23.07.2020 steigende Abgabezahlen in Tierheimen

Tiere in der Corona-Krise zugelegt, und nach dem Lockdown ins Tierheim

von: GFDK - Kultur und Medien

Genau das haben wir ja befürchtet. Aktuell berichten viele Tierheime, dass vermehrt Tiere abgegeben werden, seitdem die Corona-Einschränkungen gelockert wurden. Die globale Tierschutzstiftung VIER PFOTEN gibt Tipps, wie Mensch und Tier zusammenleben können, auch wenn die Lebensumstände sich ändern.

Zu Beginn der Corona-Pandemie haben viele Menschen mehr Zeit Zuhause verbracht und sich entschieden, einen tierischen Begleiter aufzunehmen.

Nachdem nun die Isolationsmaßnahmen gelockert wurden, merken manche Heimtierbesitzer jedoch, dass sie nicht genügend Zeit oder Geld haben, ein Tier dauerhaft zu versorgen. Die Folge: Zahlreiche Hunde und Katzen werden ins Tierheim gebracht, oder – schlimmer noch – ausgesetzt.

„Ein Heimtier ist nicht nur da, um seinem Besitzer in einer schweren Zeit Freude zu schenken. Ein Tier ist ein Individuum mit Bedürfnissen“, sagt Sarah Ross, Heimtierexpertin bei VIER PFOTEN.

„Wenn sich plötzlich unser Lebensalltag ändert, liegt es in unserer Verantwortung, unsere Routine anzupassen. Wir haben die Pflicht, unsere Heimtiere ihr Leben lang zu pflegen, nicht nur während des Lockdowns.“

Helfen und helfen lassen

Heimtiere benötigen nicht nur Zuneigung, Auslauf und Beschäftigung, sondern auch qualitativ hochwertiges Futter und tierärztliche Pflege. Die Versorgung kann zur finanziellen Belastung für Heimtierbesitzer werden. „Es ist keine Schande um Hilfe zu bitten.

Mit der Unterstützung von Freunden und Familie lässt sich manchmal schon die schlimmste Zeit überbrücken. Außerdem helfen in vielen Städten Tiertafeln mit Futter aus. Im Notfall können  Wohltätigkeitsorganisationen dabei unterstützen, Tierarztrechnungen zu begleichen“, rät Heimtierexpertin Ross.

Richtiges Zeitmanagement

Während vor kurzem noch viele Menschen von Zuhause arbeiten durften, kehrt nun langsam der alte Arbeitsalltag zurück. Doch nun sind viele Berufstätige in der Situation, dass sie einen Vierbeiner haben, um den sie sich kümmern müssen.

Viele Betriebe erlauben mittlerweile, einen Hund mit zur Arbeit zu bringen. Man sollte also den Arbeitgeber fragen, ob ein vierbeiniger Mitarbeiter gestattet ist“, so Ross.

„Hunde sind sehr flexibel und gewöhnen sich schnell an eine neue Umgebung, solange Herrchen oder Frauchen dabei sind.

Bei sehr temperamentvollen Tieren können Hundetrainer in einer schwierigen Eingewöhnungsphase weiterhelfen.“ Alternativ kann man seinen Hund während der Arbeitszeit auch in einer Hundetagesstätte unterbringen. „Manchmal liegt die Lösung auch ganz nah. Tierfreundliche Nachbarn, Freunde oder Familie können bei der Betreuung des Tieres helfen.“

Letzter Ausweg

Wenn es wirklich keine Möglichkeit gibt, sein Tier in den Alltag zu integrieren, sollte man wohl überlegt vorgehen. „Wer entschlossen ist, sich von seinem Heimtier zu trennen, muss sich nach einem liebevollen Zuhause umschauen, wo das Tier dauerhaft bis an sein Lebensende bleiben kann.

Ständige Familienwechsel und Aufenthalte in Tierheimen sind für jedes Tier eine traumatische Erfahrung“, sagt Heimtierexpertin Ross.