01.07.2020 Aufwärtstrend beim illegalen Welpenhandel

Illegale Welpenhandel befindet sich im Aufwind

von: GFDK - Kultur und Medien

Der illegale Welpenhandel befindet sich wieder im Aufwind, dies belegt eine Analyse von VIER PFOTEN. Die globale Tierschutzstiftung hat im Zuge des europaweiten Lockdowns über Monate die Entwicklungen auf Online-Plattformen beobachtet.

Nachdem zunächst die Zahl der Anzeigen auf Internetportalen massiv abgefallen war, inserieren seit den ersten Lockerungen Online-Händler nun wieder vermehrt Welpen.

Dazu machen in den letzten Wochen zunehmend aufgegriffene illegale Welpentransporter Schlagzeilen. VIER PFOTEN kritisiert, dass die Bundesregierung noch immer keine Gesetze erlassen hat, um den kriminellen Handel, der überwiegend über Online-Plattformen stattfindet, zu stoppen. 
 
„Unsere Beobachtungen belegen, dass ein Großteil des Welpenhandels auf Online-Plattformen stattfindet und dass der Markt von Hundelieferungen aus dem Ausland abhängt“, sagt Daniela Schneider, Kampagnenverantwortliche für Heimtiere bei VIER PFOTEN.

„Nachdem die Zahl der Welpeninserate zur Zeit des Lockdowns im Schnitt um 67 Prozent gesunken war, ist nun wieder ein Aufwärtstrend erkennbar.

Die Regierung darf nicht länger die Augen davor verschließen, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht! Nur mit einer Verifizierungspflicht für Tierverkäufer und einer Registrierungspflicht für die angebotenen Hunde können illegale Welpenhändler vom Markt ausgeschlossen werden und das riesige Tierleid beendet werden.“

Analyse von VIER PFOTEN: 57 Prozent mehr Mops-Inserate auf eBay Kleinanzeigen

Bei vereinzelten Trendrassen, wie etwa Mops, zeichnete sich alleine im Juni auf eBay Kleinanzeigen nach den Grenzöffnungen ein Anstieg von 57 Prozent ab.

Betrachtet man generell die Anzeigen für Welpen, beträgt der Aufwärtstrend bereits 14,73 Prozent. „Wir rechnen damit, dass diese Zahl kontinuierlich steigen wird, denn ein Welpe wird nicht von heute auf morgen produziert und nach wie vor ist die Nachfrage nach Hunden wahnsinnig groß.

Nachdem wochenlang die Grenzen gesperrt waren, wird nun in den Welpenfabriken nachproduziert“, so Schneider.

Illegaler Welpenhandel blüht auf


Dass der illegale Welpenhandel erneut aufblüht, zeigen auch die aufgegriffenen Welpentransporte. Bei Augsburg stoppte die Polizei einen Kleinbus aus Ungarn. An Bord: Sechs Welpen, die zu jung für den Transport über die Landesgrenze waren.

Bei Offenburg hielt die Polizei einen Sprinter aus Bulgarien an. Der Fahrer transportierte viel zu junge Welpen, die sich in einem erbärmlichen Zustand befanden. Der Schmuggler gestand sogar regelmäßig illegale Hundetransporte durchzuführen. 

In Berlin verkaufte eine Frau kranke Welpen über eBay Kleinanzeigen. Viele dieser Hunde starben später bei ihren neuen Besitzern.

„Dieser Fall ist nur einer von vielen, aber er zeigt die tiefen Abgründe des Welpenhandels. Hilflose Welpen werden  verschachert, Verbraucher werden getäuscht und Herzen gebrochen.

Solange kriminelle Verkäufer anonym und ohne eine sichere Rückverfolgbarkeit auf Online-Portalen wie eBay Kleinanzeigen agieren können, wird dieses grausame Geschäft weitergehen“, sagt Schneider.

Grenzen stoppen die Welpenmafia nicht
Selbst zu Zeiten der Grenzschließungen waren Welpenändler aus Osteuropa aktiv. ADAC Mitarbeiter entdeckten inmitten der Corona-Zeit nahe Würzburg beim Abschleppen eines ungarischen Transporters 99 Welpen, die für den belgischen Markt bestimmt waren.

15 Hunde waren für den Transport viel zu jung und wurden im Tierheim Würzburg untergebracht. Für einige Welpen waren die Strapazen zu viel, sie starben im Tierheim.

„Was die kleinen Wesen des illegalen Welpenhandels in ihrem jungen Leben durchleiden müssen, ist schrecklich. Die Hundebabys werden unter furchtbaren Bedingungen in Welpenfabriken produziert.

Sie werden viel zu früh von ihrer Mutter getrennt und in engen Kisten über die deutsche Grenze geschafft und hier in der Regel über Online-Plattformen verkauft.

Die Politik muss ihrer Verantwortung endlich gerecht werden und dieses Tierleid beenden. Lösungsvorschläge, die von Online-Plattformen, Tierschützern, aber auch seriösen Züchtern unterstützt werden, liegen dem Bundesministerium seit Monaten vor. Bislang ist jedoch nichts passiert", betont Schneider.