05.07.2020 Schwäne, Teichhühner, Möwen

Wasservögel und Wildtiere brauchen die Uferzonen an den Badeseen

von: GFDK - Kultur und Medien

In den warmen Sommermonaten sind die heimischen Gewässer beliebte Bade- und Ausflugsziele. Doch gerade die Uferzonen sind oft wichtige Lebensräume und Kinderstuben für Wasservögel und andere Tiere.

Dazu sind in sehr heißen und trockenen Zeiten Flüsse und Seen lebenspendende Wasserquellen für Wildtiere. Christian Erdmann, Wildtierexperte bei VIER PFOTEN, gibt Tipps, wie man die Freizeit am kühlen Nass genießen kann, ohne Tiere und Natur zu stören.

Aufgrund der coronabedingten Ausgangsbeschränkungen konnten sich viele Vögel in den letzten Monaten meist ungestört in ihrem natürlichen Lebensraum niederlassen: in den Dünen am Meer, an Flüssen, Seen und Teichen.

Aber weil in diesem Jahr ein Großteil der Deutschen ihre Ferien im eigenen Land verbringt, wird es nun an heimischen Stränden eng. „Für Schwäne, Teichhühner, Möwen und andere Wasservögel sind die Seen und Flüsse ihr Zuhause und kein Ausflugsziel.

Viele Vögel führen momentan sogar noch Küken mit. Herumstreunende Hunde und neugierige Zweibeiner können die Tiere verängstigen“, warnt Christian Erdmann, Geschäftsführer Wildtier- und Artenschutzzentrum Hamburg/Schleswig-Holstein. „Aus Rücksicht auf die heimische Natur sollte man also seine Hunde stets anleinen und Distanz zu Nistplätzen halten.“

Auf Badewiesen bleiben und Wege nicht verlassen

In Zeiten von Corona sind viele Menschen bemüht, Abstand zu halten. Auf der Suche nach einem ruhigen Plätzchen besteht jedoch die Gefahr, Tiere in ihren Rückzugsorten zu stören.

„Manche Vogelarten wie beispielsweise Enten, befinden sich gerade in der Mauser und wechseln ihr Federkleid. Während dieser sensiblen Zeit können sie nicht fliegen und verstecken sich.

Um die Tiere auch nicht unwissentlich in Stress zu versetzen, sollte man seine Decke nur auf ausgewiesenen Badewiesen ausbreiten und beim Spazieren am Wasser die Wege nicht verlassen“, rät der Experte.

An heißen Tagen ist Wasser begehrt

In langen, heißen Sommern trocknen kleine Bäche und flache Gewässer schnell aus. Doch egal ob Käfer, Ente oder Fuchs: Auch Tiere müssen trinken.

„Es sollte zwar eine Selbstverständlichkeit sein, aber man kann nicht genug betonen, wie wichtig es ist, seinen Müll immer gründlich zu entsorgen“, mahnt Erdmann.

„Tiere können sich nicht nur an Dosen und Glasscherben verletzen, wenn sie an das Ufer kommen, sie können auch ernsthaft erkranken, wenn sie Plastik oder nicht artgemäße Nahrung fressen“, so der VIER PFOTEN Experte und ergänzt:

„Wer es gut meint, verwendet nur umweltfreundlichen Sonnenschutz vor dem Baden. Mittlerweile gibt es viele Cremes, welche die Gewässer nicht zu sehr belasten.“