22.09.2020 Am Grab des eigenen Kindes

Trauer und Verlust, Erinnerung und Liebe in Gift - Eine Ehegeschichte

von: GFDK - Kultur und Medien - Theater

Essen. Sein eigenes Kind zu Grabe tragen zu müssen, zählt wohl zu den traurigsten und erschütterndsten Erfahrungen, die man überhaupt machen kann. Dem Paar, um das es in Lot Vekemans Zwei-Personen-Stück „Gift. Eine Familiengeschichte“ geht, ist genau das passiert.

Was dieser Verlust mit ihnen gemacht hat und wie unterschiedlich die beiden damit umgegangen sind, kann das Essener Theaterpublikum erstmals am Samstag, dem 10. Oktober in der Casa erleben; die Premiere beginnt um 19 Uhr.

Zum Inhalt:

Nach mehr als zehn Jahren treffen eine Frau und ein Mann erstmals wieder aufeinander, auf einem Friedhof. Hier wurde ihr Kind nach einem tödlichen Unfall begraben. Nun ist Gift im Boden entdeckt worden und einige Verstorbene müssen umgebettet werden, auch ihr Sohn.

Um die Formalitäten zu klären, hat die Friedhofsverwaltung die Eltern um einen Termin gebeten. Doch niemand erscheint. Zögernd beginnen die beiden ein Gespräch.

Aus Floskeln werden Vorwürfe, aus Fragen Vorhaltungen. Erinnerungen werden wach, werden abgewehrt und dann doch geteilt. Schmerzhaft ist dies und auch tröstlich.

Und so entwickelt sich das tastende Gespräch der beiden einander fremd Gewordenen zu einem Versuch, eine tiefe Kluft zu überbrücken. Doch wie viel Nähe ist nach solch langer Zeit überhaupt möglich? Und wieso lässt der Friedhofsverwalter so lange auf sich warten?

Mit „Gift. Eine Ehegeschichte“ hat die niederländische Dramatikerin Lot Vekemans (Jahrgang 1965) ein spannungsvolles und anrührendes Stück über Trauer und Verlust, Erinnerung, Liebe und die Suche nach dem persönlichen Glück geschrieben.

In der Inszenierung von Sophie Östrovsky und der Ausstattung von Lena Natt spielen Janina Sachau und Sven Seeburg. Dramaturgie: Vera Ring.

Eintritt bei der Premiere: € 19,00; Karten unter 0201/81 22-200

Nächste Folgetermine: 23., 24. Oktober, jeweils 19:00 Uhr. Eintritt: € 17,00

Aufgrund der nach wie vor ungewissen Corona-Lage empfiehlt das Schauspiel Essen allen Zuschauerinnen und Zuschauern, sich vor ihrem Theaterbesuch unter www.schauspiel-essen.de zu erkundigen, ob die Vorstellung auch tatsächlich stattfindet.