08.07.2021 Gelassenheit entwickeln

Von den Alten lernen

von: GFDK - Kultur und Medien

Die Jungen sind alt geworden und die Alten sind gestorben. So in etwa hat das Hubert von Goisern in seinem Song „Heast as nit“ ausgedrückt. Das beschreibt in sehr einfachen Worten den Lauf der Geschichte.

Schade ist, wenn wir es zu Lebzeiten verabsäumen, von der Weisheit der älteren Generation zu profitieren. Das gilt nicht nur im Speziellen für die Kunst, sondern grundsätzlich in allen Lebenslagen.

Gelassenheit entwickeln

Eine der wohl auffälligsten Verhaltensweisen der älteren Generation ist ihre Gelassenheit. Waren sie schon immer so oder haben sie sich das erst im Alter angeeignet?

Beides! Einerseits haben sie in bewegten Zeiten gelebt, die ohne Gelassenheit wahrscheinlich kaum zu ertragen gewesen wären. Kriege, Hungersnöte, Arbeitslosigkeit. Damals zählten andere Dinge als das Datenvolumen beim Smartphone-Tarif.

Ein Teil der Gelassenheit ist aber auch auf das Alter zurückzuführen. Der Geist hat erkannt, dass es sich nicht mehr lohnt, seine Energie in den Ärger über gewisse Vorkommnisse und Gegebenheiten zu investieren.

Das würde nur zu gesundheitlichen Belastungen durch einen erhöhten Blutdruck führen. Dieses Wissen lässt sich auch schon in jüngeren Jahren mit ein wenig Übung einfach umsetzen. Denn was heute wichtig ist, kann morgen schon wieder ganz unwichtig sein.

Hilfe annehmen

Wir sind nicht allein auf diesem Planeten. Viele lernen erst im Alter, Hilfe anzunehmen oder auf Hilfsmittel zurückzugreifen, die ihnen das Leben erleichtern können.

Die Treppen zum Atelier oder zur Werkstätte sind für die alternden Beine ein zu großes Hindernis? Dann sorgt eben ab sofort ein Treppenlift für die Bewältigung dieses schwierigen Abschnitts.

Die Leinwände und Farben können nicht mehr allein in das Atelier befördert werden? Was spricht dagegen, den Nachbarn um Hilfe zu bitten.

Dafür erhält er im Gegenzug eine Tasse Kaffee. Daraus ergibt sich wiederum eine abwechslungsreiche Konversation.

Je schneller man die Schönheit darin erkennt, die Hilfe anderer anzunehmen, desto leichter fällt es einem im Bedarfsfall, danach zu fragen. Falscher Stolz ist nicht angebracht.

Zuhören lernen

Wer von der Weisheit älterer Menschen profitieren möchte, muss vor allem die Kunst des Zuhörens erlernen. Darauf ist unsere schnelllebige Zeit nicht ausgelegt.

Hand aufs Herz, wie genau hören die Menschen heute noch zu? Spätestens nach ein paar Worten des Gegenübers schalten sie ab, weil sie zu wissen glauben, was der andere sagen möchte. Ihr Gehirn arbeitet ab diesem Zeitpunkt daran, eine entsprechende Antwort zu formulieren.

Wer richtig zuhören möchte, sollte sich jedoch komplett auf seinen Gesprächspartner einlassen. Viele empfinden das als unangenehm, weil sich dadurch Gespräche auf eine Art und Weise verlangsamen, die wir nicht mehr gewohnt sind.

Um die Kunst des Zuhörens zu lernen, ist es empfehlenswert, sich eine Person für einen echten Briefwechsel zu suchen.

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