15.09.2022 „ifa-Preis für den Dialog der Kulturen“

Osman Kavala erhält den ifa-Preis für den Dialog der Kulturen 2022

von: GFDK - Kultur und Medien

Der in der Türkei zu lebenslanger Haft verurteilte Menschenrechtsaktivist und Kulturförderer Osman Kavala wird mit dem diesjährigen „ifa-Preis für den Dialog der Kulturen“ geehrt. Die Auszeichnung wird am 10. November 2022 im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung im Allianz Forum in Berlin vergeben. Dr. Wolfgang Schäuble, MdB und ehemaliger Bundestagspräsident, hält die Laudatio.

Prof. Dr. Ulrich Raulff, Präsident des ifa und Vorsitzender der Jury mit Mitgliedern aus Wissenschaft und Kultur, begründet die Wahl wie folgt:

 „Mit großer Überzeugung hat sich die Jury des ifa-Preises für Osman Kavala als Preisträger 2022 ausgesprochen. Weltweit sind Menschen- und Bürgerrechte bedroht, ihre Verteidiger:innen werden verfolgt. In dieser Lage sind der Mut und die Resistenz Osman Kavalas absolut vorbildlich.“

Osman Kavala, Kulturmäzen, Menschenrechtsaktivist und Unternehmer, wurde während der 1990er Jahre zu einem der wichtigsten Akteure der türkischen Zivilgesellschaft. Seine 2002 in Ko-Kreation gegründete Stiftung Anadolu Kültür vereint Kunst, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, um lokale Initiativen zu unterstützen, die kulturelle Vielfalt hervorzuheben sowie die internationale Zusammenarbeit zu stärken.

Mit dem ifa-Preis für den Dialog der Kulturen zeichnet das ifa – Institut für Auslandsbeziehungen Personen oder Organisationen aus, die durch ihr soziales, gesellschaftspolitisches oder künstlerisches Engagement in herausragender Weise für die Stärkung transkultureller Beziehungen eintreten.

Die Freiheit von Kunst, Zivilgesellschaft und Wissenschaft sowie deren Förderung gehören zu den zentralen Aufgaben und Zielen des ifa. Sie sind heute zunehmenden Bedrohungen ausgesetzt: Nationalismus, Populismus und autoritäre Tendenzen sind nur einige der Herausforderungen, denen diese Freiheiten auch in Demokratien begegnen.

Mit der Verleihung des ifa-Preises setzt das ifa deshalb seit 2009 ein sichtbares Zeichen für Menschenrechte, Demokratie, Frieden sowie die Freiheit von Kunstschaffenden, Forscher:innen und zivilgesellschaftlichen Akteur:innen.

Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro lassen die Preisträger:innen einem kulturellen, gemeinnützigen und friedenstiftenden Projekt oder einer Organisation ihrer Wahl zugutekommen. Zuletzt wurde Igor Levit mit dem Preis ausgezeichnet; weitere Preisträgerinnen und Preisträger waren u.a. Human Rights Watch und Yoko Ono.

Über den Preisträger

Seit Oktober 2017 sitzt Kavala in türkischer Haft. Die Behörden bezichtigen ihn der Spionage sowie der Mitverantwortlichkeit des gescheiterten Militärputsches gegen die Regierung im Juli 2016.

Zudem wird ihm eine Beteiligung an den Ausschreitungen während der Demonstrationen im Rahmen des geplanten Abrisses des Gezi-Parks vorgeworfen.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte forderte im Dezember 2019 seine Freilassung, jedoch wurde Kavala im April dieses Jahres in Istanbul zu lebenslanger Haft unter erschwerten Bedingungen sowie ohne Aussicht auf vorzeitige Freilassung verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


Organisationen wie Amnesty International Deutschland, Reporter ohne Grenzen, das PEN-Zentrum Deutschland, die Akademie der Künste oder das KulturForum TürkeiDeutschland setzen sich seit Jahren für seine Entlassung ein.

Auch in der Türkei selbst verlangten zehn Botschafter aus Deutschland, den USA, Kanada, Neuseeland sowie Dänemark, Frankreich, den Niederlanden und den drei skandinavischen Staaten Schweden, Finnland und Norwegen im Herbst vergangenen Jahres die Entlassung Kavalas.

Über das ifa

Das ifa – Institut für Auslandsbeziehungen setzt sich gemeinsam mit Partnern weltweit ein für die Freiheit in Kunst, Forschung und Zivilgesellschaft und bringt Menschen zusammen, die sich für eine offene Gesellschaft engagieren.

Dazu schafft es analoge und digitale Räume für Begegnung, Austausch, Aushandlung und Ko-Kreation. Es gibt Aktivist:innen, Künstler:innen und Wissenschaftler:innen eine Stimme, fördert Kooperationen und verfolgt seine Ziele verstärkt mit europäischen Partnern.

Basierend auf seinen Kernkompetenzen Kunst, Forschung und Zivilgesellschaft baut das ifa Netzwerke auf, um nachhaltige Wirkung zu erzielen.

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