12.02.2021 KFZ-Händlern fühlen sich bedroht

Ist der Börsengang der Auto1 Group eine Bedrohung für Händler?

von: GFDK - Kultur und Medien

Einer aktuellen Umfrage zufolge sind 69 Prozent der Auffassung, dass der Börsengang der Auto1 Group eine Bedrohung für den „klassischen“ Autohandel ist.

Neben der ohnehin schon angespannten Situation im Angesicht der Corona-Krise kommt nun für zahlreiche KFZ-Händler ein weiterer Unsicherheitsfaktor hinzu, wie aus einer neuen Infografik von Kryptoszene.de hervorgeht.

Während die Mehrheit negative Folgen für stationäre Händler erwartet, sind immerhin 31 Prozent der Befragten der Auffassung, dass die Auto 1 Group eine „gesunde Konkurrenz“ sei.

Wie die Infografik aufzeigt, ist die Branche ohnehin schon angeschlagen. So wurden im Januar 31,1 Prozent weniger Neuwagen zugelassen, als im selben Monat des Vorjahres.

Bei den verkauften Gebrauchtwagen schlägt der Rückgang indes mit 29,4 Prozent zu Buche.

Der dargestellte Rückgang scheint die Stimmung bei den Anlegern nur wenig einzutrüben. Der Ausgabepreis der Auto1-Aktien lag bei 38 Euro, binnen kürzester Zeit stieg der Preis auf an der Spitze bis zu 55,56 Euro.

Damit kam das aufstrebende Unternehmen zwischenzeitlich auf eine Marktkapitalisierung von etwa 10,2 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Traditionskonzerne wie die Deutsche Bank oder BMW bringen dieser Tage 17,7 Milliarden bzw. 45,3 Milliarden Euro auf die Waagschale.

Bis dato erzielt Auto1 lediglich 1 Prozent des Umsatzes mit dem Verkauf von Kraftfahrzeugen an Privatpersonen.

Noch liegt der Schwerpunkt bei der Veräußerung großer Posten an gewerbliche Kunden. Das eingesammelte Kapital soll nun allerdings dafür verwendet werden, verstärkt Privatkunden anzusprechen.

„Ob die Furcht der konventionellen Autohändler im Angesicht des Auto1-Börsengangs begründet ist oder nicht, das wird sich erst noch zeigen müssen“, so Kryptoszene-Analyst Raphael Lulay.

„Zwar scheinen einige Börsianer von dem Geschäftsmodell überzeugt zu sein, doch birgt dieses auch nicht zu unterschätzende Risiken“.