19.02.2020 DIE RÜDEN im Kino

Ein dystopisches Experiment mit reinem Testosteron

von: GFDK - Kultur und Medien - Filme Kino und TV

DIE RÜDEN feierte seine Weltpremiere bei den Hofer Filmtagen 2019 und galt als einer der meistdiskutierten Filme des Festivals. Das Konzept stammt von der Hundetrainerin Nadin Matthews.

Filmemacherin Connie Walther, mehrfache Grimmepreisträgerin, wagt in ihrem dritten Kinofilm ein dystopisches Experiment mit reinem Testosteron:  

In einer unterirdischen Betonarena werden vier junge Gewaltstraftäter mit drei hochaggressiven Hunden und einer angstfreien Frau konfrontiert. Bereit zu kämpfen gegen den Kreislauf der Gewalt und gegen hilflose Institutionen stellt sich die Hundetrainerin Lu ihren eigenen Zweifel an der Erlösung vom Bösen und lotet dabei die Grenzen der Männlichkeit sorgsam aus.

DIE RÜDEN ist eine eindrückliche Reise zum Mittelpunkt der Menschlichkeit.

DIE RÜDEN führt ins Herz einer Finsternis, die heute mit toxischer Maskulinität umschrieben wird. Und leuchtet es aus: In einer Arena aus dunklem, vernarbtem Beton treffen vier junge Gewaltstraftäter auf drei kampflustige Hunde mit metallenen Maulkörben.

Testosteron pur also, wäre da nicht Lu, die angstfreie, hochkonzentrierte Hundetrainerin, die sich der Herausforderung stellt, Feuer mit Feuer zu löschen. Lu siedelt ihr, so riskantes wie von den Strafvollzugs-Autoritäten misstrauisch überwachtes, Projekt jenseits der Fragen nach Täter und Opfer, Schuld und Sühne an.

Sie lässt sich ein, auf das Unaussprechliche, das Unkontrollierbare und das Ungewisse, in das es führt. Die Täter, die Tiere, sie selbst.

So wird sie zur Provokation und ihr Ansatz zum Sprengsatz für ein System, das noch immer glaubt, man könne Gut und Böse wirklich auseinander sortieren. 

Lu lotet auch die Grenzen der Männlichkeit aus. Am Abgrund von Aggression, Gewalt und Uneinsichtigkeit wird die männliche zur menschlichen Grenze.

Und deren Überwindung zu einem Thema für uns alle: Die Zornigen wie die Zaghaften, die Handelnden wie die Verdrängenden, vor allem aber: Männer wie Frauen. 

Pressestimmen

"Bei den Hofer Filmtagen gibt es einen überragenden Film, in dem gefährliche Hunde und gefährliche Männer aufeinander losgelassen werden: „Die Rüden“…Connie Walther hat, nach 20 Fernsehdienstjahren, den bemerkenswertesten Film ihrer Karriere gedreht. Man tut sich sogar schwer, überhaupt einen vergleichbaren Film zu finden."  - Die Welt

"Reales und Fiktion vermischt auch die Grimme-Preisträgerin Connie Walther in ihrem nahezu plotfreien Konzeptfilm "Die Rüden". Sie lässt darin eine echte Hundetrainerin, echte junge Gewaltverbrecher und echte unvermittelbare Hunde eine kühle, artifizielle Therapiewoche über Aggressionen bei verhaltensauffälligen Menschen und Tieren durchleben - als Spielfilm. Nadin Matthews in der Hauptrolle ist eine Entdeckung, die Dystopie geht unter die Haut wie ein Pitbull-Biss."  - Süddeutsche Zeitung