31.01.2021 Kluft zwischen Arm und Reich

Ökonomen erwarten Anstieg der Einkommenskluft wegen Corona

von: GFDK - Kultur und Medien

87 Prozent der Ökonomen gehen davon aus, dass die Pandemie zu einer höheren Einkommensungleichheit führt. Insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern werden dramatische Folgen erwartet, doch auch in Deutschland könnte die große Schuldenwelle erst noch bevorstehen.

Dies geht aus einer neuen Infografik von Block-Builders.de hervor, in der Entwicklungen rund um das wirtschaftliche Gefälle dargestellt werden.

Die finanzielle Erholung der 1.000 reichsten Milliardäre ließ nach Pandemie-Ausbruch lediglich 9 Monate auf sich warten. Bis die ärmsten Menschen der Welt das Vor-Corona-Niveau erreicht haben, könnte hingegen bis zu 10 Jahre benötigen.

Die 10 reichsten Deutschen waren im Februar 2019 im Besitz von rund 179,3 Milliarden US-Dollar. Im Dezember des vergangenen Jahres waren es hingegen 242 Milliarden Dollar.

Und dies in einem Zeitraum, in dem im Angesicht der Pandemie zahlreiche Menschen Not litten. Wie die Infografik aufzeigt, könnte die richtige Schuldenwelle erst bevorstehen.

Doch während in Deutschland zumindest ein wirtschaftliches Auffangnetz besteht, zeigt sich das tragische Ausmaß der Pandemie vor allem in den 23 Ländern des globalen Südens. 

Hier geben 40 Prozent der Bürger an, seit Ausbruch der Pandemie weniger und einseitiger zu essen.

Auch die Anzahl derer, die – weltweit, wohlgemerkt – weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag zur Verfügung haben, stieg von 645 auf 733 Millionen.

In den Jahren zuvor nahm die Anzahl Jahr für Jahr kontinuierlich ab, die Corona-Krise setzte hingegen eine Trendumkehr in Gang.

Während zahlreiche Unternehmer aus Gastronomie, Einzelhandel & Co. derzeit um ihre Existenzen fürchten müssen, sieht es auf dem Börsenparkett gänzlich anders aus.

Binnen der letzten 12 Monate gab es bei diversen Anlagen eine regelrechte Kursrallye. Die Pandemie scheint Anlegern in finanzieller Hinsicht durchaus in die Karten zu spielen.

Einerseits. Andererseits war es in Summe auch bereits vor der Krise lukrativ, in Wertpapiere zu investieren. Zwischen 2011 und 2017 stiegen die Löhne in den führenden 7 Industrieländern im Durchschnitt um 3 Prozent, während die Dividenden im Mittel um 31 Prozent erhöht wurden.

„Die Bedrohung von wirtschaftlichen Existenzen sollte ernst genommen werden“, so Block-Builders-Analyst Raphael Lulay.

„Dabei sollte jedoch gelten, Arm und Reich nicht gegeneinander auszuspielen, da es sich nicht um ein Nullsummenspiel handelt.

Bei allen etwaigen Ungerechtigkeiten sollte zudem nicht vergessen werden, dass Geldanlagen auch wenig Vermögenden mannigfaltige Chancen bieten“.