22.07.2013 Nach 8 Jahren neues Album im September

Musik Jazz: Jazzsaxophonistin Carolyn Breuer interpretiert auf „Four Seasons Of Life“ ein ganzes Leben

von: GFDK - Uwe Kerkau - 4 Bilder

“Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen“. Dieses chinesische Sprichwort könnte als Motto über den vergangenen acht Jahren von Carolyn Breuer stehen. - Nach acht Jahren Pause erscheint ein neues Album der Jazzsaxophonistin. Es ist eine Reflexion und ein Statement - stimmungsvoll, farbenprächtig und emotional.

Live: 29.09.2013 München - Carl-Orff-Saal (Gasteig) Präsentation der CD


Auf „Four Seasons Of Life“ beschäftigt sie sich auf ihre eigene kreative Weise mit dem Leben - von der Geburt bis zum Tod. Zusammen mit Spitzenkräften der deutschen Jazzszene, darunter auch ihr Vater, der legendäre Posaunist Hermann Breuer, der WDR Big Band, sowie Mitgliedern des Orchesters des Staatstheaters am Gärtnerplatz in München, ist ihr ein stimmungsvolles, farbenprächtiges und emotionales Album gelungen.

Mit ihrer im September 2013 erscheinenden CD „Four Seasons Of Life“ hat Carolyn Breuer den Lauf des Lebens musikalisch umgesetzt. Eine längere Krankheit, der Tod ihrer beiden Großmütter und die Geburt ihres Sohnes haben ihr den Beginn aber auch die Endlichkeit des Daseins stärker als je zuvor ins Bewusstsein gebracht. Carolyn Breuer hat lange gebraucht um diese Erfahrungen künstlerisch zu verarbeiten – acht Jahre sind seit dem Erscheinen ihrer letzten Jazz-CD „Amour Fou“ vergangen.

Dem Lebenszyklus des Menschen stellt Carolyn Breuer den Lebenszyklus der Natur gegenüber: Der Frühling steht für Kindheit und  Jugend, der Sommer für das Erwachsen werden und die Blüte des Lebens, der Herbst für die Reife und das Alter und der Winter für den Lebensabend. „Durch die Geburt meines Sohnes fing ich an über die Vergänglichkeit des Lebens nachzudenken. Auf der einen Seite freut man sich über das neue Leben, auf der anderen Seite rückt auch der Tod mehr in den Mittelpunkt, denn man möchte dieses kleine Wesen beschützen und man möchte erleben was aus diesem neuen Leben wird, sowie es unsere Eltern ja auch wollten, und man fragt sich unwillkürlich, wie lange kann ich meinen Sohn auf seinem Lebensweg begleiten?“ sagt eine nachdenkliche Carolyn Breuer.

Neue Musik CD der Jazzsaxophonistin

„Four Seasons Of Life“ ist musikalisch so vielfältig wie das Thema. Jede Jahreszeit wird mit zwei Kompositionen vorgestellt: Der Frühling beginnt mit dem „Andante con Moto“ – einer Improvisation zu Franz Schuberts liedähnlichem zweitem Satz der 5. Symphonie B-Dur, seiner Jugendsymphonie. Hier wird Carolyn Breuers Liebe zur Klassik deutlich, die sie schon auf ihrer im Jahr 2003 erschienenen CD „Serenade“ mit dem  Koninklijk Concertgebouworkest, Amsterdam (für die sie den Heidelberger Künstlerinnen Preis bekam) anklingen ließ. „Das Stück von Schubert verfolgt mich schon seit 10 Jahren! Nachdem ich es zum ersten Mal hörte, war ich von der Schönheit der Melodie ergriffen und fand, dass es zur Unschuld und Schönheit eines neugeborenen Wesens passt. Im Nachhinein, als ich die Aufnahmen schon beendet hatte, habe ich festgestellt, dass Schubert gerade Mal 19 Jahre alt war, als er diese Symphonie komponierte und man dieses Werk deshalb auch die Jugendsymphonie nennt.“

Nach dem Stück „Frühlingserwachen“ sorgen „Synergy“ und „Heile Weltschmerz“ für sommerliche Gefühle. Der volle, reife Klang der WDR Big Band unter der Leitung von Michael Abene vermittelt diese Lebensenergie und steht für die Blüte des Erwachsenseins, zu der wie bei „Heile-Weltschmerz“, auch die erste große Enttäuschung gehören kann.

Den Herbst repräsentieren zwei Stücke, die für Kammerorchester und Jazz Quartett arrangiert wurden. Eines davon ist „Oblivion“, der berühmteste Tango von Astor Piazolla. Man hört und spürt die Vergänglichkeit des Lebens. Arrangiert wurde dieses Stück für Solo-Geige und Kammerorchester von Henk Meutgeert, mit dem Carolyn Breuer schon bei „Serenade“ zusammen arbeitete.

Der letzte Teil der CD, der Winter, bringt den Zuhörer abermals in eine andere Klangwelt. Bei „Wintered“ ließ sich Carolyn Breuer von dem Countrymusiker Steve Earle inspirieren. Die Melodie wird von zwei Akustikgitarren begleitet und von Hermann Breuer an der Posaune unterstützt. Die Posaune erzählt auf melancholisch, faszinierende Weise vom „Atem des Lebens“ und dem Abschied. „Ich habe die Akustikgitarren mit Folkpicking spielen lassen, denn so stelle ich mir den Klang von fallenden Schneeflocken vor. Ich dachte an einen alten Mann, der nachts aus dem Fenster schaut. Während er die fallenden Schneeflocken beobachtet, lässt er in Gedanken sein Leben revue-passieren. Er denkt darüber nach, was er falsch oder richtig gemacht hat. Ich wollte das Stück meinen Vater spielen lassen, da der Klang der Posaune perfekt zu dieser Stimmung passt und sich mein Vater gerade in genau dieser „winterlichen“ Lebensphase befindet.“ erzählt Carolyn Breuer offen. Mit einer Bearbeitung des Klassikers „Willow Weep For Me“, für Streichquartett und Sopransaxophon endet die CD.

So gelingt Carolyn Breuer mit ihren Wurzeln im Jazz und ihrer Liebe zur Klassischen Musik ein stilübergreifendes Album voller Stimmenvielfalt.

Album-Veröffentlichung: 20. September 2013


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