"  sagte er.

Sexistische Sprüche?

"Viele Frauen wollen im Job gar nicht aufsteigen und Karriere machen. Es mangelt ihnen nämlich schlicht an "vertikalen Ambitionen": Sie wollen keine Führungspositionen. Sie wollen einfach nur gute Arbeit machen und glücklich sein." Was ist daran falsch fragen wir uns. Viele Frauen haben tatsächlich keine Lust täglich 13 und mehr Stunden im Büro zu verbringen und auch noch die Wochenenden durch zuarbeiten.

Debatte über Gleichberechtigung sei längst "vorbei"

Auch sagte er "Er selbst habe freilich keine Zeit, um Gleichstellungsfragen zu erörtern. In der Werbebranche gebe es aber ohnehin keine sexuelle Diskriminierung. Denn: Bei Saatchi & Saatchi sei die Mehrzahl der Mitarbeiter weiblich." Auch an dieser Aussage gibt es nichts zu bemängeln. Als Saatchi & Saatchi-Chairman hat man ganz gewiss sehr viele wichtigere Aufgaben als sich permanent mit einem Thema zu beschäftigen, das schon lange abgegriffen ist.

"Die Debatte über Gleichberechtigung sei längst "vorbei" und er vertrödele in seiner Agentur "keine Zeit" mehr mit diesem Thema. Die Welt sei voll von Integration, Kollaboration, Zusammenarbeit und Kreativität - dies werde auch in der Agenturgruppe deutlich."

Haben die noch alle Tassen im Stübchen

Diese Aussagen sollen nach Auffassung der Publicis-Holding, zu der Saatchi & Saatchi gehört schon sexistisch sein. Da packt man sich doch an den Kopf.

Der politisch korrekte Zeitgeist hat zugeschlagen

Die Publicis-Holding, zu der Saatchi & Saatchi gehört, reagierte wie im Irrenhaus. In einer Stellungnahme heißt es, "die Gruppe verfolge eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Verhaltensweisen und/oder Äußerungen, die dem Motto "Vive la différence" zuwiderlaufen. Die Themen Vielfalt und Inklusion seien für die Gruppe nicht verhandelbar".

Ein Armutszeugnis der Werbebranche

Ist die Werbebranche wirklich frauenfreundlich? Die Zahlen der Association of Accredited Advertising Agents (4A) sprechen eine andere Sprache, wie der "kontakter" meldet. "Demnach wurde mehr als jede zweite Frau, die in der Werbebranche arbeitet, mindestens einmal in ihrem Arbeitsleben Opfer sexueller Belästigungen.

Ein Drittel glaubt, dass ihnen aufgrund ihres Geschlechts Aufgaben nicht zugeteilt wurden oder sie in Entscheidungen nicht miteinbezogen wurden. Auch an weiblichen Vorbildern oder Mentoren fehlt es allen Ortens: 70 Prozent der jüngeren Mitarbeiterinnen gaben an, noch nie mit einer weiblichen Kreativdirektorin zusammengearbeitet zu haben".

Kevin Roberts hat sich wie folgt geäusert:

“Fail Fast, Fix Fast, Learn Fast” is a leadership maxim I advocate.

When discussing with Business Insider evolving career priorities and new ways of work/life integration, I failed exceptionally fast.

My miscommunication on a number of points has caused upset and offense, and for this I am sorry.

I have inadvertently embarrassed Saatchi & Saatchi and Publicis Groupe, two companies I love and have been devoted to for almost 20 years.

I have expressed my regret and apology to the companies for the furor my remarks and language stimulated, and I extend this to colleagues, staff and clients.

So that we can all move forward, I am bringing forward my May 1, 2017, retirement from the company, and will leave the Groupe on September 1, 2016.

There is a lot of learning to reflect on, and within the thousands of tweets, comments and articles there are many powerful and passionate contributions on the changing nature of the workplace, the work we do, what success really looks like, and what companies must do to provide women and men the optimal frameworks in which to flourish.

I believe that new thinking, frameworks and measures are needed to make more rapid progress on diversity in all its forms, in all professions and occupations. Hopefully, the focus on this serious and complex issue will gather momentum.Kevin Roberts
“Fail Fast, Fix Fast, Learn Fast” is a leadership maxim I advocate.

When discussing with Business Insider evolving career priorities and new ways of work/life integration, I failed exceptionally fast.

My miscommunication on a number of points has caused upset and offense, and for this I am sorry.

I have inadvertently embarrassed Saatchi & Saatchi and Publicis Groupe, two companies I love and have been devoted to for almost 20 years.

I have expressed my regret and apology to the companies for the furor my remarks and language stimulated, and I extend this to colleagues, staff and clients.

So that we can all move forward, I am bringing forward my May 1, 2017, retirement from the company, and will leave the Groupe on September 1, 2016.

There is a lot of learning to reflect on, and within the thousands of tweets, comments and articles there are many powerful and passionate contributions on the changing nature of the workplace, the work we do, what success really looks like, and what companies must do to provide women and men the optimal frameworks in which to flourish.

I believe that new thinking, frameworks and measures are needed to make more rapid progress on diversity in all its forms, in all professions and occupations. Hopefully, the focus on this serious and complex issue will gather momentum.

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Gottfried Böhmer ist seit 1997 künstlerischer Direktor der Gesellschaft Freunde der Künste und Redaktionsleiter der GFDK.

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